HSV will Dresden mit Mut und mentaler Stärke bezwingen

HSV-Spieler Sonny Kittel (r.) in der DFB-Pokalbegegnung mit Dynamo Dresden am 14. September 2020

NDR-Sport

HSV will Dresden mit Mut und mentaler Stärke bezwingen

Nach dem 3:1-Sieg auf Schalke will Fußball-Zweitligist Hamburger SV auch das erste Heimspiel erfolgreich gestalten. Am Sonntag kommt das ebenfalls mit drei Punkten gestartete Team von Dynamo Dresden in den Volkspark.

17.100 Zuschauer sind für die Partie (13.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) im Hamburger Stadion zugelassen. Einer von ihnen wird Vereinsikone Uwe Seeler sein. Das hat der 84-Jährige angekündigt, der sich einen Sieg seines HSV wünscht. "Klar, wir wollen gewinnen. Wir sind hier zu Hause", stellte Trainer Tim Walter klar. Aber Dresden werde sich bestimmt nicht klein machen, ist sich der Coach sicher. Dynamo entwickele eine große Explosivität nach vorne. Er rechne damit, dass der Gegner - nach dem 3:0 gegen Ingolstadt immerhin Tabellenerster - mit breiter Brust auftreten werde.

Walter: "Es wird ein munteres Spiel"

Wichtig sei es für seine Elf, mutig zu sein. Das hatte der HSV vor allem in der zweiten Halbzeit beim Sieg in Sieg in Gelsenkirchen gezeigt und attraktiven Fußball gezeigt. Wenn es gelinge, diesen Einsatz im ganzen Spiel an den Tag zu legen, dann sehe es sehr gut aus, so Walter. Seine Mannschaft müsse kompakt stehen und intensiv verteidigen. "Es wird ein munteres Spiel und wir wollen die Oberhand behalten", gibt der der 45 Jahre alte Trainer die klare Richtung vor.

Von anderen Spitzensportlern lernen

Für einen Sieg sei zudem mentale Stärke wichtig. Diese könne man sich gut bei anderen Spitzenathleten abgucken, sagte Walter. Er habe sich bei den Olympischen Spielen von Tokio das Match des Bronzemedaillengewinners im Tischtennis, Dimitrij Ovtcharov, und das von Tennis-Ass Alexander Zverev angesehen, der jetzt im Finale um Gold steht. Beide hätten sich aus prekären Lagen wieder herausgekämpft.

Amadou Onana nicht dabei

Beim Kampf um den Sieg gegen Dresden wird Mittelfeld-Talent Amadou Onana nicht dabei sei. Der 19-Jährige steht vor dem Absprung zum OSC Lille. Er sei womöglich "schneller gewachsen als der HSV", so Walter über die Hintergründe. Der Trainer sprach von "einem weinenden und einem lachenden Auge". Zum einen würde natürlich die Qualität Onanas fehlen. Zum anderen könnte der Zweitligist bis zu neun Millionen Euro für den im Vorjahr ablösefrei von der TSG 1899 Hoffenheim geholten Jungstar aus Belgien erhalten.

Coach Schmidt: "Ehrfurcht ist fehl am Platz"

Dynamo-Trainer Alexander Schmidt sieht sein Team für das Spiel gegen die Hanseaten gut vorbereitet. "Ich habe mir Tim Walters Spielweise zu Gemüte geführt. Da sind Muster zu erkennen. Es ist gar nicht so wild, wie man darstellt. Sie haben auch klare Abläufe", erklärte der 52 Jahre alte Coach. Gegen den dominanten Spielstil der Hanseaten will Schmidt mutig agieren lassen. Das habe er seinen Spielern eingeimpft. "Zu mutig gibt es bei der Mannschaft gar nicht", erläutert der Trainer. Ins "offene Messer" wolle seine Elf aber nicht rennen. Dennoch gilt: "Wir dürfen nicht wie die Mäuse Angst vor dem Volkspark haben. Ehrfurcht ist fehl am Platz."

Nach dem 3:0-Auftakterfolg gegen Ingolstadt hat Schmidt ein wenig auf die Euphoriebremse getreten. Abwehrspieler Michael Sollbauer ist sich sicher: Wir haben das 3:0 gegen Ingolstadt gut eingeordnet." Auch sein Trainer hat in den vergangenen Trainingseinheiten die notwendige Lockerheit und Gier wahrgenommen. Der erfahrene Sollbauer hat daran sicherlich seinen Anteil - auch an Schmidts Serie: Siebenmal blieb Dynamo unter dem gebürtigen Augsburger ungeschlagen und ohne Gegentor. Das soll im besten Fall auch gegen den HSV so bleiben, auch wenn der Favorit sei, so Sollbauer.

So könnten sie spielen:

Hamburger SV: Heuer Fernandes - Gyamerah, David, Schonlau, Leibold - Meffert - Reis, Kinsombi - Jatta, Glatzel, Kittel

Dynamo Dresden: K. Broll - M. Schröter, Sollbauer, Knipping, C. Löwe - Y. Stark - L. Herrmann, Kade - Königsdörffer, Daferner, Borrello

Dieses Thema im Programm:
Hamburg Journal | 30.07.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 30.07.2021, 17:26

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