VfL Wolfsburg: "Leitwolf" Arnold gegen Union vor Bestmarke

Maximilian Arnold

Fußball

VfL Wolfsburg: "Leitwolf" Arnold gegen Union vor Bestmarke

Von Johannes Freytag

Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg steht vor einem weiteren Meilenstein seiner Karriere. Läuft der 27-Jährige heute in der Auswärtspartie bei Union Berlin auf, zieht er mit VfL-Bundesligarekordspieler Diego Benaglio gleich.

"Wenn er fit bleibt, spielt er auch das Spiel. Maxi spielt normalerweise immer", legte sich VfL-Coach Mark van Bommel im NDR Interview am Donnerstag auf einen Einsatz des Mittelfeldakteurs fest. Wie Benaglio kommt Arnold dann auf 259 Erstliga-Partien - während der frühere VfL-Keeper jedoch seine Karriere 2020 beendet hat, dürfte Arnold noch einige Profijahre vor sich haben und seinen Status als Vereinsikone weiter ausbauen.

Stars kamen und gingen, Arnold blieb

Als 15-Jähriger kam der gebürtige Riesaer im Sommer 2009 aus dem Sportinternat von Dynamo Dresden zu den B-Junioren der "Wölfe". Zwei Jahre später wurde er mit den A-Junioren deutscher Meister und feierte am 26. November 2011 sein Debüt in der Bundesliga - als bis heute jüngster Spieler der VfL-Historie. Am 13. April 2013 erzielte er seinen ersten Treffer in der Beletage - auch hier hält er einen Rekord: Jünger als Arnold war kein Wolfsburger Bundesligatorschütze.

"Maxi hat etwas in Wolfsburg geschafft, was es so bisher noch nie gab. Er ist hier vom Jugendlichen zum gestandenen Bundesligaspieler gereift."
— VfL-Sportchef Marcel Schäfer

Beim VfL kamen und gingen die Stars - Arnold blieb eine verlässliche Konstante, obwohl ihm zwischenzeitlich gestandene Profis wie Diego, Ivan Perisic oder Kevin de Bruyne den Platz streitig machten. VfL-Sportchef Marcel Schäfer sieht in Arnold ein "Idol und Vorbild für viele Talente in unserem Nachwuchs".

"Aggressive Leader" wie einst van Bommel

Auch die zahlreichen verschiedenen Trainer kamen an Arnold nicht vorbei. Am kürzesten begleitet bisher van Bommel die Karriere des Mittelfeldspielers, der Niederländer weiß aber ganz genau, was er an dem 27-Jährigen hat: "Er ist ein Spieler, der sehr schlau ist, der ganz genau weiß, was die Mannschaft braucht, wo die Lösungen liegen. Er hat einen guten Pass, ist technisch sehr fähig", so der VfL-Coach.

"Er ist schon lange im Verein, weiß ganz genau, wo es auf dem Platz und daneben langgeht. Er ist ein guter Junge für die Kabine. Das ist eigentlich sehr viel Lob, aber es stimmt so."
— Mark van Bommel über Maximilian Arnold

Van Bommel gefällt aber ebenso Arnolds Ellbogen-Mentalität: "Das gehört auch dazu. Um ein Spiel zu gewinnen, braucht man mehr als technische Qualitäten", sagte der 44-Jährige, der in seiner aktiven Profi-Karriere wie kaum ein anderer den Begriff "Aggressive Leader" prägte und 141 Gelbe Karten und 13 Platzverweise kassierte. An solche Zahlen kommt Arnold noch nicht heran, gleichwohl ist Wolfsburgs "Sechser" mit 55 Gelben und drei Roten Karten VfL-Rekord-"Sünder". Mit 19 Jahren war er 2013 auch der jüngste VfL-Profi, der vom Platz gestellt wurde.

"Verhinderter" A-Nationalspieler

Mittlerweile ist der zweifache Vater als "Leitwolf" Chef im Wolfsburger Mittelfeld, ein Taktgeber, der ordentlich austeilen, aber auch viel einstecken kann. Das Kapitänsamt benötigt er dafür nicht, Arnold ist ein "Boss ohne Binde": Er wolle das Verantwortungsbewusstsein, das er für die Mannschaft habe, "nicht an einem Stück Stoff festmachen".

Gleichwohl führte er die deutsche U21-Auswahl 2017 als Kapitän zum EM-Titel, mit Stolz trug er auch die Binde bei der Olympia-Teilnahme in diesem Jahr. Im Trikot der A-Nationalmannschaft lief er bislang erst einmal auf - 2014 für 13 Minuten im Testspiel gegen Polen. Ob er diese magere Bilanz ausbauen kann, ist allerdings fraglich - die nationale Konkurrenz erscheint zu groß, noch hat sich der neue Bundestrainer Hansi Flick nicht gemeldet. Auch ein Meistertitel mit dem VfL, wie ihn zum Beispiel Benaglio vorweisen kann, dürfte schwer zu realisieren sein.

Dafür ist eine weitere Bestmarke in Reichweite: Lediglich 28 Einsätze fehlen Arnold noch, um VfL-Rekordhalter Olaf Ansorge einzuholen, der wettbewerbsübergreifend 348 Mal für Wolfsburg auflief.

Dieses Thema im Programm:
Die NDR 2 Bundesligashow | 16.10.2021 | 15:30 Uhr

NDR | Stand: 14.10.2021, 17:11

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