Fußball | Bundesliga Bundesliga-Relegation: HSV will "Fans und Stadt glücklich machen"

Stand: 23.05.2022 16:52 Uhr

Heute Abend empfängt der Hamburger SV im heimischen Volksparkstadion Hertha BSC zum Relegations-Rückspiel. Nach dem 1:0-Erfolg im Hinspiel in Berlin ist für die Hanseaten der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga zum Greifen nah.

Jonas Meffert und die Relegation, das ist bislang keine Erfolgsgeschichte. Zweimal schon hat der 27-Jährige mit Zweitligisten trotz guter Ausgangspositionen den ersehnten Bundesliga-Aufstieg verpasst. 2015 verlor Meffert mit Karlsruhe nach dem 1:1 beim HSV das Rückspiel 1:2 nach Verlängerung, im vergangenen Jahr folgte mit Holstein Kiel auf das 1:0 in Köln eine bittere 1:5-Pleite.

Nun liegt Meffert mit dem HSV wieder in der Relegation vorne, von einem Déjà-vu vor dem Rückspiel heute Abend (20.30 Uhr, im NDR Livecenter) will der Mittelfeldspieler jedoch nichts hören: "Das kann man absolut nicht vergleichen. Mit Kiel war damals schon das 1:0 in Köln glücklich. Der FC hatte richtig viele gute Chancen. Diesmal ist es eine andere Situation."

Ex-Torwart Golz sieht den HSV im Vorteil

In der Tat: Nach dem bärenstarken Zweitliga-Schlussspurt mit fünf Siegen in Serie holte der HSV einen Rückstand von sieben Punkten auf und schaffte den noch Anfang April kaum noch für möglich gehaltenen dritten Tabellenplatz. Die Hertha hingegen schien schon gerettet und rutschte am letzten Bundesliga-Spieltag auf den Relegationsplatz ab. "The Trend is your friend", sieht Ex-HSV-Torwart Richard Golz im NDR Interview die Hamburger deshalb im Vorteil: "Man hat im Hinspiel gesehen, dass die Hertha viel zu verlieren hatte, und dass es eine Last für die Spieler war. Auf mich haben die sehr gelähmt gewirkt."

"Ich würde es Felix Magath wünschen, dass er erfolgreich ist, aber nicht gegen den HSV."
— Ex-HSV-Torwart Richard Golz

Hertha-Trainer Felix Magath widerspricht und sieht die Situation psychologisch zugunsten der Berliner gedreht: "Im Moment sind wir raus und können nur noch gewinnen. Jetzt hat der HSV etwas zu verlieren", erklärte der 68-Jährige, für den sich die Relegationsduelle wie Europapokalspiele anfühlen: "Es gibt im Fußball so viele Beispiele für das Wettmachen von Rückständen nach dem ersten Spiel."

HSV-Coach Walter: "Wir sind überzeugt von uns"

Den Druck, den Magath dem HSV zugeschoben hat, nahm dessen Trainerkollege gerne an. "Druck ist ein Privileg. Wir arbeiten dafür, in solchen Situationen zu bestehen", sagte HSV-Coach Tim Walter am Sonntag. Sein Team habe "gefühlt seit Wochen Endspiele" und sei entsprechend selbstbewusst und optimistisch: "Jeder weiß, dass wir total auf das Spiel fokussiert sind und eine wahnsinnige Vorfreude empfinden. Man hat gesehen, wozu die Jungs im Stande sind. Wir sind mutig und überzeugt von uns."

"Alle im Verein sprühen vor Energie und diese werden wir morgen auch auf den Platz bringen."
— HSV-Coach Tim Walter

Gleichwohl mahnte der 46-Jährige vor zu großer Euphorie: "Es besteht keine Zeit, über ein 'Was wäre wenn?' nachzudenken. Wir stehen erst in der Halbzeit und Montag geht's weiter." Nach dem Hinspiel sei es wichtig gewesen, "zu regenerieren und wieder zu Power zu kommen". Walter setzt auch auf die Unterstützung der Fans im ausverkauften Volksparkstadion: "Wir haben es geschafft, alle zu emotionalisieren und mitzunehmen. Jetzt möchten wir die Fans und die Stadt glücklich machen."

Jatta, Meffert und Vuskovic wohl einsatzfähig

Das angeschlagene Trio Bakéry Jatta, Jonas Meffert und Mario Vuskovic packt Walter in Watte: "Wir steuern das Ganze individuell, damit wir mit der bestmöglichen Mannschaft antreten können." Einen vorsichtig taktierenden HSV dürften die Zuschauer nicht zu sehen bekommen: "Auf keinen Fall! Wer uns kennt und unsere Saison gesehen hat weiß genau, dass wir versuchen, Fußball zu spielen, egal gegen wen. Wir wollen so mutig spielen wie der Trainer es von uns erwartet", sagte Meffert und hofft, dass die Relegation so für ihn im dritten Anlauf endlich zu einer Erfolgsgeschichte wird.

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 22.05.2022 | 22:30 Uhr