Handball: Flensburg gegen Paris unter Druck

Die Flensburger Handballer Johannes Golla (l.) und Simon Hald (r.) im Zweikampf mit Paris' Nedim Remili.

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Handball: Flensburg gegen Paris unter Druck

Von Jan Kirschner

Sieben Monate nach dem letztmaligen Aufeinandertreffen in der Handball-Champions-League trifft die SG Flensburg-Handewitt wieder auf Paris Saint-Germain. Der personell gebeutelte Bundesligist steht bereits unter Druck.

Ende Februar schlugen die Norddeutschen den Top-Favoriten Paris Saint-Germain HB nach einer stürmischen ersten Halbzeit mit 28:27. Sieben Monate später stehen sich die beiden Kontrahenten wieder gegenüber. Doch wenn die Partie heute um 20.45 Uhr in der "Hölle Nord" angepfiffen wird, haben sich die Vorzeichen völlig geändert: Damals kämpften die Flensburger - erfolgreich - um den Staffelsieg in der Champions League. Jetzt zieren sie nach zwei Spieltagen das Tabellenende der stark besetzten Gruppe B.

Vierte Pflichtspiel-Niederlage in Folge droht

Nach dem bitteren 27:28 in Porto, wo ein Siebenmeter die Niederlage mit der Schlusssirene besiegelte, hatten die Nordlichter ein freies Wochenende zum Abschalten. "Es hätte uns extrem geholfen, mit einem Erfolgserlebnis nach Hause zu fahren", sagte SG-Coach Maik Machulla. "Wenn ich auf die Bank schaue, mache ich mir nach wie vor Sorgen, um die Breite und wie wir das Tempo hochhalten können. Aus dieser Situation kommen wir nur gemeinsam heraus." Zuvor hatte sein Team deutlich in Kiel und auch gegen Barcelona verloren. Drei Niederlagen in Folge hatte die SG letztmals im April 2011 kassiert.

Und ein vierter Misserfolg droht. Paris Saint-Germain HB ist gewiss keine Laufkundschaft. Viele Weltklasse-Spieler tragen das Trikot des französischen Meisters, der sich seit der Saison 2013/2014 permanent unter den besten Acht Europas tummelt. Der Däne Mikkel Hansen und der Franzose Nikola Karabatic sind die prominentesten Namen im PSG-Trikot. Eine Flensburger Vergangenheit hat Kreisläufer Henrik Toft Hansen, der 2018 mit der deutschen Meisterschaft im Gepäck die SG verließ.

Semper vor Comeback für Flensburg

Personell dürfte der Flensburger Rückraum das Nadelöhr bleiben. Trotzdem gab es auch eine gute Nachricht: Franz Semper trainierte bereits am Montag mit seinen Teamkameraden und wird erstmals seit Dezember wieder im SG Trikot in die "Hölle Nord" einlaufen. Lasse Möller (Knorpelschaden), Göran Sögard (Leisten-Beschwerden) und Magnus Röd (Anriss der Patellasehne) werden hingegen definitiv noch zuschauen müssen.

"Ich bin gespannt, wie sich unsere Mannschaft gegen den Top-Favoriten Paris schlägt", sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke. In seiner Stimme schwang Hoffnung mit - und Erinnerung an den Sieg im Februar.

NDR | Stand: 29.09.2021, 08:26

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