Nordhorn-Lingen wie ein Absteiger, Hannover-Burgdorf remis

Georg Pöhle von der HSG Nordhorn-Lingen (M.)

NDR-Sport

Nordhorn-Lingen wie ein Absteiger, Hannover-Burgdorf remis

Von Christian Görtzen

Der abstiegsbedrohte Handball-Bundesligist HSG Nordhorn-Lingen enttäuschte am Donnerstagabend bei der HSG Wetzlar auf ganzer Linie und ging mit 26:35 (9:20) unter. Die TSV Hannover-Burgdorf kam zu einem 27:27 (13:12) gegen die Füchse Berlin.

Fünf Punkte Rückstand sind es für Nordhorn-Lingen auf einen Nichtabstiegsrang. Nach der Vorstellung in Wetzlar erscheint es als sehr fraglich, ob die Niedersachsen diesen noch aufholen können. Zumindest am 30. Spieltag standen sie komplett auf verlorenem Posten - am Sonntag geht es in Ludwigshafen fast schon um alles. Hannover-Burgdorf musste sich nach zuletzt drei Siegen hintereinander (gegen Wetzlar, in Coburg und Lemgo) zu Hause gegen Berlin mit einem Punkt zufrieden geben. Den möglichen Sieg gaben die "Recken" in den letzten Minuten der Partie aus den Händen.

Nordhorn-Lingen mit desaströsem Beginn

Alle Fans der HSG Nordhorn-Lingen, die sich durch den Heimsieg gegen Schlusslicht Coburg einen Schub erhofft hatten, wurden bitter enttäuscht. Die Norddeutschen boten im Spiel in Wetzlar in der ersten Viertelstunde eine desaströse Leistung. Insgesamt war der Auftritt im ersten Abschnitt nicht bundesligatauglich. Nordhorn wurde von ersatzgeschwächten Gastgebern, denen viele Stammkräfte im Rückraum fehlten, auseinandergenommen - ganz gleich, ob es der Abstiegskandidat mit einer 3-2-1- oder einer defensiven 6-0-Deckung versuchte. Nach 17 Minuten hieß es 3:13, und damit war für die Mannschaft aus der Grafschaft Bentheim die Partie de facto schon verloren. Zur Pause sah es mit einem 9:20 sogar noch etwas schlechter aus.

HSG Wetzlar - HSG Nordhorn-Lingen 35:26 (20:9)

Tore Wetzlar: Björnsen 7, Rubin 6, Holst 4/1, Lindskog 4, Mellegard 3, Mirkulovski 3, Srsen 3, Fredriksen 2, Gempp 2, Weissgerber 1
Tore Nordhorn-Lingen: R. Weber 8/5, Vorlicek 4, Kalafut 3, Mickal 3, Miedema 2, Possehl 2, Pöhle 2, Stegefelt 1, Torbrügge
Strafminuten: 4/8

Für die große Trotzreaktion nach Wiederbeginn fehlten der Mannschaft von Trainer Daniel Kubes die Mittel. Wetzlar hielt den deutlichen Vorsprung, ohne Außergewöhnliches leisten zu müssen. Nach 43 Minuten hieß es aus Sicht der Norddeutschen 17:29. Die Hessen ließen es in der Schlussphase dann aber etwas schleifen, sodass Nordhorn noch Ergebniskosmetik betreiben konnte und am Ende "nur" mit 26:35 unterlag.

"Recken" lassen sich von Wechselgerüchten um Ortega nicht beirren

Es war ein turbulenter Abend für die Mannschaft von Trainer Carlos Ortega, über den im Vorfeld der Partie viel berichtet worden war. Nach Informationen der spanischen Zeitung "Sport" wird der 49 Jahre alte Spanier im Sommer beim FC Barcelona Nachfolger von Xavi Pascual. Für die Barça-Trainerlegende ist trotz eines bis 30. Juni 2022 laufenden Vertrages und bislang 59 errungenen Titeln nach dieser Saison Schluss. Ortega trainiert die TSV seit 2017 und hat mit dem Club zweimal einen Europapokal-Platz erreicht und ihn dreimal ins Final Four des DHB-Pokals geführt.

TSV Hannover-Burgdorf - Füchse Berlin 27:27 (13:12)

Tore Hannover-Burgdorf: Hanne 5, J. Hansen 5/2, Böhm 4, Pevnov 3, Büchner 2, Cehte 2, Martinovic 2, Mävers 2, Jönsson 1, Krone 1
Tore Berlin: Lindberg 9/3, Drux 5, Kopljar 3, Andersson 2, Koch 2, Matthes 2, Gojun 1, Holm 1, Michalczik 1, Wiede 1
Strafminuten: 6/6
Disqualifikation: Böhm (34.) / -

Im Heimspiel gegen Berlin war nichts davon zu sehen, dass die Gerüchte um Ortega die Mannschaft irritiert hätten. Die "Recken" fanden sehr gut in die Partie, Nationalspieler Fabian Böhm erzielte das 4:1 (9.). Mehr als drei Tore Vorsprung gestatteten die Füchse ihrem Gegner aber nicht. Berlin wurde zunehmend stärker, glich zum 8:8 (20.) aus und ging selbst mit 12:10 (26.) in Führung. Wie reagierte Hannover darauf? Herausragend! Dank eines 3:0-Laufes gingen die Niedersachsen mit einem 13:12 in die Pause.

Mit seinem vierten Treffer sorgte Böhm für das 16:13 (34.). Wenige Sekunden später war für den Rückraumspieler jedoch aufgrund einer Roten Karte (35.) die Partie früh beendet. Die Gastgeber ließen sich dadurch aber nicht aus der Bahn werfen. Sie agierten weiter konzentriert - und hielten zunächst den Vorsprung. Knapp dreieinhalb Minuten vor dem Ende sorgte Martin Hanne für das 27:24. Doch Berlin kam noch einmal zurück. Bei den "Recken" lief nur noch wenig. Sie kassierten noch drei Gegentore und mussten sich so mit nur einem Punkt begnügen.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 13.05.2021 | 23:03 Uhr

NDR | Stand: 13.05.2021, 21:54

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