Aus der Bedeutungslosigkeit zurück ins Rampenlicht

Berlin Adler zurück in German Football League

Aus der Bedeutungslosigkeit zurück ins Rampenlicht

2018 erreichten die Berlin Adler mit dem Abstieg in die dritte Liga ihren Tiefpunkt. Doch die Berliner Footballer kämpften sich zurück und werden nach zwei Aufstiegen in der nächsten Saison wieder in der erstklassigen German Football League spielen.

Sechs Mal wurden die Berlin Adler deutscher Meister, zwei Mal gewannen sie den Europapokal, den sogenannten Eurobowl. Die Titelsammlung der Berliner Footballer kann sich sehen lassen. Doch die Erfolge sind lange her. 2014 gewannen die Adler ihren letzten Eurobowl, deutscher Meister wurden sie zuletzt 2009. 2018 folgte der bittere Abstieg bis in die dritte Liga. Der Mythos des 1979 gegründeten Traditionsvereins verblasste. Doch jetzt sind die Adler zurück. In der ersten Liga und so auch wieder im deutschen Football-Rampenlicht.

Erneute Krise nach der Konsolidierung

Nicht zuletzt die hohe Verschuldung, die den Verein zu kräftigen Einsparungen im sportlichen Bereich zwangen, war ein Grund, warum die Adler bis in die drittklassige Regionalliga absackten - und damit quasi in die sportliche Bedeutungslosigkeit. "Es war für uns prinzipiell sehr wichtig, dass wir 2018 den Abstieg hingenommen haben", sagt Vereinspräsident Thomas Minstedt. "Es war wichtig, die gesamte Sache hier zu konsolidieren. Wir haben viele Spieler, die aus der Jugend kamen, halten können."
 
Der Plan, eine Mannschaft mit ambitionierten Spielern aus dem eigenen Nachwuchs neu aufzubauen, ging auf. Weiterhin kamen zu den Spielen der Berlin Adler teilweise bis zu 3.000 Fans, dem Team gelang der sofortige Wiederaufstieg in die zweite Liga.
 
Doch dann musste der Verein mit der nächsten Krise kämpfen - den Folgen der Corona-Pandemie. "Auf einmal standen wir hier wieder komplett bei null", sagt Minstedt. 60 bis 70 Prozent der Sponsoren seien dem Klub weggebrochen und rund 100 Mitglieder hätten den Verein verlassen, beschreibt Minstedt die Situation des Klubs während der Pandemie.

Shuan Fatah zurück in Berlin

Doch auch aus dieser Misere fanden die Adler einen Ausweg. Mit der Verpflichtung von Trainer Shuan Fatah installierten die Berliner noch mehr Expertise in der Mannschaft. Der gebürtige Neuköllner und Ex-Adler-Spieler gilt als bester deutschsprachiger Football-Trainer. Ihm gelang es, das Team der Berlin Adler in diesem Jahr zurück in die erste Liga, die German Football League, zu führen. Dass sich der Verein hier jetzt erst wieder etablieren muss, weiß Fatah, der die Adler bereits 1996 und 2009 trainierte: "Natürlich sind wie bis jetzt noch nicht konkurrenzfähig. Wir müssen uns jetzt an die Arbeit machen, um konkurrenzfähig zu werden."
 
Die Zusammenstellung des Kaders läuft bereits, außerdem soll im Hintergrund wieder mehr fürs Marketing getan werden. So möchte man zurück ins Gespräch kommen und den Klub nach der dreijährigen Abstinenz wieder würdig in der ersten Liga präsentieren. Wichtig dabei sei: Anders als in der Vergangenheit soll der sportliche Erfolg auf einem stabilen finanziellen Gerüst gebaut werden. Derzeit sei der Verein schuldenfrei und das soll auch in den nächsten Jahren so bleiben.

Lokalderbys gegen Rebels und Royals

Was dann in Zukunft für die Adler möglich ist, wird man sehen – die Ziele im Klub sind jedenfalls hochgesteckt. "Natürlich träumt hier jeder vom German Bowl", sagt Fatah. "Das ist doch das Ziel eines jeden Wettkämpfers, dass wenn er in einer Elite-Liga dabei ist, sich auch den Titel zu holen."
 
Verfolgen können Berliner Football Fans den Weg der Adler in der nächsten Saison im Poststadion. Auch in der GFL-Spielzeit 2022 tragen sie hier ihre Heimspiele aus. In Moabit kommt es dann unter anderem auch zu den Lokalderbys gegen die Berlin Rebels und die Potsdam Royals, die ebenfalls in der höchsten deutschen Football Liga spielen. Nicht nur in diesen Spielen wollen die Adler noch ein Stück mehr zurück ins Rampenlicht rücken.

Sendung: Inforadio, 04.10.21, 14:15 Uhr

rbb | Stand: 19.10.2021, 12:04

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