Turid Knaak vom VfL Wolfsburg macht nach dem Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona ein Selfie mit Fans.

NDR-Sport VfL Wolfsburg: Nationalspielerin Turid Knaak beendet Karriere

Stand: 06.05.2022 14:21 Uhr

Die "Fußball-Doktorin" macht Schluss. Nationalspielerin Turid Knaak vom VfL Wolfsburg beendet nach der Saison ihre Karriere. Die 31-Jährige will sich beruflich weiterentwickeln. Sie hat in Sonderpädagogik promoviert.

"Der Entschluss zum Aufhören ist über Monate gereift. Ich hatte das Gefühl, neue Wege einschlagen zu wollen und mich beruflich weiterzuentwickeln", sagte die Offensivspielerin des VfL am Donnerstag. Zuletzt saß die 31-Jährige bei Wolfsburg meistens auf der Bank, auch im DFB-Team spielte sie keine große Rolle mehr. "Auf der Bank zu sitzen, ist nicht schön, aber gehört zum Sport dazu. Das war jetzt aber nichts, was mich bewegt hat, meine Karriere zu beenden."

Knaak war im vergangenen Sommer von Atlético Madrid an den Mittellandkanal gewechselt. Zuvor spielte sie neben Essen bei Bayer Leverkusen und dem MSV Duisburg. Insgesamt kommt Knaak auf 16 Spiele in der Nationalmannschaft.

VfL kann noch das Double gewinnen

Nach dem Halbfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Barcelona hat der VfL in dieser Saison noch die Chance aufs Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Durch den 5:1-Erfolg bei ihrem Ex-Club aus Essen am Mittwochabend steht Knaak kurz vor dem Gewinn ihres ersten Meistertitels. "Es wäre für mich ein Traum, die Meisterschaft zu gewinnen, weil er mit der meisten Konstanz und Arbeit verbunden ist", sagte sie.

Im DFB-Pokal-Finale wartet Ende Mai zudem noch Turbine Potsdam. "Ich hoffe, dass wir die beiden noch möglichen Titel einfahren können und so die Saison zum guten Abschluss bringen", sagte Knaak. "Das ist sowohl für die Mannschaft, aber auch für mich persönlich wichtig."

Knaak promovierte während ihrer Karriere

Die Nationalspielerin hatte während ihrer Fußballkarriere promoviert. Ihre Doktorarbeit verfasste sie zum Thema "Schriftsprachenerwerb bei Kindern mit Lernförderbedarfen". "Der Doktortitel ist wahrscheinlich kein schlechter Startschuss für das neue Leben oder meine berufliche Karriere", sagte sie. Derzeit führe sie einige Gespräche, aber da sei noch nichts "Spruchreifes" dabei.

Bald auch TV-Expertin?

Bald wird sie das Geschehen auf dem Platz möglicherweise als TV-Expertin einem größeren Publikum erklären. Nach ihrem Geschmack gibt es inzwischen zwar schon mehr Expertinnen während Live-Übertragungen, aber da ginge noch mehr: "Letztendlich ist es ein Volkssport und da gehören auch die Meinungen von Frauen dazu."

Dieses Thema im Programm:
Sport aktuell | 05.05.2022 | 12:17 Uhr