Alexander Zverev im Spiel gegen Dennis Shapovalov (Kanada).

NDR-Sport

Zverev bei Australian Open ausgeschieden

Stand: 23.01.2022, 11:56 Uhr

Titelkandidat Alexander Zverev ist bei den Australian Open im Achtelfinale ausgeschieden. Der beste deutsche Tennisspieler verlor am Sonntag in Melbourne gegen den kanadischen Weltranglisten-14. Denis Shapovalov 3:6, 6:7 (5:7), 3:6. 

Tief gefrustet schlich Zverev mit gesenktem Kopf vom Platz. Nach dem Aus äußerte er sich selbstkritisch: "Am Ende des Tages war es einfach nicht gut genug", sagte der Hamburger. "Es gibt keine Ausreden. Es gibt gar nichts. Ich muss es selber auf meinen eigenen Hut nehmen und versuchen, das Beste daraus zu machen", sagte der Weltranglisten-Dritte.

Zverev galt beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres als Mitfavorit und war mit dem Ziel nach Australien gereist, den Titel zu holen. Wäre es tatsächlich so gekommen, wäre er die neue Nummer eins der Welt gewesen. "Ich könnte hier jetzt sitzen, und sagen: 'Ich habe eine Erkältung und noch was.' Aber nein, ich bin immer sehr ehrlich. Ich habe nichts. Ich habe einfach nur eine Scheiß-Woche gehabt, um ehrlich zu sein", sagte der 24-Jährige.

Er werde immer noch alles dafür tun, dass er irgendwann eine Grand-Slam-Trophäe hochheben könne, sagte Zverev: "Aber momentan ist es albern, davon zu reden. Denn ich habe in der vierten Runde der Australian Open verloren, als an Nummer drei gesetzter Spieler. Deswegen bin ich jetzt momentan weit davon entfernt."

Zverev ohne Selbstsicherheit

Dabei war die Ausgangslage günstig gewesen. Weil der serbische Weltranglisten-Erste und Rekordchampion Novak Djokovic aufgrund seines annullierten Visums nicht antreten durfte, waren Zverevs Chancen gestiegen - auch wenn im Viertelfinale nun der spanische Tennisstar Rafael Nadal gewartet hätte. Doch dem Weltranglisten-Dritten fehlte gegen Shapovalov die gewohnte Sicherheit bei den Grundschlägen. Von dem Selbstbewusstsein, das ihn in den letzten Monaten der vergangenen Saison nach seiner Goldmedaille von Tokio ausgezeichnet hatte, war nichts zu sehen.

Viele Fehler im Spiel des Hamburgers

Zverev spielte fehlerhaft und wirkte träge. Er kassierte das Break zum 1:3, geriet mit 1:4 in Rückstand. Das 3:6 bedeutete den ersten Satzverlust im Turnier. Alle drei vorangehenden Partien hatte der Hamburger in drei Sätzen für sich entschieden.

Mit einem überflüssigen Vorhandfehler und einem Doppelfehler begann Zverev den zweiten Satz. Gleich hatte er wieder zwei Breakbälle gegen sich. Als er diese abgewehrt hatte, ließ er sich mit einem lauten "Come on" Luft.

Zverev zertrümmert seinen Schläger

Fast ein wenig so, als müsse er sich klar machen, dass es um den Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale ging. Doch: Es folgten der nächste Doppelfehler und der nächste Aufschlagverlust. Dreimal hackte Zverev seinen Schläger auf den Boden, machte ihn spieluntauglich und kassierte eine Verwarnung. Der Wutausbruch schien nur eine Frage der Zeit gewesen zu sein.

Doch besser wurde es nicht: Zverev traf falsche Entscheidungen im Ballwechsel, er traf manche Bälle gar nicht richtig und agierte zu passiv. Immer wieder blickte die Nummer drei der Welt fragend zu seinem Team.

Schneller Aufschlagverlust in Satz drei

Bezeichnend für den unsicheren Auftritt auch der Verlust des zweiten Satzes: Linkshänder Shapovalov leistete sich bei seinem ersten Satzball einen Doppelfehler. Doch anstatt dann mit dem eigenen Aufschlag zum 6:6 auszugleichen, kam von Zverev ein völlig missglückter Rahmenball. Auch der dritte Satz begann mit einem schnellen Aufschlagverlust. Noch nie hat der ATP-Finals-Gewinner bei einem Grand-Slam-Turnier einen Top-Ten-Spieler besiegt. An diesem Sonntag in Melbourne reichte es auch für die Nummer 14 der Welt nicht.

Dieses Thema im Programm:
Sport aktuell | 23.01.2022 | 08:25 Uhr

Quelle: NDR

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