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Hannover 96: Wird Maina auch gegen Gladbach Dabrowskis Trumpf?

Stand: 19.01.2022, 10:19 Uhr

Fußball-Zweitligist Hannover 96 empfängt heute im Achtelfinale des DFB-Pokals Borussia Mönchengladbach. Große Hoffnungen der Niedersachsen im Duell mit dem Bundesligisten ruhen auf einem Mann, der angeblich fast schon einmal beim Gegner gelandet wäre: Linton Maina.

"Gladbach macht ernst: 96-Rakete Maina auf dem Sprung in die Champions League?", titelte die "Neue Presse" am 22. Juni 2020. Bereits ein paar Monate zuvor hatten das Blatt sowie andere Medien vom angeblichen Interesse der Rheinländer an Hannovers Eigengewächs berichtet. Gladbach habe eine Ablösesumme von acht Millionen Euro für den Angreifer geboten, hieß es damals. Doch ein Wechsel des gebürtigen Berliners, um den sich auch der VfL Wolfsburg bemühte, kam nicht zustande. Er blieb bei den "Roten".

Es folgten für Maina eine von Verletzungspech gezeichnete Saison sowie eine weitere Halbserie, in der er sportlich nur selten auf sich aufmerksam machte. Der einstige Senkrechtstarter war ein bisschen in Vergessenheit geraten, bis Christoph Dabrowski nach der Entlassung von Jan Zimmermann vom U23- zum Proficoach befördert wurde.

Seitdem spielt der 22-Jährige wie entfesselt auf und erzielte in vier Partien unter dem neuen Trainer drei Treffer. Zuletzt traf er am vergangenen Freitag zum 1:0-Sieg bei Hansa Rostock.

Dabrowski und Maina verbindet besonders Verhältnis

Die Leistungsexplosion von Maina, der bis zum Trainerwechsel lediglich ein Saisontor auf dem Konto hatte, kommt nicht von ungefähr. Beide verbindet ein besonderes Verhältnis, wie Dabrowski, der früher als Nachwuchscoach der "Roten" arbeitete, nach dem Erfolg in Rostock erklärte. "Ich habe den Linton als 15-jährigen Bengel aus Berlin geholt. Die Jungs haben einfach Flausen im Kopf. Man muss versuchen, sie auf ihrem Weg zu begleiten. Das ist dann mit Zuckerbrot und Peitsche verbunden. Ich glaube, es hat ihm nicht geschadet, auch ein paar Jahre mich als Wegbegleiter an der Seite zu haben", sagte der 43-Jährige im NDR Interview.

"Er hat einiges mitgemacht mir mir in der Jugend"

Dabrowski war U17-Coach von 96, als Maina 2014 vom SV Empor Berlin an die Leine wechselte. "Er hat einiges mitgemacht mit mir in der Jugend", erklärte der 22-Jährige dem NDR, ohne darauf eingehen zu wollen, was er sich zu seiner Zeit in der Nachwuchsakademie zu schulden kommen lassen hat. Dass ihn sein Förderer trotz einiger offenbar disziplinarischer Verfehlungen nicht hat fallen lassen, rechnet der Angreifer Dabrowski hoch an und ist voll des Lobes für seinen alten und neuen Coach: "'Drobo' bringt echt Schwung in die Mannschaft. Wir sind alle sehr zufrieden und haben Spaß am Fußball. Ich freue mich, dass er jetzt an der Seitenlinie ist. Das hat er sich verdient."

Verträge laufen aus: Zukunft von Drabowski und Maina offen

Dabrowski arbeitet bei 96 allerdings auf Bewährung. Sein Vertrag als Trainer des Zweitliga-Teams ist nur bis zum Sommer datiert. Auch Mainas Arbeitspapier läuft dann aus. Mit weiteren Erfolgen würde der Coach der Vereinsführung das wohl entscheidende Argument für eine langfristige Zusammenarbeit liefern - und seinen Ziehsohn vielleicht zum Bleiben bewegen. Denn der 22-Jährige scheint das Vertrauen seines Förderers zu brauchen, um sein fraglos vorhandendes großes Potenzial konstant abrufen zu können.

Andererseits könnte Maina nach dem Saisonende ablösefrei wechseln und sich damit vielleicht seinen Traum von der Bundesliga erfüllen. Und nebenbei natürlich noch ein üppiges Handgeld kassieren.

96 träumt vom erneuten Pokal-Coup gegen Gladbach

Durch starke Leistungen wie zuletzt hat der Stürmer seinen Marktwert wieder erhöht. Ob er wirklich ein Mann für die deutsche Beletage ist, kann er heute (18.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) im Duell mit jenen Gladbachern unter Beweis stellen, die ihn 2020 wohl verpflichten wollten. Gelingt 96 gegen den Endspiel-Gegner von 1992 der Einzug ins Pokal-Viertelfinale, würde das die finanziellen Möglichkeiten des Zweitligisten bei seinen Kaderplanungen enorm erhöhen.

Und in diesen spielt ein gewisser Linton Maina trotz auslaufenden Vertrags eine wichtige Rolle. "Wir werden uns Mühe geben, damit Linton bei 96 bleibt", erklärte Sportchef Marcus Mann dem "kicker".

Mögliche Aufstellungen

Hannover 96: Zieler - Dehm, Franke, Börner, Hult - Diemers, Ondoua, Kerk, Teuchert, Maina - Beier
Borussia Mönchengladbach: Sommer - Friedrich, Elvedi, Jantschke - Lainer, Benes, Koné, Scally, Neuhaus, Stindl - Embolo

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 19.01.2022 | 18:00 Uhr

Quelle: NDR

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