Vor Pokal-Hit in Leipzig: Wolfsburg und Lacroix extrem selbstbewusst

Maxence Lacrois vom VfL Wolfsburg tippt sich mit dem Zeigefinger an die Stirn.

NDR-Sport

Vor Pokal-Hit in Leipzig: Wolfsburg und Lacroix extrem selbstbewusst

Von Ines Bellinger

Maxence Lacroix vom VfL Wolfsburg wird manchmal schon mit Dayot Upamecano von RB Leipzig verglichen. Heute kommt es im Pokal zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Innenverteidiger aus Frankreich.

Gestatten: Maxence Lacroix - "défenseur extraordinaire". Wer sich fragt, warum der VfL Wolfsburg in dieser Saison so konstant und stabil auf Kurs Champions League steuert, stößt bei der Ursachenforschung unweigerlich auch auf den Innenverteidiger. Der 20-Jährige ist einer der Grundpfeiler der besten Defensive der Fußball-Bundesliga und zählt zu den großen Überraschungen der vergangenen Monate.

Manche sehen bei ihm bereits ein größeres Potenzial als bei Dayot Upamecano. Die Dienste des Leipziger Abwehrpfeils hat sich für die nächste Saison Bayern München gesichert. Im DFB-Pokal-Viertelfinale heute zwischen RB und Wolfsburg (20.45 Uhr / live im Ersten und im NDR Livecenter) werden die Augen vieler Experten auf die beiden Shooting-Stars aus dem Norden Frankreichs gerichtet sein.

Marktwert steigt - Vertrag bis 2024

Während Upamecanos Weg im Red-Bull-Geflecht via Salzburg nach Leipzig quasi vorgezeichnet war, kam der Aufstieg von Lacroix gleichermaßen schnell wie überraschend. Vor der Saison vom französischen Zweitligisten FC Sochaux an den Mittellandkanal gewechselt, etablierte er sich wie selbstverständlich im Bundesliga-Stammkader. Er ist nach Upamecano der zweitschnellste Innenverteidiger im Oberhaus. "Meine Schnelligkeit ist ein Geschenk des Himmels", sagte er dem NDR. Und das Selbstbewusstsein wächst: Mit dem VfL ist er seit acht Pflichtspielen ohne Gegentor: "Ich mag diese Serie sehr. Sie ist das Resultat daraus, dass das ganze Team zusammenarbeitet und zusammenhält."

Der große Anteil, den Lacroix daran hat, dürfte inzwischen auch anderen aufgefallen sein. Nach landläufigen Schätzungen soll der Marktwert des Top-Talents von fünf auf mittlerweile 17 Millionen Euro gestiegen sein. Sein Vertrag beim VfL läuft bis 2024.

Mit Tempo, Köpfchen und ein bisschen Kung-Fu

Lacroix selbst scheint weit davon entfernt abzuheben. Sein erstes Bundesligator beim 2:0 gegen Hertha BSC, ein Kopfball, den er mit brachialer Gewalt ins Tor wuchtete, zauberte ihm zwar ein breites Lächeln ins Gesicht, bei dem seine Zahnlücke im Oberkiefer aufblitzte: "Der Treffer war die Kirsche auf der Torte." Aber beinahe noch mehr Spaß machte ihm sein Kung-Fu-Scherenschlag bei einer Rettungsaktion im eigenen Strafraum. Fast wie Zlatan Ibrahimovic, oder? "Ich arbeite viel mit den Physios hier. Die versuchen, die Beweglichkeit in meinen Hüften zu verbessern", erzählte er nach seiner artistischen Flugeinlage. "Aber vom Ibrahimovic-Niveau bin ich noch entfernt."

Auch VfL-Trainer Oliver Glasner will keinen Hype um Lacroix aufkommen lassen, lobte den Youngster nach dem Hertha-Spiel aber trotzdem: "Er macht es sehr, sehr gut, ich sehe es jede Woche im Training. Er hat eine fantastische Mentalität und ein gutes Package, das er mitbringt."

Lacroix als Torwart: "Richtig gut war ich nicht"

Sicherheit dürfte dem jungen Verteidiger neben dem eigenen Können auch geben, dass er in Koen Casteels einen Torwart der Extraklasse hinter sich weiß. Der Belgier ist seit nunmehr 666 Bundesliga-Minuten ohne Gegentor. "Koen hat gestern überragend gehalten. Außergewöhnlich", sagte Lacroix nach dem Sieg gegen Hertha - und er kann sich ein Urteil erlauben. Sein Vater war Torhüter und wollte den Filius auch gern zwischen den Pfosten sehen. "Richtig gut war ich nicht", berichtete Lacroix über dieses kurze Kapitel in seiner Kindheit und fügte mit einem Augenzwinkern in Richtung seines Vaters hinzu: "Gut, dass ich nicht auf ihn gehört habe."

"Ich sage meinen Spielern immer: Pokal ist All or Nothing. Und wir wollen All!"
— VfL-Trainer Oliver Glasner

Wiedersehen mit Kumpel Konaté

Vor dem Pokal-Hit Zweiter gegen Dritter, den VfL-Kapitän Maximilian Arnold "wie ein Endspiel" einstuft, freut sich Lacroix aber nicht nur auf das Innenverteidiger-Duell mit Upamecano. Auch Ibrahima Konaté wird er wiedersehen. Der RB-Abwehrspieler, der früher mit Lacroix beim FC Sochaux kickte, bestärkte seinem Kumpel im vergangenen Sommer darin, in die Bundesliga zu wechseln. "Leipzig ist eine sehr gute Mannschaft", lobte Lacroix das Team um seine französischen Kollegen, aber auf dem Platz wird die Freundschaft definitiv ruhen: "Das letzte Bundesligaspiel war ein 2:2, da war mehr drin. Wir werden alles tun, um weiterzukommen."

Mögliche Aufstellungen

RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Upamecano, Orban - Mukiele, Sabitzer, Kampl, Angelino - Dani Olmo, Nkunku - Poulsen
VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Lacroix, Brooks, Paulo Otavio - Schlager, Arnold - Baku, Gerhardt, Steffen - Weghorst

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 03.03.2021 | 19:00 Uhr

NDR | Stand: 03.03.2021, 08:07

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