Die Kieler Handballer Hendrik Pekeler (l.) und Sander Sagosen.

Handball | Bundesliga THW Kiel ohne Sagosen und Pekeler trotzig: "Es muss gehen"

Stand: 06.06.2022 11:30 Uhr

Erst Hendrik Pekeler, nun Sander Sagosen: Mit großen Verletzungssorgen muss der THW Kiel in zwei Wochen das Final Four in der Champions League bestreiten - und in der Bundesliga die keineswegs sichere erneute Qualifikation für die Königsklasse schaffen.

"Im Handball passieren leider Dinge, die nicht passieren dürfen. Einen weiteren Spieler in dieser Phase der Saison zu verlieren, ist ein harter Schlag", kommentierte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi den Ausfall von Sagosen, der sich in der Partie gegen den HSV Hamburg schwer verletzte. Der Norweger zog sich eine Fraktur im linken Sprunggelenk sowie einen Riss der Syndesmose zu und wird den Kielern voraussichtlich bis zu acht Monate fehlen.

"Es ist brutal, dass wir innerhalb so kurzer Zeit zwei unserer Schlüsselspieler durch Verletzungen verloren haben", erklärte Trainer Filip Jicha auch mit Blick auf Pekelers Achillessehnenriss und schob hinterher: "Wir wissen aber auch, dass es ohne die beiden gehen muss."

Myrhol ist da - aber wer ersetzt Sagosen?

Immerhin: Auf der Kreisläufer-Position haben die Kieler mit dem norwegischen Rekordnationalspieler Bjarte Myrhol nachgelegt. In der Partie gegen die Hamburger erhielt der 40-Jährige viel Spielzeit und erzielte zwei Treffer.

"Es ist brutal, dass wir innerhalb so kurzer Zeit zwei unserer Schlüsselspieler verloren haben. Wir wissen aber auch, dass es ohne die beiden gehen muss."
— THW-Trainer Filip Jicha

Für die noch verbleibenden vier Saisonspiele - je zwei in der Bundesliga und in der Champions League - aber einen vertragslosen Rückraumspieler zu finden, der der Mannschaft helfen kann, dürfte für Szilagyi eine ungleich schwierigere Aufgabe werden.

Duvnjak: "Müssen als Mannschaft zusammenhalten"

"Wir sind natürlich glücklich, dass wir gewonnen haben, aber nach so einer Szene in der ersten Halbzeit kann ich mich nicht über den Sieg freuen. Ich bin traurig", sagte Domagoj Duvnjak nach der Partie in Hamburg, blickte aber trotzig voraus: "Es ist sehr schwer, die beiden zu ersetzen. Wir müssen als Mannschaft zusammenhalten, jeder muss noch mehr geben und dann werden wir sehen, was wir gegen Barcelona im Halbfinale erreichen können."

CL-Qualifikation: Ausgerechnet Flensburg kann helfen

Bevor aber am 18. Juni in Köln die Champions League ansteht, müssen die Kieler ihre Hausaufgaben in der Bundesliga erledigen, um auch im kommenden Jahr wieder in der Königsklasse spielen zu dürfen. Der dafür notwendige zweite Tabellenplatz ist angesichts von nur zwei Zählern Vorsprung auf die Füchse Berlin keinesfalls sicher.

Schon am Mittwoch (19.05 Uhr) müssen die "Zebras" bei den Rhein-Neckar Löwen antreten, die Berliner haben zeitgleich in Balingen die zumindest vom Papier her leichtere Aufgabe. Eine Woche später - am 12. Juni (15.30 Uhr) - könnte ausgerechnet Landesrivale SG Flensburg-Handewitt den Kielern Schützenhilfe leisten. Die Flensburger empfangen am letzten HBL-Spieltag die Füchse, während der THW ein Heimspiel gegen Göppingen hat.