THW Kiel kämpft sich durch: Sieg im Topspiel gegen Füchse Berlin

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THW Kiel kämpft sich durch: Sieg im Topspiel gegen Füchse Berlin

Von Matthias Heidrich

Der THW Kiel hält den Belastungen der Terminhatz stand. Am Sonntag gewann der deutsche Handball-Meister das Bundesliga-Spitzenspiel gegen die Füchse Berlin nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte mit 32:26 (13:16).

Die Kieler weisen mit 25:3 Zählern weiter die wenigsten Minuspunkte auf und haben damit im Titelrennen alle Trümpfe in der Hand. Spitzenreiter bleibt der spielfreie Vizemeister SG Flensburg-Handewitt (30:4), der drei Partien mehr absolviert hat. "Das war ein wichtiger Sieg", sagte Niklas Ekberg dem NDR. "Jedes Spiel ist jetzt quasi ein kleines Endspiel." Der schwedische Rechtsaußen, der gerade seinen Vertrag beim THW bis 2022 verlängert hat, war mit sechs Toren bester Werfer der Gastgeber.

Dienstag geht's weiter für Kiel

Bereits am Dienstag (20.45 Uhr) geht es für die Schleswig-Holsteiner in der Champions League mit dem Heimspiel gegen Celje weiter. Donnerstag (17 Uhr) steht erneut die "Königsklasse" auf dem Plan, wenn der THW Zagreb empfängt. Der Heimauftritt in der Liga am Sonnabend, den 6. März gegen die HSG Nordhorn-Lingen rundet die Wochen des Nachhol-Wahnsinns für die Kieler ab, bevor die deutsche Nationalmannschaft beim Olympia-Qualifikationsturnier in Berlin (12. bis 14. März) am Zug ist.

THW kommt schwer in Tritt

Nur 13 Tore und zwei genommene Auszeiten bis zur 25. Minute von THW-Trainer Filip Jicha: zwei Belege für eine unbefriedigende erste Hälfte der Kieler gegen den Hauptstadtclub. Nach den jüngsten Auftritten in der Champions League gegen Aalborg (28:26) und in Nantes (24:24) kamen die Schleswig-Holsteiner in der Liga gegen die Füchse nur schwer in Tritt. Das lag zum großen Teil auch an den Berlinern, die konzentriert in der Deckung arbeiteten und im Spiel nach vorne kaum Fehler leisteten. Das machte es den THW-Stars um den zu Beginn enttäuschenden Sander Sagosen und den zumindest phasenweise überzeugenden Domagoj Duvnjak schwer, zu einfachen Toren zu kommen.

THW Kiel - Füchse Berlin 32:26 (13:16)

Tore THW Kiel: Ekberg 6/2, Sagosen 6, Duvnjak 5, Dahmke 4, Reinkind 3, Pekeler 2, Wiencek 2, Ehrig 1, M. Landin 1/1, Weinhold 1, Zarabec 1
Füchse Berlin: Lindberg 7/4, Andersson 4, Holm 4, Wiede 3, Gojun 2, Kopljar 2, M. Vujovic 2, Drux 1, Milosavljev 1

Zudem fehlte dem deutschen Rekordmeister der letzte Schuss Durchschlagskraft. "Wir müssen was ändern", hatte Jicha bereits in der ersten Auszeit nach 13 Minuten gefordert. Das gelang seinem Team durch Einzelaktionen nur punktuell. Die Drei-Tore-Führung der Füchse zur Pause ging vollkommen in Ordnung.

Jicha-Team wendet das Blatt

In der Kabine hatten die THW-Profis ihrem Coach offenbar besser zugehört. Mit einem 4:0-Lauf nach Wiederanpfiff drehten die Hausherren das Spiel und gingen erstmals nach dem 2:1 (3.) wieder in Führung - 17:16 (35.). Mitte der zweiten Hälfte wendete sich das Blatt komplett. Daran änderte auch die Rote Karte gegen Steffen Weinhold (35.) nichts.

Die Füchse machten nun einige technische Fehler und Kiel kam immer besser ins Rollen. Rune Dahmke nutzte einige Tempogegenstöße konsequent, Niklas Landin im THW-Tor war nun auch besser im Spiel. Nach 48 Minuten lagen die "Zebras" mit 24:20 vorn und hatten die Partie im Griff. Die Füchse mühten sich, hatten aber nicht die Mittel, um konzentrierte Kieler noch einmal in Bedrängnis zu bringen. "Es war uns klar, dass wir uns steigern müssen. Wir haben in der zweiten Halbzeit in der Abwehr eine bärenstarke Leistung gezeigt. Wir haben dann auch mit kleinem Risiko gespielt und wenig Fehler gemacht", bilanzierte Landin.

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 28.02.2021 | 22:50 Uhr

NDR | Stand: 28.02.2021, 20:33

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