Werder Bremen kassiert 0:3-Pleite bei Dynamo Dresden

Bremens Romano Schmid und seine Mitspieler sind enttäuscht.

NDR-Sport

Werder Bremen kassiert 0:3-Pleite bei Dynamo Dresden

Von Martin Schneider

Werder Bremen hat seine erste Auswärtsniederlage der laufenden Zweitliga-Saison kassiert. Die Fußballer von der Weser verloren am Sonntag bei Dynamo Dresden mit 0:3 (0:1).

Nach der Niederlage im Nord-Duell gegen den HSV verpassten die Grün-Weißen die sportliche Wiedergutmachung. Vielmehr präsentierten sich die Bremer in Dresden fehlerhaft, fahrig und harmlos - und verloren so völlig verdient zum dritten Mal in dieser Spielzeit. "Das war einfach viel zu wenig und wir haben verdient verloren. Wir müssen zurück zu den Basics - wieder mehr Mentalität, Leidenschaft und die Zweikämpfe besser annehmen", sagte ein enttäuschter Nicolai Rapp nach der Partie.

Nach acht Spieltagen mit elf Punkten auf Rang zehn stehend sind die Aufstiegsränge für die Grün-Weißen schon jetzt fünf Zähler entfernt - Werder tritt tabellarisch wie sportlich auf der Stelle.

Werder enttäuscht in allen Bereichen

Zum erwarteten Familienduell kam es in der Stadt an der Elbe nicht: Die Gebrüder Mai - Sebastian bei Dynamo, Lars-Lukas bei Werder - saßen beide in ihrer Geburtsstadt zunächst auf der Bank. Von dort sahen sie und die lautstarken Zuschauer im Stadion in der ersten Halbzeit ein zähes Spiel von beiden Mannschaften ohne große Highlights. Die Norddeutschen taten sich gegen kompakte Sachsen sehr schwer, offensiv ins Spiel zu finden. Oft blieb der letzte Pass hängen, auch die Flanken und vor allem die Standards waren sehr unpräzise. In der Defensive wackelten die Norddeutschen mit ihrem selbst auferlegten Spielstil, den Ball beim Abstoß immer flach vom eigenen Strafraum herauszuspielen. Dresden lief die an den Strafraumecken postierten Werderaner früh an und sorgte für den ein oder anderen Verlegenheitsball von Michael Zetterer und Co.

Dresdens Daferner trifft mit Glück

Für den 0:1-Gegentreffer in der 40. Minute war dies jedoch nicht ausschlaggebend, sondern einer der vielen und haarsträubenden Fehlpässe der Gäste. Nach einem erneuten Ballverlust am Mittelkreis konterte Dynamo und hatte zweimal Glück. Erst traf Ransford-Yeboah Königsdörffer aus 18 Metern die Latte. Der Abpraller landete vor den Füßen von Christoph Daferner, der mit seinem Schuss den Innenpfosten traf. Von dort sprang der Ball ins Tor. Die Führung der Gastgeber war überraschend, angesichts der Bremer Ideenarmut aber vertretbar.

Auch keine Besserung im zweiten Durchgang

Personell durfte bei den Grün-Weißen nach dem Seitenwechsel der jüngere Mai-Bruder mitwirken, doch er passte sich dem Leistungsniveau seiner Mitspieler an. Wer auf Besserung im zweiten Durchgang gehofft hatte, wurde von den Grün-Weißen enttäuscht. Die Bremer verfielen schnell wieder in ihr Muster der ersten Halbzeit. Offensivaktionen waren harmlose Zufallsprodukte oder Einzelaktionen - und defensiv ließen sie Dresden nun sogar noch mehr Platz. Darüber freute sich SGD-Stürmer Daferner, der in der 66. Minute aus kurzer Distanz zum 2:0 traf und die Kaltschnäuzigkeit offenbarte, die Werder fehlte.

Die nächste Lehrstunde in Effektivität bekamen die Gäste in der 75. Minute erteilt. Morris Schröter konnte ungehindert in den Strafraum dribbeln und trocken und flach zum 3:0 treffen. Sechs Bremer Verteidiger standen um ihn herum, keiner hinderte den Dresdener am erfolgreichen Torabschluss. Die restlichen Minuten der Partie konzentrierten sich die Gäste auf Schadensbegrenzung und wollten keinen weiteren Gegentreffer kassieren. Zumindest das gelang an diesem ansonsten gebrauchten Sonntag.

Spielstatistik Dynamo Dresden - Werder Bremen

8.Spieltag, 26.09.2021 13:30 Uhr

Dynamo Dresden3
Werder Bremen0

Tore:

  • 1:0 Daferner (40.)
  • 2:0 Daferner (66.)
  • 3:0 Schröter (75.)

Dynamo Dresden: Broll - R. Becker (59. Aidonis), Sollbauer, Akoto, C. Löwe - Will (62. Diawusie), Y. Stark, Mörschel - Schröter, Daferner (82. Sohm), Königsdörffer
Werder Bremen: Zetterer - Weiser (72. J. Mbom), Veljkovic, Friedl, A. Jung (46. L.L. Mai) - Rapp, Gruew, N. Schmidt (62. Füllkrug) - Dinkci (62. Assalé), Ducksch, R. Schmid

Zuschauer: 16000

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 26.09.2021 | 22:50 Uhr

NDR | Stand: 26.09.2021, 21:45

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