Pferdesport: Turnierverbot in Deutschland endet Ende März

Ein Tierarzt untersucht ein Pferd.

NDR-Sport

Pferdesport: Turnierverbot in Deutschland endet Ende März

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat keine Hinweise auf eine weitere Herpes-Ausbreitung und hebt den Veranstaltungsstopp auf.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) wird das geltende Turnierverbot wegen einer Herpes-Ausbreitung zum 29. März beenden. Das beschloss die FN mit ihren Mitglieds- und Anschlussverbänden. Allerdings gilt bis zum 11. April die Einschränkung, dass bei den Turnieren keine Pferde vor Ort eingestallt werden oder übernachten dürfen. Die Aufhebung des Veranstaltungsstopps betrifft nur nationale Turniere, wie der deutsche Verband am Montag noch einmal unterstrich.

Der Weltverband FEI hatte zuvor bis zum 11. April alle internationalen Turniere in mehreren europäischen Ländern verboten - darunter auch Deutschland.

Christina Schwanitz und Isabell Werth

Verfügbar bis 31.12.2099


Verband: Virus hat sich nicht über Ställe hinaus verbreitet

"Wir wissen nach heutigem Stand, dass die betroffenen Reiter*innen ihre Pferde nach der Rückkehr im Heimatstall unter Quarantäne gestellt und die notwendigen Hygienemaßnahmen ergriffen haben. Wir haben keine Hinweise darauf, dass sich das Virus über die Ställe der Rückkehrer hinaus verbreitet hat. Das war das Ziel des Veranstaltungsstopps der vergangenen Wochen. Deshalb können wir es jetzt verantworten, ab dem 29. März in die Freiluft-Saison zu starten", erklärte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

Werth: "Erfahrungsgemäß Mitte April ausgestanden"

Auch Dressurreiterin Isabell Werth hat ihren Stall auf ihrem Hof in Rheinberg aktuell abgeriegelt. "Im Moment dürfen keine Pferde rein oder raus", sagte die sechsmalige Olympiasiegerin im Sportschau-Olympia-Podcast. Die 51-Jährige ("Meine Pferde sind alle geimpft") hat großen Respekt vor dem Virus.

"Wir haben vor vier oder fünf Jahren Herpes im Stall gehabt. Das ist bitterer Ernst. Das wünsche ich meinem schlimmsten Feind nicht."
— Isabell Werth

Ihre Erfahrung lässt die Dressur-Ikone allerdings auch optmistisch in die nähere Zukunft blicken. "Herpes ist ein Virus, das uns immer wieder von Ende Januar bis in den April begleitet, mal mehr, mal weniger stark", sagte Werth. "Erfahrungsgemäß sollte das Herpes-Virus Mitte April ausgestanden sein."

Bisher 17 Pferde an Herpes-Virus gestorben

Auf dem Hof des deutschen Reiters Sven Schlüsselburg haben unterdessen drei weitere Stuten infolge einer Herpes-Infektion ihre Fohlen verloren. Der 39-Jährige ist besonders stark von dem Ausbruch betroffen. Zwei seiner Pferde waren schon vor mehreren Tagen gestorben, und bereits sechs seiner Stuten hatten verfohlt, wie es in der Fachsprache heißt. Schlüsselburgs Pferde Bud Spencer und Nascari sind inzwischen gesund aus Doha nach Europa zurückgekehrt. Beide waren in Valencia, ehe sie in Katars Hauptstadt geflogen und dort positiv getestet wurden. Nach mehreren Wochen konnten sie nun gesund die Quarantäne verlassen.

Bisher sind laut FEI 17 Pferde an dem Herpes-Virus gestorben. Begonnen hatte das Infektionsgeschehen bei einer Turnierserie im spanischen Valencia.

Dieses Thema im Programm:
Sportreport | 22.03.2021 | 19:25 Uhr

NDR | Stand: 23.03.2021, 11:34

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