Fußball-Bundesliga Burke will bei Werder nach vielen Tiefschlägen seine Karriere retten

Stand: 02.07.2022 20:26 Uhr

Als Talent zahlte RB Leipzig einst über 15 Millionen Euro für ihn, doch bisher hat Oliver Burke nirgendwo sein Glück gefunden. In Bremen will er jetzt endlich ankommen.

Von Karsten Lübben

Als Oliver Burke 2016 erstmals nach Deutschland wechselte, galt der Schotte als hoffnungsvolles Talent. Mehr als 15 Millionen Euro zahlte RB Leipzig seinerzeit für ihn an Nottingham Forest. Bei den Sachsen blieb er jedoch hinter den Erwartungen zurück und konnte sich nicht durchsetzen. Ein Jahr später ging es daher zurück nach England zu West Bromwich Albion. Ein Transfer, mit dem eine Odyssee begann. Im Anschluss wechselte Burke jeden Sommer den Klub und spielte für Celtic Glasgow, Deportivo Alavés, den FC Milwall und Sheffield United.

Aus Sheffield zog es ihn nun an die Weser. Wie er am Samstag bei einer Medienrunde im Trainingslager im Zillertal erzählte, hofft er, dass nun ein wenig Kontinuität in seine Karriere kommt. Wie er berichtete, läuft sein Vertrag über drei Jahre. Und er hätte wohl nichts dagegen, wenn er diesen mindestens erfüllt. Für ihn geht es jetzt darum, endlich bei einem Klub mal so richtig anzukommen.

"Hoffentlich kann ich Werder Bremen mein Zuhause nennen und hier sesshaft werden. Ich möchte Fußball genießen und gerne für eine Weile in einem Team bleiben." (Oliver Burke am Samstag in einer Medienrunde)

Burkes Statistiken überzeugten auch in Englands 2. Liga nicht

Auf dem Platz sieht Burke sich vor allem als Stürmer, der aber auch auf der Außenbahn spielen kann. Seine Statistiken sind nicht sonderlich überzeugend. In der 2. Liga Englands kam er in der vergangenen Saison nur auf zwei Tore und eine Vorlage. Da ist noch Luft nach oben. Und bei einem Spieler, für den einst so viel Geld bezahlt wurde, sind die Erwartungen natürlich höher. Jeder wisse, dass es in seiner Karriere bisher "viele Aufs und Abs" gegeben habe, sagte Burke, der auch in Sheffield am Ende nicht mehr erwünscht war.

Mit 25 Jahren sieht er sich nun nicht mehr als jungen Spieler an und will seiner Karriere eine neue Wendung geben. Für ihn geht es bei Werder darum, den Spaß am Fußball wiederzufinden und dem Team mit seiner Geschwindigkeit und seiner Erfahrung zu helfen. "Das ist eine tolle Möglichkeit bei einem großen Klub. Außerdem liebe ich die Farbe grün", scherzte er. Sofern die Parameter stimmen, ist er sich sicher, dass er in Bremen überzeugen kann.

"Wenn der Trainer an mich glaubt und ich Selbstvertrauen habe, kann ich es schaffen, viele Tore zu machen und Vorlagen zu geben." (Oliver Burke am Samstag in einer Medienrunde)

Der bullige Burke passt ins Werder-Profil

Schlägt Burke ein, würde dies natürlich auch Werder helfen. Dem Neuzugang ist klar, dass es erstmal nur darum geht, in der Bundesliga zu bleiben. Wichtig dabei, erzählte er, sei es, als Mannschaft zusammenzustehen. Im Team möchte er gerne auch neue Freunde finden, weshalb er auch plant, schnell die Sprache zu lernen, um sich in der Kabine auf deutsch unterhalten zu können.

Damit es mit dem Klassenerhalt klappt, ist bei den Bremer Neuzugängen ein gewisses Muster zu erkennen. Niklas Stark, Amos Pieper und Jens Stage bringen alle eine gewisse Physis mit. Auch Burke wirkt äußerst bullig. Vielleicht komme das davon aus, dass fast alle aus seiner Familie bei der Armee gewesen sein, spekulierte er. Oft werde er auch gefragt, ob er ein Kämpfer oder ein Boxer sei. Doch durchboxen will Burke sich erstmal nur bei Werder.