SG Flensburg-Handewitt siegt mit großer Mühe gegen Stuttgart

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SG Flensburg-Handewitt siegt mit großer Mühe gegen Stuttgart

Von Christian Görtzen

Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt hat die Gelegenheit genutzt, in der Tabelle näher an den Rivalen THW Kiel heranzurücken - wenn auch mit großer Mühe. Durch einen Kraftakt gewann die SG mit 30:29 (14:15) gegen den TVB Stuttgart.

Der Erfolg tat sichtlich gut nach zwei Niederlagen hintereinander. Sowohl im Bundesligaspiel beim SC Magdeburg als auch in der Champions League beim ungarischen Vizemeister Veszprem hatte die Mannschaft von SG-Coach Maik Machulla zuletzt mit fünf Toren Rückstand verloren. Nach dem ersten Heimsieg der Saison weisen die Flensburger mit jetzt 9:5 Punkten als Tabellensechster nur noch einen Minuspunkt mehr auf als der THW Kiel, der zuvor das Spitzenspiel gegen Magdeburg mit 27:29 verloren hatte.

"Es ist alles andere als ein Selbstläufer in der Bundesliga. Das haben wir heute wieder gesehen. Wir haben uns extrem schwer getan. Im Handball brauchst du Selbstvertrauen. Das war ein richtig harter Kampf", sagte Machulla nach dem Spiel und freute sich über die Zuschauer in der Halle: "Die Atmosphäre hier ist einzigartig. Wir haben ein Jahr die Fans vermisst, die sind jetzt endlich wieder da."

Flensburg mit enttäuschender erster Hälfte

Nicht nur Kiel verkündete vor seinem Heimspiel gegen den SCM personelle Entscheidungen, auch die SG tat es. Die Nachricht, dass der Vertrag mit dem abermals verletzten Rückraumspieler Franz Semper bis 30. Juni 2024 verlängert worden ist, sorgte für großen Applaus in der mit 2.706 Zuschauern besetzten Flensburger Arena.

Für die SG lief es wenig später erst ziemlich gut und dann gar nicht mehr. Aus einem 2:0 wurde so ein 2:5 (7.). Machulla legte aber noch nicht die grüne Karte auf den Zeitnehmertisch. Er vertraute stattdessen darauf, dass seine Spieler ohne taktische Instruktionen zurück in die Spur finden würden. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Nach dem ersten Vier-Tore-Rückstand (6:10/17.) nahm Machulla die Auszeit.

Die Norddeutschen berappelten sich danach etwas, blieben aber weiterhin deutlich unter ihren Möglichkeiten. Immerhin: Der Rückstand wurde reduziert, zur Pause lag der Vizemeister gegen den Abstiegskandidaten knapp mit 14:15 hinten.

SG Flensburg-Handewitt - TVB Stuttgart 30:29 (14:15)

Tore Flensburg: Wanne 9/3, Svan 7, Gottfridsson 4, Hald 4, Mensing 3, Larsen 2, Golla 1
Tore Stuttgart: Zieker 9/6, Lönn 5, Hanusz 4, Augustinussen 3, Peshevski 3, Schulze 3, Runarsson 1, Weiß 1
Zuschauer: 2.706
Strafminuten: 6/8

SG mit guten Nerven in der Schlussphase

Aus der Kabine kamen die Flensburger mit einer anderen Körpersprache. Es war zu erkennen, dass sie die Wende schaffen wollten, und zwar zügig. Vor allem in der Offensive nutzten sie die Chancen nun gut: Aaron Mensing, Lasse Svan und Mads Mensah Larsen machten mit ihren Treffern aus einem 16:17 (34.) ein 19:17 (37.), bald darauf hieß es gar 24:20 (45.). War es das?

Keineswegs, denn die SG ließ es einmal mehr schleifen, und so hieß es nach 50 Minuten 25:25. Die Flensburger waren nun gefordert - und sie lieferten in der Schlussphase. Sie behielten die Nerven und zogen wieder davon. Das Tor von Jim Gottfridsson zum 30:27 (58.) entschied die Partie vorzeitig. Erfolgreichster SG-Spieler war Hampus Wanne mit neun Treffern.

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 24.10.2021 | 22:50 Uhr

NDR | Stand: 24.10.2021, 21:36

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