HSV-Vorstand Wüstefeld: "Können mit Stadionsanierung starten"

Stand: 14.08.2022 22:30 Uhr

Fußball-Zweitligist Hamburger SV kann zeitnah mit der Sanierung des Volksparkstadions beginnen. Vorstand Thomas Wüstefeld sagte dem NDR, dass eine Lösung für die Finanzierung der Arena gefunden worden sei.

"Wir werden ab der kommenden Woche mit der Modernisierung des Volksparkstadions aktiv starten", erklärte der Finanzvorstand am Sonntag. Er habe dem Aufsichtsrat der HSV Fußball AG am vergangenen Freitag "die Lösung und das Vorgehensmodell" für die mindestens benötigten 23 Millionen Euro präsentiert und anschließend grünes Licht von den Kontrolleuren erhalten, in die Vertragsgespräche mit den Geldgebern einzusteigen, sagte Wüstefeld. Er sei sehr guter Dinge, dass er die Unterschriften unter die Verträge bekomme.

HanseMerkur als Geldgeber? Stadt als Bürge im Gespräch

Nach Informationen von NDR und "Hamburger Abendblatt" handelt es sich bei dem für die Stadionsanierung akquirierten Geldgeber um die Versicherungsgruppe HanseMerkur, die sich bereits als Trikotsponsor beim HSV engagiert. Als Bürge für das Millionen-Darlehen ist die Stadt Hamburg im Gespräch - neue Diskussionen über die Verwendung von Steuergeldern dürften damit programmiert sein.

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EM-Spiele nicht in Gefahr: "Sind voll im Zeitplan"

Die Sanierungskosten für das Volksparkstadion sollen bis zu 40 Millionen Euro betragen. Allein die Erneuerung der 44.000 Quadratmeter großen Dachmembran wird wohl einen Anteil von zwölf bis 14 Millionen Euro verschlingen. Kosten, die der hochverschuldete HSV aus eigener Kraft nicht begleichen kann. Ohne die Modernisierung der Arena droht dem Zweitligisten der Entzug der Europameisterschaftsspiele 2024. Doch diese Gefahr ist nun offenbar gebannt.

"Wir sind voll im Zeitplan. Wir mussten ein bisschen nachjustieren, das eine oder andere neu gestalten und besprechen und mit neuen Modellen agieren. Das ist alles sehr positiv verlaufen und jetzt gehen wir in die Umsetzung", erklärte Wüstefeld.

Kühne-Angebot wird zeitnah beim HSV besprochen

Der 53-Jährige äußerte sich auch zum an zehn Bedingungen geknüpften Angebot von Investor Klaus-Michael Kühne, dem HSV eine Finanzspritze in Höhe von 120 Millionen Euro zukommen zu lassen. "Ich habe davon aus den Medien erfahren. Wir als HSV-Vorstand haben kein offizielles Schreiben erhalten. Es ist natürlich ein Signal von Herrn Kühne. Wir werden das Thema sicherlich in der nächsten Woche besprechen. Aber da ist auch primär der HSV e.V. als Mehrheitsgesellschafter gefragt", sagte Wüstefeld.

Wüstefeld will Dialog mit Kühne suchen

Der Vorstand war von Kühne in der vergangenen Woche öffentlich angezählt worden. Er hoffe, dass Wüstefeld beim HSV "bald Geschichte" sei, sagte der Milliardär dem "Hamburger Abendblatt". Wüstefeld reagierte gelassen auf Kühnes Aussage. "Ich bin gerne bereit, mich mit ihm an einen Tisch zu setzen. Dann kann er mir ja erklären, warum Wüstefeld vielleicht nicht der Richtige oder bald Geschichte ist", erklärte er. Er sei "immer offen dafür", mit Kühne zu sprechen: "Natürlich müssen wir den Dialog suchen."

Das wird auch aus einem anderen Grund vonnöten sein. Wüstefeld hat von Kühne HSV-Anteile erworben und möchte nun mit dem Investor den Preis nachverhandeln. Er wirft dem 85-Jährigen vor, vor dem Kauf nicht korrekt über die finanzielle Situation des Zweitligisten informiert worden zu sein. "Wir müssen da eine Lösung finden", sagte Wüstefeld.

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Sportclub | 14.08.2022 | 22:50 Uhr