NDR-Sport RL Nord: VfB Oldenburg Meister - jetzt gegen BFC Dynamo

Stand: 22.05.2022 17:46 Uhr

Das erste Saisonziel ist erreicht. Am Sonnabend holte sich der VfB Oldenburg durch ein 1:1 (1:0) gegen Holstein Kiel II die Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga Nord. Nun folgen zwei Aufstiegsspiele gegen den Nordost-Champion BFC Dynamo.

Als der Schlusspfiff im Marschweg-Stadion ertönte, gab es kein Halten mehr. Die Spieler des VfB Oldenburg sprangen wild über den Rasen, fielen einander um den Hals, und auf den Rängen sangen und jubelten die Fans der Blau-Weißen. Die erste Stufe für die seit 1997 ersehnte Rückkehr in den Profifußball haben die Niedersachsen mit dem Titel in der Regionalliga Nord erreicht.

"Wir feiern erst einmal mit angezogener Handbremse", sagte Kapitän Max Wegner dem NDR angesichts der noch ausstehenden zwei Spiele. Im Aufstiegsduell mit den Berlinern reist die Mannschaft von VfB-Trainer Dario Fossi am 28. Mai zunächst zum Rekordmeister der DDR-Oberliga. Am 4. Juni findet das Rückspiel in Oldenburg statt. Die genauen Ansetzungen stehen noch aus.

BFC Dynamo muss Bürgschaft hinterlegen

Für den BFC Dynamo wäre der Aufstieg die erste Teilnahme im gesamtdeutschen Profi-Fußball, da die Berliner sich in der letzten Saison der DDR-Oberliga nicht für die Bundesliga und die Zweite Liga qualifizieren konnten.

Allerdings müssen die Hauptstädter für die Teilnahme an der höheren Klasse bis zum 1. Juni um 17 Uhr noch eine Bürgschaft in Höhe von 900.000 Euro beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hinterlegen. Der Verein will die Summe durch die Akquise neuer Sponsoren sowie durch Spenden stemmen. Zu jenem Zeitpunkt, an dem sich Oldenburg die Nord-Meisterschaft gesichert hatte, betrug die aktuelle Spendensumme für den BFC 304.231 Euro.

Viel Arbeit auch für Oldenburg im Falle eines Aufstiegs

Auch der VfB müsste für den Sprung in die Dritte Liga einiges leisten, wenn auch nicht in einem solchen Maße wie der Gegner. Nach NDR Informationen verlangt der DFB bis zum 31. Mai die Benennung eines Ausweichstadions.

Das heimische Marschweg-Stadion ist mit 15.200 Plätzen zwar groß genug - die Mindestkapazität beträgt ab der kommenden Saison 5.000 Ränge. Es existieren aber andere Probleme. Es fehlt eine Rasenheizung, nach 18.30 Uhr darf aus Lärmschutzgründen nicht gespielt werden, zudem verfügt das 1951 eröffnete Stadion über keine vom DFB von Drittligisten geforderte Flutlichtanlage. Möglicherweise gibt es aber wie beim VfB Lübeck vor zwei Jahren eine Ausnahmegenehmigung, die zumindest tagsüber Spiele im Marschweg-Stadion erlaubt.

VfB-Präsident Sidka hofft auf Hilfe der Stadt

Grundsätzlich muss sich der VfB aber um eine Alternative bemühen. "Das sind Aufgaben, die wir noch lösen müssen. Und das werden wir sicherlich nicht ganz allein können. Da brauchen wir Unterstützung", sagte VfB-Präsident Wolfgang Sidka dem NDR. Adressiert ist letzter Satz an die Stadt Oldenburg. Die plant in der Tat schon den Bau eines neuen Stadions. Auch ein möglicher Standort ist mit dem Veranstaltungsgelände an der Weser-Ems-Halle schon gefunden. Die Kosten für den Neubau werden auf bis zu 40 Millionen Euro geschätzt.

Allerdings würde bis zur Fertigstellung noch viel Zeit ins Land ziehen. Diskutiert wird daher beim Club die Option, im Aufstiegsfall die Heimspiele im 60 Kilometer entfernten Wilhelmshaven auszutragen. Es wären aber Probleme, denen sich die Oldenburger gerne stellen würden. Hieße es doch, dass sie nach so vielen Jahren in der Fünf- und Viertklassigkeit endlich den Sprung in die Dritte Liga geschafft hätten.

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Hallo Niedersachsen | 21.05.2022 | 19:30 Uhr