NDR-Sport

Fünfter Sieg in Folge: Werder gewinnt Scheibenschießen in Paderborn

Stand: 23.01.2022, 20:07 Uhr

Werder Bremen hat unter Trainer Ole Werner den fünften Sieg nacheinander gelandet und das Aufstiegsrennen in der Zweiten Liga damit noch enger gestaltet. Beim SC Paderborn machten die Grün-Weißen aus einem 1:3-Rückstand ein 4:3 (1:2). Die Zweitliga-Partie verlief spektakulär, es hätten auch zehn Tore fallen können.

Von Ines Bellinger

Der Bundesliga-Absteiger schob sich vor der Länderspielpause mit nun 35 Punkten auf Platz drei vor und verkürzte den Rückstand auf das Führungsduo. Der neue Tabellenführer Darmstadt liegt vier Zähler vor Werder, St. Pauli rangiert als Zweiter zwei Punkte vor den Bremern. "Wir sind super glücklich. Aber es war ein Wahnsinns-Spiel. Das war viel Kampf und Moral", sagte Werder-Kapitän Ömer Toprak, der die Entscheidung in dem verrückten Spiel erzwungen hatte. Ein "Eiertor" nannte er es. Er hatte den Ball nach eigener Aussage mit dem Knie über die Linie bugsiert.

Nach dem 1:4 im Hinspiel im Weserstadion noch unter Coach Markus Anfang stand zu befürchten, dass Paderborn bei Werder Eindruck hinterlassen hat. Obwohl in der zuletzt erfolgreichen Bremer Mannschaft nur Manuel Mbom anstelle von Felix Agu (Probleme mit der Patellasehne) das Gesicht der Startelf veränderte, begannen die Grün-Weißen deutlich reservierter als zuletzt. Und sie kassierten früh einen Foulelfmeter, der für einige Aufregung sorgte. Schiedsrichter Tobias Welz hatte erkannt, dass Toprak beim Versuch zu klären Sven Michel mit der Hand im Gesicht getroffen hatte. Der Videoassistent bestätigte die Entscheidung, der Gefoulte trat selbst an und fand in Werder-Keeper Jiri Pavlenka seinen Meister. Die Freude der Bremer währte aber nur kurz, denn der VAR schaltete sich ein und monierte, dass Marco Friedl zu früh in den Strafraum gelaufen war. Wiederholung! Beim zweiten Versuch verwandelte Florent Muslija sicher (15.).

Ducksch im zweiten Anlauf - Muslija mit Doppelpack

Nur kurze Zeit später lag der Ball im Paderborner Tor, doch diesmal hatte der Schiedsrichter-Assistent etwas dagegen, weil Niclas Füllkrug vor seinem Pass auf Marvin Ducksch im Abseits gestanden hatte (22.). Zu seinem elften Saisontor kam Ducksch später dennoch, als er nach Zuspiel von Leonardo Bittencourt im Strafraum zwei Paderborner umkurvte und überlegt zum 1:1 einschob (35.). Nur drei Minuten später lagen die Ostwestfalen wieder vorn. Nach einer Ecke wurde Muslija am Strafraumeck in Szene gesetzt und schlenzte den Ball sehenswert zum 2:1 ins rechte obere Eck (38.).

Kurz vor der Pause hatte der VAR dann noch einen weiteren Auftritt: Bittencourt wurde haarscharf an der Strafraumgrenze gefoult. Ergebnis der Überprüfung: kein Elfmeter! Insgesamt war die Führung der Gastgeber zur Pause hochverdient, denn bei einem Pfostentreffer von Felix Platte (23.) stand Werder das Glück und bei einem Gewaltschuss von Michel das Können von Pavlenka (37.) zur Seite.

Platte trifft aus 40 Metern

Pavlenka blieb auch nach der Pause im Zentrum des Geschehens. Nachdem er mit einem einarmigen Reflex ganz stark gegen Platte geklärt hatte (54.), ließ er sich vom Paderborner Stürmer übertölpeln. Platte war nach einem leichtfertigen Ballverlust von Romano Schmid am Mittelkreis nicht gerade in Schussposition, sah aber, dass der Werder-Keeper einen Tick zu weit vor seinem Kasten stand und drosch den Ball aus etwa 40 Metern zum 3:1 unter die Querlatte (57.).

Und der atemlose Schlagabtausch ging weiter. Schmid machte seinen Fehler postwendend wieder gut, als er einen abgewehrten Eckball von der Brust abtropfen ließ und nicht minder kunstvoll aus 18 Metern erneut verkürzte (59.). Der nächste Treffer ging auf Füllkrugs Konto. Der Werder-Stürmer besorgte mit einem Aufsetzer aus der Distanz das 3:3 (66.).

Toprak erzwingt die Entscheidung

Zwei Minuten später lag der Ball wieder im Bremer Tor. Doch nun setzte Videoassistent Guido Winkmann dem munteren Scheibenschießen ein Ende. Zunächst erkannte er das Tor von Platte nicht an, weil der in der Szene davor Toprak am Fuß getroffen hatte (68.). Und auch Duckschs Kunstschuss in den Giebel (72.) blieb die Anerkennung versagt, weil Füllkrug zuvor im Abseits gestanden hatte. Die Entscheidung zugunsten der Gäste erzwang schließlich Toprak, als er einen Eckball mit dem Knie zum 4:3 über die Torlinie drückte (86.). Eine passende Antwort blieb Paderborn dieses Mal schuldig.

Spielstatistik SC Paderborn 07 - Werder Bremen

20.Spieltag, 22.01.2022 13:30 Uhr

SC Paderborn 073
Werder Bremen4

Tore:

  • 1:0 Muslija (15., Foulelfmeter)
  • 1:1 Ducksch (35.)
  • 2:1 Muslija (38.)
  • 3:1 Platte (57.)
  • 3:2 R. Schmid (59.)
  • 3:3 Füllkrug (66.)
  • 3:4 Toprak (86.)

SC Paderborn 07: J. Huth - Schuster (78. Heuer), Correia, Hünemeier, Justvan (67. Marcel Mehlem) - Schallenberg - Srbeny (67. Pröger), Muslija (67. Carls), Klement (78. Cuni) - Platte, S. Michel
Werder Bremen: Pavlenka - Veljkovic, Toprak, Friedl - J. Mbom (90.+2 L.L. Mai), Groß, A. Jung - Bittencourt (78. Rapp), R. Schmid (87. N. Schmidt) - Füllkrug, Ducksch

Zuschauer: 750

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 23.01.2022 | 22:50 Uhr

Quelle: NDR

Darstellung: