Starker Start: Rostock dreht gegen Duisburg das Spiel

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Starker Start: Rostock dreht gegen Duisburg das Spiel

Von Christian Görtzen, NDR.de

Dem FC Hansa Rostock ist in der Dritten Liga ein Auftakt nach Maß gelungen. Die Norddeutschen gewannen am Sonnabend ihr Heimspiel gegen den Aufstiegskandidaten MSV Duisburg.

Bloß nicht zum Beginn der Saison "rumeiern" - das hatte Jens Härtel, Trainer des Fußball-Drittligisten FC Hansa Rostock, von seinem Team vor dem Heimspiel gegen den MSV Duisburg gefordert. Und das ist seiner Mannschaft vor 7.125 Zuschauern im Ostseestadion, von denen jene auf der Südtribüne einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen hatten, auch zweifelsfrei gelungen. Im Duell zweier nomineller Aufstiegskandidaten setzte sich Hansa am Sonnabend nach 0:1-Rückstand zur Pause noch verdient mit 3:1 durch. Es war im zweiten Pflichtspiel der zweite gute Auftritt der Rostocker - schon im DFB-Pokalspiel gegen den Bundesliga-Aufsteiger VfB Stuttgart hatte die Leistung gestimmt. Anders als bei jener Partie hielt sich der überwältigende Teil der Zuschauer dieses Mal an die Corona-Schutzmaßnahmen.

"Dass es nach hinten raus so gut läuft, das ist natürlich ein Traum", sagte Doppeltorschütze Pascal Breier dem NDR. Härtel: "Auf jeden Fall werden wir kräftig durchatmen. Das hatten wir lange nicht, dass wir zum Auftakt ein Spiel gewinnen. Aber wir sollten jetzt schön demütig bleiben."

Glück für Hansa bei Pepic-Chance

Partien ohne Publikum hatten zumindest in einem Punkt etwas Gutes: Spieler wurden nicht von Beginn an gnadenlos niedergepfiffen. Duisburgs Mirnes Pepic hätte vermutlich nichts dagegen gehabt, wenn es erst am kommenden Spieltag zum Ende der "Geisterspiele" gekommen wäre. Bei jedem Ballkontakt des Deutsch-Montenegriners, der im Sommer den FC Hansa Richtung Wedau verlassen hatte, ertönte in der ersten Hälfte ein gellendes Pfeifkonzert im Ostseestadion. Und als Pepic in der neunten Minute das Kunststück vollbrachte, einen Meter vor dem Tor über den Ball zu treten und so die herausragende Chance zur Führung zu vergeben, schlug ihm von den Rängen lautstarker Jubel und Gelächter entgegen. Es war aber lange Zeit die einzige gute Gelegenheit der "Zebras".

Rostock gerät in Unterzahl in Rückstand

Hansa agierte konzentriert in der Defensivarbeit, bei der sich Zugang Jan Löhmannsröben hervortat. Sobald die Duisburger die Mittellinie überquert hatten, gingen die Norddeutschen konsequent drauf. Und dann ging es ganz fix. Kurze, schnelle Zuspiele und spätestens beim dritten Kontakt der Pass in die Tiefe. So kam Offensivspieler Bentley Baxter Bahn zu einer guten Gelegenheit (28.). Als sich kurz darauf John Verhoek am linken Oberschenkel verletzte, sollte das weitreichende Folgen haben.

Bei eigener Unterzahl (Breier machte sich zur Einwechslung bereit) war das Hansa-Defensivspiel nicht mehr stimmig. Duisburg nutzte den Vorteil gnadenlos aus: Nach Balleroberung an der Rostocker Grundlinie, flipperte der Ball zunächst durch den Strafraum, bis Lukas Scepanik zum 1:0 (33.) für den MSV einschoss. Der Treffer erzielte Wirkung, plötzlich war die Überlegenheit der Mecklenburger dahin. So ging es mit dem Rückstand in die Kabine.

FCH dreht die Partie, Breier trifft doppelt

Mit zwei frischen Kräften (Nils Butzen und Korbinian Vollmann) machte Hansa sofort nach Wiederbeginn mächtig Druck. Nico Neidhart (46.) und Björn Rother (50.) vergaben noch gute Gelegenheiten zum Ausgleich. Im dritten Versuch war es vollbracht: Nach Eckball von Bahn köpfte Löhmannsröben mit Entschlossenheit zum 1:1 (56.) ein. Hansa wollte jetzt natürlich mehr - und erzwang mehr. Nach Steilpass aus dem Mittelfeld behauptete sich Breier im Laufduell mit Vincent Gembalies und traf, im Strafraum angekommen, zum 2:1 (66.).

Die Ostseestädter ließen nicht nach, und das zahlte sich aus: Breier erhöhte bald darauf auf 3:1 (76.). Und auch Hansa-Torhüter Markus Kolke trug viel zum Gewinn der drei Punkte bei, als er eine Top-Chance des Duisburgers Ahmet Engin (81.) zunichte machte. Danach geriet der Sieg der Gastgeber nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Dieses Thema im Programm:
Nordmagazin | 19.09.2020 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 20.09.2020, 15:36

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