Das müssen Berliner am Marathon-Wochenende beachten

Berlin Marathon

Zuschauer, Verkehrsteilnehmer, Wähler

Das müssen Berliner am Marathon-Wochenende beachten

Im vergangenen Jahr musste er pandemiebedingt ausfallen, am kommenden Sonntag nimmt er einen neuen Anlauf: der Berlin-Marathon. Damit findet er am Tag der Wahlen statt. Für Gäste, Wählende und Verkehrsteilnehmer gibt es vieles zu beachten.

Am kommenden Wochenende (25. und 26. September) findet der Berlin Marathon nach zwei Jahren Pause wieder statt. Unter den schätzungsweise rund 30.000 Teilnehmern starten außer den Hobby- und Freizeitläufern auch mehrere Elite-Läufer, von denen manche zur absoluten Weltspitze gehören und teilweise um den Weltrekord konkurrieren.

Regeln für Zuschauer

Damit der renommierte Volks- und Straßenlauf am Tag der Bundestagswahl stattfinden kann, gibt es nicht nur für Athleten und fürs Publikum einiges zu beachten – sondern ebenso für Verkehrsteilnehmer - wie Marathon-Veranstalter sowie Polizei und Feuerwehr am Montag mitteilten.

Zuschauer entlang der Rennstrecke sind aufgefordert, eine medizinische Maske zu tragen und Abstände von 1,5 Metern einzuhalten. In den Start- und Zielbereichen im Umkreis der Straße des 17. Juni gilt die 3G-Regel. Das bedeutet, außer der Maskenpflicht müssen Zuschauer vorweisen, dass sie geimpft oder genesen sind. Andernfalls müssen sie einen negativen PCR-Test vorweisen.
 
Das Publikum kann den Marathon kostenlos verfolgen. Das gilt auch für den begehrten Start-, Zielbereich, allerdings sind die Plätze dort begrenzt.

Keine Hürden durch Marathon für Wähler

Weil am gleichen Tag Wahlen stattfinden, sollen Wählern keine Hürden auf dem Weg zum Wahllokal entstehen. Der Race-Director Mark Milde erklärte dazu am Montag: "Die Veranstalter sorgen dafür, dass alle Wählerinnen und Wähler auch zum Wahllokal kommen." Dafür habe es eine enge Abstimmung zwischen Planern und der zuständigen Landes-Wahlleitung gegeben.
 
"Überall dort, wo wir Wahlbezirke durchschnitten haben, haben wir Querungen eingerichtet", sagte Milde. Insgesamt gebe es auf der Strecke rund 30 Übergänge. Schon 2017 habe das gut funktioniert, als der Marathon und die Wahlen zuletzt auf den gleichen Tag fielen.
 
Bereits ab 14 Uhr würde darüber hinaus damit begonnen werden, große Teile der Straßensperungen aufzuheben, was für weitere Entlastung sorgen soll.

Straßensperrungen

"Wir müssen dafür sorgen, dass Störungen auf das Läuferfeld, auf die Veranstaltung, ausgeschlossen werden", sagte Thomas Drechsler von der Berliner Polizei. Verkehrseinschränkungen ließen sich dadurch nicht ausschließen.
 
Konkret bedeutet das: Insbesondere die Kfz-Verkehrsteilnehmer müssen aufgrund des Marathons mit mehreren Sperrungen rechnen. Betroffen ist vor allem Berlin-Mitte, außerdem Friedrichshain, Kreuzberg, Neukölln, Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf und Zehlendorf. "Ich kann Berlinerinnen und Berlinern nur empfehlen: Meiden Sie das Auto", sagte Drechsler bezogen auf das anstehende Wochenende.
 
Wie die Verkehrsinformationszentrale Berlin [viz.de] informierte, ist bereits seit Montagmorgen die Straße des 17. Juni zwischen dem Brandenburger Tor und der Yitzhak-Rabin-Straße gesperrt. Diese Sperrung bleibt bis zum kommenden Montag bestehen. Sie wird ab Donnerstag, 6 Uhr morgens, ausgeweitet bis zum Großen Stern an der Siegessäule. Von da an ist auch die Yitzhak-Rabin-Straße selbst gesperrt, bis zum darauffolgenden Montag (27.09.), 18:00 Uhr.
 
Ab Freitag (24.09.2021) um 6 Uhr werden rund ums Brandenburger Tor einschließlich der Ebertstraße zwischen Behrenstraße und Scheidemannstraße sowie zusätzlich ab 18 Uhr der Bereich zwischen Bundeskanzleramt und Reichstag gesperrt. Diese Sperrungen gelten bis Montagmorgen.
 
