Fußball 4:2-Sieg gegen AS Rom - VfL-Frauen mit einem Bein im Viertelfinale

Stand: 08.12.2022 23:37 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben sich für das Viertelfinale in der Fußball-Champions-League qualifiziert. Die Mannschaft von Trainer Tommy Stroot setzte sich zu Hause mit 4:2 (2:1) gegen die AS Rom durch und profitierte vom Remis im zweiten Spiel der Gruppe.

Von Florian Neuhauss

Im vierten Spiel feierten die "Wölfinnen" vor 2.721 Fans im eigenen Stadion ihren dritten Sieg. Im Hinspiel in Rom hatten die VfL-Frauen immerhin ein 1:1 geholt. Den Sieg im Rückspiel mussten sie allerdings wohl teuer bezahlen: Angreiferin Jill Roord verließ schon in der zehnten Minute verletzt den Platz - und verschwand geknickt umgehend in der Kabine. Glück im Unglück für die Gastgeberinnen: Ausgerechnet die für Roord eingewechselte Sveindis Jonsdottir brachte ihr Team auf die Siegerstraße.

"Klar können wir das eine oder andere noch besser machen. Aber wir können trotzdem zufrieden sein", freute sich Antreiberin Lena Oberdorf. "Champions-League-Spiele sind die, für die man Fußball spielt. Es ist ein anderes Flair."

Und am späteren Abend konnten Oberdorf und Co. dann auch noch über den elften Einzug ins Viertelfinale in Serie jubeln, weil St. Pölten gegen Slavia Prag nicht über ein Remis hinauskam. Selbst für den Fall, dass der VfL am Ende punktgleich mit Rom und St. Pölten sein sollte, spricht der direkte Vergleich für die Norddeutschen. Sie haben also schon jetzt in der Vorrunden-Gruppe B einen der beiden ersten Plätze sicher.

Wolfsburg nimmt Fahrt auf - und bremst sich selbst

Wie schon im ersten Vergleich hatten die Römerinnen beherzt losgelegt und Wolfsburg sofort unter Druck gesetzt. Über die linke Seite der Gastgeberinnen wurde es einige Male gefährlich. Die Italienierinnen gingen dieses Mal aber nicht in Führung: In der siebten Minute rettete Torhüterin Merle Frohms in höchster Not gegen Emilie Haavi. Lena Oberdorf setzte dann mit einem beherzten Einsteigen ein Zeichen, musste die restliche Spielzeit aber gelbverwarnt überstehen. Zu diesem Zeitpunkt hatte der VfL schon den Ausfall von Roord verkraften müssen.

VfL Wolfsburg - AS Rom im Stenogramm:

Tore: 1:0 Pajor (24.), 2:0 Jonsdottir (40.), 2:1 Andressa Alves (42.), 3:1 Lattwein (52.), 4:1 Pajor (53.), 4:2 Haug (77.)
VfL Wolfsburg: Frohms - Wilms, Hendrich, Janssen, Rauch - Lattwein, Oberdorf (63. Hegering)- Huth (90.+3 Blomqvist), Roord (12. Jonsdottir), Popp (63. Brand) - Pajor (63. Waßmuth)
AS Rom: Ceasar - Bartoli, Wenninger, Linari, Minami - Greggi, Giugliano, Andressa Alves (75. Lazaro) - Glionna, Giacinti (63. Haug), Haavi (63. Haavi)

Die Niedersächsinnen brauchten ein bisschen, um bei Temperaturen um den Gefrierpunkt warm zu werden. Mit Großchancen von Alexandra Popp (20.) und Ewa Pajor (21.) war Stroots Team aber drin im Spiel und belohnte sich schnell: Jokerin Jonsdottir brach über links durch, und Pajor verwertete die halbhohe Hereingabe per Flugkopfball zum 1:0 (24.).

Das Tor tat dem Spiel gut. Rom spielte weiter nach vorn, aber auch Wolfsburg kam zu Chancen. In der 40. Minute legten die "Wölfinnen" nach: Ein Steilpass fand Jonsdottir, und die Isländerin jagte den Ball zum 2:0 unter die Latte. Dass die Norddeutschen nicht mit diesem beruhigenden Ergebnis in die Pause gingen, hatten sie sich selbst zuzuschreiben. Lena Lattwein leistete sich im Spielaufbau einen haarsträubenden Fehlpass. Und die zurückeilende Frohms machte beim Fernschuss von Andressa Alves auch nicht die beste Figur.

Doppelschlag ebnet den Weg zum Sieg

Doch diesen Fauxpas machte der VfL nach dem Seitenwechsel schnell wett. Nach einer Ecke ging es im Strafraum der Italienerinnen hoch her. Lattwein behielt dabei als Einzige kühlen Kopf und traf zum 3:1 (52.). Und keine 60 Sekunden später stand es 4:1. Popp schickte Svenja Huth über rechts, ihre butterweiche Flanke köpfte Pajor ein.

Die Römerinnen versuchten sich wieder an einer schnellen Antwort. Aber Haavi scheiterte frei vor Frohms wieder an der Torhüterin (57.). Die Italienerinnen gaben sich nicht auf - und ließen sich auch durch einen Wolfsburger Dreifachwechsel nicht irritieren. Gegen Annamaria Serturini war Frohms noch einmal zur Stelle (72.), Sophie Haug traf dann zum 2:4 aus italienischer Sicht (76.). Danach bekamen die "Wölfinnen" allerdings mehr Ruhe ins Spiel. Am Ende siegte Wolfsburg insgesamt verdient, zumal auch der VfL noch einige Chancen ungenutzt ließ.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 08.12.2022 | 23:03 Uhr