Niklas Landin vom THW Kiel

Handball-Champions-League THW Kiel mit Trotz und Kampfeslust nach erster Pleite

Stand: 22.09.2022 11:23 Uhr

Nach sechs Pflichtspiel-Siegen hat der THW Kiel in dieser Saison erstmals verloren. Doch auch wenn der deutsche Rekordmeister beim 36:38 (14:17) bei RK Celje weit von seiner Bestform entfernt war, gaben sich die Kieler danach kämpferisch.

38 Gegentore in einem Spiel? "Das sind zu viele. Das ist nicht das, was wir mit unseren zwei großartigen Torhütern spielen wollen. Das darf uns eigentlich nicht passieren", sagte Rückraumspieler Nikola Bilyk. Die Statistik spricht Bände: Niklas Landin (am Sonntag ab 22.30 Uhr zu Gast im NDR Sportclub) und Tomas Mrkva kamen zusammen gerade mal auf neun Paraden.

"Und im Angriff lassen wir viele klare Chancen liegen, die wir im Normalfall reinmachen", ärgerte sich Bilyk. Viel klappte nicht bei den Schleswig-Holsteinern beim slowenischen Meister an einem Mittwochabend, der die erste Pleite der Saison nach zuvor sechs Pflichtspielsiegen mit sich brachte.

"Wir müssen jetzt aufstehen, die nächsten Schritte gehen, auf uns schauen und - vor allen Dingen - nicht den Kopf hängen lassen."
— THW-Rückraumspieler Nikola Bilyk

Durch die Niederlage beim slowenischen Meister hat der Plan der Kieler, in der Gruppe B einen der beiden ersten Plätze zu erreichen und so direkt in das Viertelfinale einzuziehen, schon am zweiten Spieltag der Vorrunde einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Schließlich warten in Titelverteidiger FC Barcelona, dem letztjährigen Finalisten KS Kielce aus Polen sowie dem dänischen Club Aalborg HB um Superstar Mikkel Hansen die ganz großen Aufgaben erst noch.

Kiel kann Personalsorgen nicht auffangen

Trainer Filip Jicha gab sich schon unmittelbar nach dem Abpfiff der Partie kämpferisch: "Wir werden aufstehen und weiter an uns arbeiten." Doch die Personalprobleme müssen Jicha und Co. erst einmal in den Griff bekommen. Neben den Langzeitverletzten Sander Sagosen und Hendrik Pekeler fehlten in Celje auch Kapitän Domagoj Duvnjak (familiäre Gründe) und Spielmacher Miha Zarabec (Rückenprobleme). Letztere plagten auch Steffen Weinhold.

Patrick Wiencek glänzte vorn mit starken zehn Treffern. Auf der anderen Seite konnte der Koloss seinem Team allerdings keine Sicherheit geben. Die Abwehr war löchrig wie der für Slowenien typische Bovec-Käse. Knapp zwei Jahre ist es her, dass die Defensive mal so viele Gegentore kassiert hat. Anfang Dezember 2020 waren es in Veszprem sogar noch drei mehr.

Jicha: "Celjer Abwehr am Rand der Brutalität"

"Wir haben alles probiert, aber Celje war dann auch auf der emotionalen Welle", analysierte Jicha: "Am Ende war es dann ein typisches Champions-League-Match mit ganz viel Kampf und einer Celjer Abwehr am Rand der Brutalität." Bilyk forderte: "Wir müssen jetzt aufstehen, die nächsten Schritte gehen, auf uns schauen und - vor allen Dingen - nicht den Kopf hängen lassen."

Teil drei der Kieler Auswärtstournee führt den THW bereits am Sonntag wieder in der Handball-Bundesliga zur stark gestarteten TSV Hannover-Burgdorf. Anwurf ist um 14 Uhr. In der "Königsklasse" empfangen die Norddeutschen am 29. September (18.45 Uhr) Ungarns Meister Pick Szeged.

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 25.09.2022 | 22:30 Uhr