Am Tag darauf (25.09.) folgt die Sperrung der Straße Unter den Linden zwischen Pariser Platz und Friedrichstraße, ab 14:30 Uhr bis cirka 20 Uhr. Ab 14 Uhr wird eine Sperrung der gesamten Laufstrecke der Skater und Skaterinnen vorgenommen, diese gilt bis etwa 19 Uhr.
 
Am Sonntag (26.09.) bleibt ab 7:30 Uhr die gesamte Marathonstrecke bis nachmittags gesperrt, wobei ab 14 Uhr mit der sukzessiven Aufhebung der Sperre begonnen wird.

Der Streckenverlauf

Start- und Zielbereich des Marathons ist traditionell die Straße des 17. Juni.
 
Die Läufer starten die 42-Kilometer-Route von dort und laufen über den Ernst-Reuter-Platz nach Alt-Moabit, anschließend über die Invalidenstraße, Torstraße und Karl-Marx-Allee zum Strausberger Platz.
 
Richtung Süden geht es entlang der Lichtenberger Straße, Heinrich-Heine-Straße, Moritzplatz, Kottbusser Tor und Kottbusser Straße zum Hermannplatz in Neukölln, an der Hasenheide vorbei Richtung Westen über die Yorckstraße, Grunewaldstraße und Martin-Luther-Straße zum Rathaus Schöneberg.
 
Über Friedenau und Schmargendorf führt die Strecke wieder stadteinwärts über den Hohenzollerndamm, die Konstanzer Straße und den Kurfürstendamm zum Wittenbergplatz. Zum Potsdamer Platz geht es dann über die Kleiststraße und Potsdamer Straße.
 
Die letzten vier Kilometer führen entlang der Leipziger Straße zum Gendarmenmarkt und über die Straße Unter den Linden durch das Brandenburger Tor zum Zieleinlauf auf der Straße des 17. Juni.

Das Sportliche

Die Skater fahren zum Auftakt des Berliner Marathon-Wochenendes: Am Samstag um 11:30 Uhr starten die Kinder am Brandenburger Tor, um 12:30 Uhr folgt der 100m-Sprint der Skater auf der Straße des 17. Juni. Um 15:30 Uhr geht es dann los mit dem Inlineskating-Marathon, bei dem rund 2.800 Teilnehmer erwartet werden. Von 13:30 bis cirka 19 Uhr bleibt laut der Berliner Verkehrsinformationszentrale (VIZ) die gesamte Marathonstrecke gesperrt, die Blockaden werden sukzessive aufgehoben. Am Sonntag beginnt der Wettkampf mit den Rollstuhlfahrern und Handbikern um 08:50 Uhr.
 
Um 09:15 Uhr starten dann die Marathonläufer in drei Wellen.
 
Der größte Star des diesjährigen Berlin Marathons ist bei den Männern Kenenisa Bekele. Für den 39 Jahre alten Äthiopier ist es die vierte Teilnahme am Berlin Marathon (zwei Siege, zuletzt 2019). Der Lauf am Sonntag dürfte eine der letzten Möglichkeiten für Bekele sein, auf großer Bühne um den von Eliud Kipchoge aufgestellten Weltrekord zu laufen. Kipchoge stellte diesen 2018 mit 2:01:39 Minuten auf – ebenfalls in Berlin.
 
Im Frauenfeld präsentiert sich die Äthiopierin Hiwot Gebrekidan mit ihrer beim diesjährigen Mailand Marathon erzielten Bestzeit (2:19:35 Stunden) als klare Favoritin. In ihrer Heimatstadt geht am Sonntag auch Rabea Schöneborn (LG Nord Berlin) an den Start. Sie war als Ersatzläuferin für das deutsche Marathon-Team bei den Olympischen Spielen in Tokio eingeplant.

Hygiene-Regeln für Teilnehmende

Nach Angaben des Veranstalters SCC seien bei den beiden zurückliegenden Berliner Lauf-Events Runners City Night sowie dem Halbmarathon 85 beziehungsweise zu 91 Prozent der Athletinnen und Athleten genesen oder geimpft gewesen. Einen Anteil in ähnlicher Größenordnung erwartet Geschäftsführer Jürgen Lock auch fürs anstehende Marathon-Wochenende.
 
Geimpfte und Genesene müssen vor dem Start keinen PCR-Test vorweisen. Alle anderen müssen sich bei der sogenannten Marathon-Expo auf dem Flughafen Tempelhof (Eingang: Luftbrücke) einem PCR-Tesst unterziehen. Dabei gilt sowohl für Skater und Handbiker als auch für die Läufer: Die Tests dürfen jeweils nicht älter als 48 Stunden sein.

Sendung: Inforadio, 20.09.2021, 15:15 Uhr

rbb | Stand: 20.09.2021, 17:19

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