Gold und Silber - Nächste Olympia-Sternstunde in der Dressur

Die deutsche Dressurreiterin Jessica von Bredow-Werndl präsentiert ihre Goldmedaille.

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Gold und Silber - Nächste Olympia-Sternstunde in der Dressur

Die deutschen Dressurreiter sind eine sichere Medaillenbank und räumen auch im Kür-Einzel ab.

Die deutschen Dressurreiter sind einsame Spitze: Einen Tag nach der Goldmedaille in der Teamdressur haben Jessica von Bredow-Werndl und Isabell Werth am Mittwoch (28.07.2021) im Kür-Einzel für eine weitere Sternstunde bei Olympia gesorgt.

Von Bredow-Werndl gewann bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme Einzelgold, Werth holte Silber. "Ich bin voll happy", kommentierte die Siegerin mit Tränen in den Augen. "Es ist nicht in Worte zu fassen, ich hab damit nicht gerechnet. Es hätte auch andersum ausgehen können", sagte von Bredow-Werndl im ZDF gerührt. Bronze ging an Charlotte Dujardin (Großbritannien).

Von Bredow-Werndl sorgt für Sahnehäubchen

Die 35-Jährige von Bredow-Werndl zeigte mit Dalera eine fabelhafte Dressur-Kür, spielerisch leicht schwebten Pferd und Reiterin durch das Viereck. Es war faszinierend, wie harmonisch die Oberbayerin und ihre Stute die Aufgabe meisterten. Für den sagenhaften Auftritt bekamen sie von den Preisrichtern 91,732 Prozentpunkte. "Ich war voll im Tunnel, habe mich in die Aufgabe reingefühlt und dann kam immer mehr Sicherheit", kommentierte die Olympiasiegerin.

Knappe Entscheidung gegen Werth

Die deutschen Dressurreiterin Isabell Werth mit Silber, Jessica von Bredow-Werndl (l.) mit Gold und die Britin mit Bronze bei der Siegerehrung.

Damit legte von Bredow-Werndl die Messlatte für die erfolgreichste Reiterin der Welt, Isabell Werth, extrem hoch. Die 52-Jährige antwortete im Sattel ihrer Ausnahmestute Bella Rose, für die Olympia das letzte große Championat war, mit einem fantastischen Auftritt. Die Punktrichter gaben 89.657 Prozentpunkte und sahen von Bredow-Werndl damit leicht vorn. "Bella war fantastisch, ich weiß nicht, was ich hätte besser machen können", sagte Werth. "Am Ende hab ich wirklich kurz gedacht, ich hab's, aber dann hat es eben doch nicht gereicht."

Werth verpasst Rekordmarke

Werth verpasste nicht nur den Sieg, sondern auch einen olympischen Rekord. Mit einer weiteren Goldmedaille wäre die Rheinbergerin im deutschen Medaillen-Ranking mit der Kanutin Birgit Fischer gleichgezogen, die achtmal Gold und viermal Silber in ihrer Olympia-Bilanz stehen hat und weiter alleine auf Platz eins vor Werth liegt. Für die Rekordreiterin ist mit den Medaillen in Tokio aber noch lange nicht Schluss. "Ein paar Tage werden es noch", sagte Werth am Mittwoch.

Schneider mit kleinen Fehlern auf Platz 15

Die dritte deutsche Reiterin in der Einzel-Kür, Team-Olympiasiegerin Dorothee Schneider aus Framersheim, wurde im Sattel von Showtime 15.

NDR | Stand: 28.07.2021, 14:54

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