Hansa Rostock mit 2G-Plus: Marien wirbt um Verständnis

Hansa-Fans mit Maske halten im Stadion ihre Schals hoch.

NDR-Sport

Hansa Rostock mit 2G-Plus: Marien wirbt um Verständnis

Fußball-Zweitligist Hansa Rostock stellt für das Heimspiel gegen den FC Ingolstadt am 4. Dezember notgedrungen von 3G auf 2G-Plus um. Wie viele oder ob überhaupt Zuschauer ins Stadion dürfen, ist aber noch völlig offen. Das sorgt bei Vorstandschef Robert Marien für Unmut.

"Wir sind mit unser Kogge in einen ganz dichten Nebel gezogen. Nichts ist so sicher wie die Unsicherheit", erklärte der 50-Jährige am Freitag im Youtube-Kanal der Hanseaten. Alles hänge ab von der Entwicklung der Corona-Zahlen in Mecklenburg-Vorpommern, vor allem von der sogenannten Hospitalisierungsrate. Entsprechend sind im letzten Heimspiel des Jahres 14.500, 7.250 oder sogar null Zuschauer möglich.

Marien wünscht sich Planbarkeit

Hansas Vorstandschef warb bei den Fans um Verständnis, derzeit nichts Genaues sagen zu können, und schob den "Schwarzen Peter" der Politik zu: "So kann man einfach nicht planen. Alle wissen, dass wir eine Gesundheitskrise haben, da gilt es klare Entscheidungen zu treffen." Bayern lasse zum Beispiel kategorisch nur noch 25 Prozent zu, das sei eine feste, klare Maßnahme: "Das muss man nicht gut finden, aber es ist planbar - was hingegen bei einer Spanne zwischen 14.500 und null unmöglich ist."

Corona-Landesverordnung zu "sprunghaft"

Statt klarer politischer Vorgaben gebe es eine "zu sprunghafte" Corona-Landesverordnung, die so für viele Fragezeichen sorge. "In Krisenzeiten zu kritisieren, ist eigentlich nicht mein Ding", aber es sei frustrierend, das man eine Woche vor dem Termin nicht sagen könne, unter welchen Voraussetzungen die Partie gegen Ingolstadt stattfinden dürfe. Forderungen, dann doch gleich mit einem Geisterspiel zu planen, erteilte Marien eine Absage: "Wir können uns doch nicht freiwillig um 500.000 Euro schädigen."

Hansa richtet Testzentren am Stadion ein

Sollten Fans zugelassen bleiben, steht fest, dass nur Geimpfte oder Genesene ins Stadion dürfen, die zudem einen maximal 24 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen müssen. Bislang hatte der FC Hansa auch auf Wunsch der Mitglieder und Anhänger die 3G-Regel angewandt. Das ist nun nicht mehr möglich. Die aktive Fanszene der Hanseaten boylottiert aus Protest gegen die 2G-Regel die Fahrt nach Paderborn und wird auch am kommenden Wochenende gegen Ingolstadt nicht ins Ostseestadion gehen.

Angesichts der überlasteten offiziellen Testzentren wird es rund ums Rostocker Stadion Testmöglichkeiten geben. Sie öffnen bereits ab kommenden Freitag um 13.30 Uhr und stehen bis eine halbe Stunde vor Spielbeginn am Sonnabend zur Verfügung.

Reduzierung auf 7.250 brächte Hansa "in die Bredouille"

Bei 14.500 zugelassenen Zuschauern würde jeder reinkommen, der eine Karte hat. Nur 7.250 erlaubte Fans hingegen brächten Hansa "in die Bredouille", erklärte der Clubchef. Denn allein bei den Dauerkartenbesitzern sei die Zahl höher, Hansa werde dann Tickets sperren. Das werde Firmenkontingente, die Stehplätze und erst jüngst erworbene Karten betreffen. Marien ist klar: "Das wird für Frust sorgen. Egal, was wir jetzt tun, wir werden eine Menge Unverständnis ernten. Das kann ich auch nachvollziehen. Aber wir werden es nicht ändern können."

Dieses Thema im Programm:
Nordmagazin | 26.11.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 27.11.2021, 13:56

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