NDR-Sport Gala im Gipfeltreffen: Wolfsburgs Frauen fertigen Bayern München ab

Stand: 04.04.2022 08:16 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg dürfen den Champagner kaltstellen. Nach einem beeindruckenden 6:0 (3:0)-Sieg am Sonntag im Bundesliga-Gipfeltreffen mit dem FC Bayern München sind die "Wölfinnen" dem Gewinn der deutschen Meisterschaft ganz nahe.

Von Christian Görtzen

Schon deutlich vor dem Schlusspfiff setzten in der Coaching-Zone des VfL Wolfsburg die Feierlichkeiten ein und die Titelgesänge der Fans schallten durch das Stadion. Sie wussten alle, dass der Erfolg gegen den von Corona geplagten großen Widersacher aus München gelingen würde. Und auch, was er bedeutet. Denn nach dem Kantersieg ist dem Team von VfL-Trainer Tommy Stroot der Titel kaum mehr zu nehmen.

"Dass wir 6:0 gewinnen, damit hat sicher keiner gerechnet. Nun müssen wir noch unsere Hausaufgaben machen, aber wir haben schon einmal ein kleines Polster", sagte Torschützin Lena Oberdorf dem NDR.

Drei Spieltage vor Saisonende hat der VfL, der seit 16 Spielen wettbewerbsübergreifend ungeschlagen ist, vier Punkte Vorsprung auf Titelverteidiger und Verfolger FC Bayern. Wolfsburg könnte sich in den Spielen gegen SGS Essen, Carl-Zeiss Jena und Bayer Leverkusen sogar noch eine Niederlage erlauben.

Huth bringt VfL-Frauen mit Traumtor in Führung

Von einem gegenseitigen Belauern war nach dem Anpfiff nichts zu sehen, die Partie bot schnell beste Unterhaltung. Für den ersten Höhepunkt sorgte Wolfsburgs Svenja Huth - und wie: Die Nationalspielerin umkurvte zunächst mit dem Ball am rechten Fuß ihre Gegenspielerinnen Giulia Gwinn und Lea Schüller, legte die Kugel dann auf den linken Fuß und zog sofort von der linken Strafraumgrenze ab. Der Ball zischte ins rechte obere Toreck - 1:0 für den VfL (8.). Ein Traumtor!

Es sollte nicht das einzige bleiben in der ersten Hälfte. Nachdem Wolfsburgs Torfrau Almuth Schult bei einem Kopfball von Jovana Damnjanovic richtig gestanden (14.) und bald darauf ein mögliches Eigentor von Tabea Waßmuth glänzend verhindert hatte (24.), bestimmten wieder die "Wölfinnen" das Topspiel.

Die Isländerin Sveindis Jonsdottir legte mit einem weiten Einwurf bis an an das Fünf-Meter-Eck die Grundlage zum 2:0 (33.). Alexandra Popp verlängerte per Kopf, Joelle Wedemeyer nickte den Ball ein.

Auch Waßmuth trifft in den Winkel

Wenig später folgte das nächste Traumtor: Waßmuth nahm am Bayern-Strafraum den Ball gut auf, drehte sich um die eigene Achse und schoss ihn herrlich in den oberen rechten Torwinkel - 3:0 (39.) für den VfL. "Wolfsburg war brutal effektiv", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg in der Pause im NDR: "Die Bayern-Leistung ist natürlich erklärbar. Ihnen fehlt körperlich und mental die Frische."

Popp, Oberdorf und Pajor stellen Kantersieg her

Die Münchnerinnen waren nach Wiederanpfiff zwar bemüht, dem Spiel noch einmal eine Wende zu geben. Doch es blieb meist bei Ansätzen. Und wenn es denn doch einmal darüber hinausging, war Schulth zur Stelle. Statt Ergebniskosmetik wurde es am Ende eine richtig klare Sache: die lange verletzte Popp (77.) mit ihrem ersten Treffer seit knapp einem Jahr, Oberdorf (82.) und Ewa Pajor (90.+3) schraubten das Ergebnis auf 6:0 - die Vorentscheidung im Titelkampf.

Alles spricht nun dafür, dass die VfL-Frauen den ersten Schritt auf dem Weg zum angestrebten Triple machen. Sie stehen zudem noch im Halbfinale des DFB-Pokals, wo es in zwei Wochen ein Wiedersehen mit dem FC Bayern in München gibt, und im Semifinale der Champions League. Dort ist Titelverteidiger FC Barcelona der Gegner.

Spielstatistik VfL Wolfsburg - Bayern München

19.Spieltag, 03.04.2022 14:00 Uhr

VfL Wolfsburg 6
Bayern München 0

Tore:

  • 1:0 Huth (8.)
  • 2:0 Wedemeyer (33.)
  • 3:0 Waßmuth (39.)
  • 4:0 Popp (77.)
  • 5:0 Oberdorf (82.)
  • 6:0 Pajor (90. +1)

VfL Wolfsburg: Schult - Wedemeyer, Hendrich, Janssen, Rauch - Oberdorf (85. Starke) - Popp, Huth (85. Knaak), Roord (75. Wilms) - Jonsdottir (75. Blomqvist), Waßmuth (59. Pajor)
Bayern München: Leitzig (46. Runarsdottir) - Glas, Viggosdottir, Kumagai, Gwinn (46. Beerensteyn) - Magull (46. Vilhjalmsdottir), Zadrazil - Simon (84. Landenberger), Bühl - Damnjanovic, Schüller (66. Asseyi)

Zuschauer: 3037

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 03.04.2022 | 14:00 Uhr