Im Livestream: Die Stimmen zum Handball-Derby Kiel - Flensburg

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Im Livestream: Die Stimmen zum Handball-Derby Kiel - Flensburg

Von Jan Kirschner

Es ist der erste große Höhepunkt der neuen Saison in der Handball-Bundesliga: Heute empfängt der deutsche Rekordmeister THW Kiel den ewigen Rivalen SG Flensburg-Handewitt - vor 9.000 Zuschauern. Die Partie jetzt hier im Livestream verfolgen.

Es ist der 12. September 2019. Die Arena in Kiel brodelt. Der gastgebende THW verdaut eine Schwächephase nach der Pause und wird von 10.250 Zuschauern zu einem 28:24-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt getragen. Es geht als das 101. Handball-Landesderby in die Annalen ein - und als das bislang letzte vor ausverkauftem Haus.

Der 105. Nord-Klassiker verspricht endlich wieder eine große Kulisse. "Auch ohne Zuschauer waren wir immer motiviert und fokussiert, aber ohne Atmosphäre fehlen die letzten Prozent", sagt THW-Kreisläufer Patrick Wiencek.

Flensburgs Svan: "Emotionen sorgen für Extra-Energie"

Die Derby-Freunde haben eine Durststrecke hinter sich. Im Frühling 2020 fiel es wegen der Corona-Pandemie sogar gänzlich aus. Als der THW am 26. September 2020 mit einem 28:24-Erfolg den Super Cup errang, waren in Düsseldorf nur 2.100 Zuschauer dabei. Am 18. Oktober bejubelten 2.400 Fans, wie der Gastgeber aus Kiel den Landesrivalen mit 29:21 überrollte. Und am 27. März drehten die Flensburger mit einem 31:28-Erfolg den Spieß um – vor einer Geisterkulisse.

Nun sind mit einem 2G-Modell 9.000 Zuschauer zugelassen. "Davon werden 8.700 gegen uns sein", sagt Lasse Svan. "Ich freue mich trotzdem, denn die Emotionen sorgen für Extra-Energie."

Szilagyi zur Fan-Rückkehr: "9.000 Neuzugänge"

Angesichts der Publikums-Rückkehr spricht THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi von "9.000 Neuzugängen in dieser Saison". Sein Verein zog bereits einen Dauerkarten-Verkauf durch. Im Gegensatz zu den Flensburgern, die noch viele Lücken auf den Rängen registrieren. Gegen Erlangen kamen 2.750 Interessierte, gegen Barcelona sogar nur 2.066. "Die Angst vor Ansteckung, das fehlende Bier danach, die Masken, das geänderte Prozedere mit den Tickets – das schreckt schon den einen oder anderen ab", sagte SG-Manager Dierk Schmäschke dem "Flensburger Tageblatt".

Momentum spricht für die Kieler

Die Woche lief für die beiden Nord-Clubs völlig unterschiedlich, wobei das Momentum vor dem 105. Landesderby für die Kieler spricht. Sie fertigten zunächst die MT Melsungen ab, bewältigten einen Reise-Marathon ins belarussische Brest erfolgreich und kehrten ohne Personalsorgen zurück. Die Flensburger indes mussten ein unerwartetes Remis gegen Erlangen verdauen, verloren am Donnerstag zu Hause gegen Barcelona und beklagen vier verletzte Rückraumspieler.

"Wir haben in der letzten Saison bewiesen, dass wir mit noch weniger gesunden Spielern gegen jeden Gegner bestehen können", erwähnt Svan trotzig. Und Linksaußen Hampus Wanne meint: "In einem Derby gewinnt meist die Mannschaft mit den besseren Torhütern – und unsere sind gut drauf." Das sind Benjamin Buric und der dänische Neuzugang Kevin Möller. Dessen Landsmann Niklas Landin, der wohl beste Keeper der Welt, steht auf der THW-Seite.

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 19.09.2021 | 13:30 Uhr

NDR | Stand: 19.09.2021, 15:20

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