Zverev verpasst nach Fünf-Satz-Krimi Finale der French Open

Tennis-Profi Alexander Zverev

NDR-Sport

Zverev verpasst nach Fünf-Satz-Krimi Finale der French Open

Alexander Zverev muss weiter auf den ersten Gewinn eines Grand-Slam-Turniers warten. Der Tennisprofi aus Hamburg unterlag am Freitagnachmittag im Halbfinale von Roland Garros dem Griechen Stefanos Tsitsipas mit 3:6, 3:6, 6:4, 6:4, 3:6.

Eigentlich sollte in Paris das lange Warten ein Ende haben, total fokussiert hatte Zverev seine jüngsten Aufgaben gelöst und schien bereit für den Titel zu sein. Und auch in der Vorschlussrunde zeigte Zverev nach holprigem Start vor 5.000 Zuschauern eine richtig starke Leistung. Diese reichte am Ende gegen den Fünften der Setzliste allerdings nicht. "Ich bin nicht mehr auf einem Level, wo mir gute Matches reichen. War es ein gutes Match? Ja. Aber am Ende des Tages fliege ich morgen nach Hause. Es gibt daher nichts Positives heute", ärgerte sich Zverev. Tsitsipas verwandelte nach 3:37 Stunden seinen fünften Matchball. Zverev verpasste dagegen seinen ersten Sieg gegen einen Spieler aus den Top Ten bei einem Grand-Slam-Turnier und den ersten Finaleinzug eines Deutschen bei den French Open seit Michael Stich vor 25 Jahren.

"Halbfinals interessieren mich nicht mehr. Das mag arrogant klingen, soll es aber nicht. Ich habe das Turnier nicht gewonnen, das ist das einzige, was zählt."
— Alexander Zverev

Tsitsipas hatte vor Zverev bereits die ebenfalls Gesetzten John Isner (dritte Runde), Pablo Carreño Busta (Achtelfinale) und Daniil Medwedew ausgeschaltet. Besonders der 3:0-Erfolg im Viertelfinale gegen die russische Nummer zwei der Welt lässt einen Triumph im Endspiel gegen Novak Djokovic realistisch erscheinen.

Zverev kämpft sich stark zurück und verliert doch

Zverev hatte in den vorangegangenen Runden zwar souverän gespielt, dabei aber nicht an seine Grenzen gehen müssen. Gegen Tsitsipas brauchte der Norddeutsche dann auch einige Zeit, um richtig in Fahrt zu kommen. Der 24-Jährige verlor gleich sein erstes Aufschlagspiel. Dann fing er sich zwar, dem Service seines zwei Jahren jüngeren Kontrahenten kam er jedoch nicht bei. Ganz anders zu Beginn des zweiten Abschnitts: Diesmal führte der Weltranglisten-Sechste schnell mit 3:0, verlor dann aber völlig den Faden. Tsitsipas holte sich sechs Spiele in Folge.

Doch der Hamburger gab sich noch lange nicht geschlagen. Wieder sicherte sich Zverev ein frühes Break - und hielt in der Folge auch dem Druck stand. Der Satzgewinn tat ihm sichtlich gut, Tsitsipas geriet ins Grübeln. Nach dem Satzausgleich schien das Pendel zu Zverevs Gunsten auszuschlagen. Der Knackpunkt zu Beginn des fünften Durchgangs: Der Grieche wehrte drei Breakbälle ab und holte sich dann auch noch den Aufschlag der deutschen Nummer eins. Diesen Vorteil ließ sich Tsitsipas, der erstmals in einem Grand-Slam-Finale steht, nicht mehr nehmen.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 11.06.2021 | 23:03 Uhr

NDR | Stand: 11.06.2021, 23:34

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