Hrubesch erweckt HSV zum Leben - Relegation im Blick

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Hrubesch erweckt HSV zum Leben - Relegation im Blick

Nach dem 5:2-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg ist beim Fußball-Zweitligisten Hamburger SV die Hoffnung zurück. Interimstrainer Horst Hrubesch ist optimistisch, dass es mit dem Bundesliga-Aufstieg doch noch klappt.

"Wenn der liebe Gott mit uns ist, gehen wir vielleicht in die Relegation", sagte der 70-Jährige nach seinem geglückten Debüt. Aus den verbleibenden Spielen gegen die Kellerkinder VfL Osnabrück und Eintracht Braunschweig forderte Hrubesch zwei weitere Siege. "Es wird sicherlich nicht leicht. Es wird an uns liegen. Wir haben die Möglichkeiten, also sollten wir sie nutzen."

Hrubesch: Relegationsplatz realistisches Ziel

Den direkten Bundesliga-Aufstieg hat Hrubesch abgehakt. "Auf Kiel können wir nicht mehr hoffen", sagte er mit Blick auf die zweitplatzierten Schleswig-Holsteiner, die am Donnerstag (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) im Nachholspiel gegen Regensburg auf sieben Punkte und damit uneinholbar davonziehen können. Aber den Relegationsplatz, den Greuther Fürth belegt, hat der frühere HSV-Topstürmer als Ziel ausgerufen. "Wir werden alles reinpacken in die letzten zwei Spiele", versicherte er. Der HSV hat drei Punkte weniger, aber das vermeintlich leichtere Restprogramm. Fürth muss noch gegen Paderborn und Düsseldorf ran.

"Es war auch für mich eine riesige Woche"

Nicht nur die Faktenlage macht beim HSV wieder Mut - auch der Trainerwechsel scheint zu wirken. Hrubesch ("Es war auch für mich eine riesige Woche") hat die Mannschaft wachgeküsst. Mit einfachen Mitteln und klaren Ansagen. "Er hat die Lockerheit wieder reingebracht und Spieler stark geredet", sagte HSV-Verteidiger Toni Leistner dem NDR. "Ich glaube, es tat dem einen oder anderen ganz gut, dass da nicht so viel Input war." Ein kleiner Seitenhieb in Richtung Ex-Coach Daniel Thioune, dessen Erklärungen möglicherweise einige Profis auch überforderten.

Gegen Nürnberg habe man gesehen, "dass wir befreiter aufgespielt haben", ergänzte Leistner: "Es war gut, dass wir schon lange wussten, wer von Anfang an aufläuft und die Automatismen die ganze Woche trainieren konnten."

Gute Stimmung für gute Leistung

"Kompliment an die Jungs", sagte Hrubesch, der nun den guten Eindruck "in der Trainingswoche verfestigen" will. Natürlich weiter mit Spaß und Lockerheit - und mit einfachen Ansagen: "Wenn du gut Fußball spielen willst, musst Du eine Überzeugung haben. Du musst wissen, was Du kannst." Dieses Vertrauen in die eigene Leistung habe der Mannschaft zuvor gefehlt.

"Fußball macht nur dann Spaß, wenn Du auch Spaß daran hast."
— HSV-Coach Horst Hrubesch

"Die Jungs" seien in der vergangenen Woche immer lockerer geworden, aber "haben dabei auch nicht vergessen zu arbeiten. Und das ist das Entscheidende", sagte Hrubesch und hob stellvertretend die Leistung von Sonny Kittel hervor: "Wie der sich da reingeworfen hat, gemacht und getan hat - das macht dann auch mir an der Seitenlinie Spaß."

Ärger über den Last-Minute-Gegentreffer

Bei aller aufkommenden Euphorie fand der HSV-Trainer aber auch mahnende Worte. Es gebe noch einige Baustellen, "die wir versuchen müssen, auf die Spur zu kriegen". So ärgerte sich Hrubesch über den Gegentreffer in der letzten Minute. "Denn eines muss klar sein: In unserer jetzigen Situation zählt jedes Tor." Der HSV hat gegenüber Fürth eine lediglich um zwei Treffer bessere Tordifferenz.

Dass das anstehende Quarantäne-Trainingslager sich negativ auf das Gemüt der HSV-Profis auswirken wird, glaubt der 70-Jährige nicht: "Das sind doch nur 14 Tage." Zudem gebe es mit der Reise nach Osnabrück und dem anschließenden Wechsel des Quartiers (vom Elysée-Hotel in der City ins Alstertal an den Hamburger Stadtrand) auch genügend Abwechslung: "Ich glaube, wir können die Stimmung ganz gut bündeln." Und vielleicht doch noch das Aufstiegswunder schaffen.

Dieses Thema im Programm:
Hamburg Journal | 11.05.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 11.05.2021, 17:09

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