Regionalliga Nord: VfB Oldenburg fordert Aufstiegsrunde

Spielszene Oldenburg gegen Rheden in der Regionalliga Nord

NDR-Sport

Regionalliga Nord: VfB Oldenburg fordert Aufstiegsrunde

In den kommenden Tagen wird das Präsidium des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) über den Saison-Abbruch in der Regionalliga Nord entscheiden. Die Teams haben sich mehrheitlich dafür ausgesprochen. Absteiger soll es nicht geben. Doch die Aufstiegsfrage ist heikel.

Zwar hatte die Videokonferenz der 22 Clubs mit dem NFV-Spielausschuss in der vergangenen Woche ein deutliches Meinungsbild ergeben, dass der TSV Havelse als Spitzenreiter der Staffel B aufgrund der Quotientenregelung die Aufstiegsspiele zur Dritten Liga gegen den Meister der Regionalliga Bayern bestreiten soll. Doch mit diesem Vorschlag, den der Spielausschuss dem NFV-Präsidium unterbreiten wird, ist der VfB Oldenburg nicht einverstanden.

Der Tabellenvierte der B-Staffel hat den Verbandsspielausschuss-Vorsitzenden Jürgen Stebani in einem offenen Brief dazu aufgefordert, bei der Entscheidung über den Teilnehmer zur Aufstiegsrelegation "die Interessen aller Vereine, die eine Lizenz für die Dritte Liga beantragt haben", zu berücksichtigen.

Sechs Nord-Regionalligisten wollen aufsteigen

Neben dem früheren Zweitligisten haben Teutonia 05 Ottensen und Havelse sowie der Hamburger SV, Hannover 96 und VfL Wolfsburg für ihre Nachwuchsmannschaften beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) einen Antrag auf eine Drittliga-Spielgenehmigung eingereicht. Der VfB fordert vom NFV, dass diese Vereine das "Angebot" erhalten müssen, "sich in einem sportlich fairen Wettbewerb für die Relegationsspiele gegen den Meister der Regionalliga Bayern zu qualifizieren".

Und die Oldenburger machen in dem von Geschäftsführer Michael Weinberg unterzeichneten offenen Brief auch zwei Vorschläge zur Ermittlung des Nord-Relegationsteilnehmers. "Dies könnte in Form einer Aufstiegsrunde mit Hin- und Rückspielen oder auch in einem Turniermodus erfolgen", heißt es.

Lizenz-Antrag für den VfB ein "finanzieller Kraftaufwand"

Dass der VfB sich der mehrheitlichen Meinung seiner Staffelrivalen in der Aufstiegsfrage nicht anschließen möchte, hat nicht nur sportliche Gründe. Der niedersächsische Club wies in seinem Schreiben mehrfach auf die finanziellen und organisatorischen Bemühungen der "Lizenz-beantragenden Vereine" hin. Für die Huntestädter sei es ein "finanzieller Kraftaufwand" gewesen, die Drittliga-Spielgenehmigung zu beantragen. Zudem sei man davon ausgegangen, dass der NFV eine Fortsetzung des Spielbetriebes "ernsthaft anstreben" würde, was gleichbedeutend mit der Chance verbunden gewesen wäre, sich sportlich für die Relegationsspiele zu qualifizieren.

Das eigentliche Ziel der Videokonferenz am vergangenen Dienstag, einen Sonderstatus bei den Landesregierungen zu erwirken und damit die Saisonfortsetzung zu sichern, sei "nicht ernsthaft verfolgt" worden, kritisierte der VfB.

Quotientenregelung wird in Abstiegsfrage nicht angewandt

Sollte das NFV-Präsidium Havelse aufgrund der Quotientenregelung zum Teilnehmer der Relegationsspiele bestimmen, könnte dies also möglicherweise ein juristisches Nachspiel haben. Denn der VfB bezieht sich bei seiner Forderung nach einer Aufstiegsrunde auch auf die Mehrheitsentscheidung der Regionalligisten, dass es keine Absteiger geben wird, weil die Tabelle dies ob der wenigen absolvierten Partien nicht rechtfertigt.

"Nicht nachvollziehbar ist aber, warum diese Argumentation keine Anwendung in der Aufstiegsregelung findet? Warum findet hier die Quotientenregelung Anwendung und der TSV Havelse wird als Meister bestimmt?", heißt es in dem offenen Brief.

Dieses Thema im Programm:
Hallo Niedersachsen | 13.04.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 14.04.2021, 10:07

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