Werner Gegenbauer

"Tagesspiegel"-Interview Herthas Ex-Präsident Gegenbauer über Windhorst: "Hat den Verein angezündet"

Stand: 25.05.2022 12:49 Uhr

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Nach seinem Rücktritt als Präsident des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC hat Werner Gegenbauer erneut gegen Investor Lars Windhorst ausgeteilt. "Er hat in den vergangenen Wochen, mitten im Abstiegskampf, den Verein angezündet", sagte Gegenbauer dem "Tagesspiegel" [Bezahlinhalt]. Windhorst habe eine Spaltung zu verantworten, "die den Klub und alle Abteilungen schwer verunsichert hat."

"Spaltung rückgängig machen"

"Es wird die Aufgabe meiner Nachfolgerin oder meines Nachfolgers sein, diese Spaltung rückgängig zu machen", sagte Gegenbauer der Zeitung weiter. Der 71-Jährige bekräftigte, dass die Person Windhorst nicht ausschlaggebend für seinen Rücktritt gewesen sei. Der Investor hatte vor Monaten den Abschied Gegenbauers als Bedingung für weitere Geldmittel gestellt.
 
Windhorst, der 375 Millionen Euro für 64,4 Prozent der Anteile der ausgegliederten Profiabteilung ausgegeben hat, hatte dem Präsidium Fehlinvestitionen seiner Gelder vorgeworfen.
 
"Ein sportlicher Effekt ist aus dem Zufluss der Mittel nicht zu sehen", gab Gegenbauer zu: "Das ist unsere Verantwortung, und er hat natürlich das Recht, seine Enttäuschung zu artikulieren. Über Form und Inhalt lässt sich streiten."

Windhorst reagiert scharf

Investor Lars Windhorst hat über seinen Sprecher Andreas Fritzenkötter mittlerweile zu den Vorwürfen Stellung genommen. "Wir sehen mit Respekt, dass Werner Gegenbauer den Weg für einen Neuanfang freigemacht hat", sagte Windhorsts Sprecher am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Dann beschuldigte er Gegenbauer: "Die sehr persönlichen, haltlosen Attacken gegen Lars Windhorst haben zwar mit Neuanfang nichts zu tun. Nachtreten ist aber nicht unser Stil", sagte Windhorsts Sprecher.

Sendung: rbb24 Inforadio, 25.05.2022, 12:15 Uhr