Borius Pistorius schaut in die Kamera.

buten un binnen Pistorius über Werder-Fans: "Heftigste Exzesse mit Pyrotechnik"

Stand: 10.08.2022 15:51 Uhr

Wie Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) erklärt, sei befürchtet worden, dass Bremer Fans in Wolfsburg zündeln. Zugleich kündigt er eine Aufarbeitung an.

Der Ärger von Werder-Fans wegen Kontrollen vor dem Bundesliga-Spiel in Wolfsburg beschäftigt auch das niedersächsische Innenministerium. Werder-Ultras waren am Samstag aus Protest nicht zum Spiel ins Wolfsburger Stadion gekommen. Zuvor hatten sie Durchsuchungen und Personalienkontrollen der Polizei am Wolfsburger Hauptbahnhof als unverhältnismäßig empfunden.

Eine Besonderheit bestand laut Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) darin, dass die ursprünglich geplante Anreise vieler Werder-Fans mit Bussen 24 Stunden vorher umgeworfen worden sei und die Deutsche Bahn doch Sonderzüge einsetzte. Das hätte den Ablauf für die Beamten kurzfristig verändert.

"Das muss aufgearbeitet werden, und das werden wir sorgfältig tun, weil ich ein großes Interesse daran habe, Sicherheit in den Stadien zu gewährleisten", sagte Pistorius am Mittwoch. "Es kristallisiert sich heraus, und das werden wir sorgfältig prüfen und entsprechend Schlüsse ziehen, dass man möglicherweise nicht alles so hätte machen müssen und vor allem hätte man es besser kommunizieren müssen als es geschehen ist." Derzeit werde deshalb ein Bericht im Landespolizeipräsidium ausgewertet. Zugleich verteidigte der Innenminister jedoch die grundsätzliche Einschätzung der Polizei.

"Ich darf daran erinnern, dass es bei dem Spiel Cottbus gegen Bremen heftigste Exzesse mit Pyrotechnik gegeben hat und dass die Polizei Grund zu der Annahme hatte, dass sich das in Wolfsburg wiederholen könnte." (Boris Pistorius, Innenminister in Niedersachsen)

Lernt die Polizei aus ihren Fehlern?

Verantwortliche von Werder und des VfL Wolfsburg kritisierten das Vorgehen der Polizei und konnten auch die Risiko-Einschätzung als "Rot-Spiel" nicht nachvollziehen. Die Einschätzung als "Rot-Spiel" durch die Behörden sei dem VfL Wolfsburg laut Angaben der Polizei am 11. Juli mitgeteilt worden. Derzeit wird ein Bericht zu den Vorkommnissen angefertigt.

Das Ministerium versprach, auch wegen des "großen Echos" werde genau geprüft, inwieweit das Vorgehen demnächst "möglicherweise in vergleichbaren Situationen optimiert oder besser abgestimmt werden müsste". In der kommenden Woche tauschen sich zudem niedersächsische Vereine – darunter der VfL Wolfsburg – und das Innenministerium bei einer regelmäßig stattfindenden Veranstaltung aus.

Polizei-Kontrollen von Werder-Fans in Wolfsburg sorgt weiter für Zoff