NDR-Sport French-Open: Zverev gibt gegen Nadal verletzt auf - lange Pause droht

Stand: 04.06.2022 17:58 Uhr

Olympiasieger Alexander Zverev hat bei den French Open das Endspiel auf dramatische Weise verpasst. Der Hamburger musste am Freitag im Halbfinale gegen Rafael Nadal verletzt aufgeben. Mehrere Bänder im Fuß sind gerissen.

Zverev schrie vor Schmerzen, nachdem er sehr schmerzhaft mit dem rechten Fuß umgeknickt war. Beim Stand von 6:7 (8:10), 6:6 und mehr als drei Stunden Spielzeit war für den Norddeutschen gegen den spanischen Altmeister an dessen 36. Geburtstag noch alles drin. Doch er konnte nicht mehr auftreten und wurde anschließend mit einem Rollstuhl vom Platz gefahren. Wenig später kam Zverev begleitet von Nadal an Krücken zurück auf den Centre Court, umarmte Nadal und gab die Partie auf. Die Fans verabschiedeten ihn mit lautem Applaus.

Zverev geht aber offenbar von einer längeren Pause aus. "Nach den ersten medizinischen Untersuchungen sieht es so aus, als hätte ich mir mehrere seitliche Bänder im rechten Fuß gerissen", teilte er am Sonnabend bei Instagram mit: "Ich werde am Montag nach Deutschland fliegen, um mich weiteren Untersuchungen zu unterziehen und den besten und schnellsten Weg für meine Genesung zu ermitteln."

"Es ist sehr schwer und sehr traurig für ihn. Er hat ein unglaubliches Turnier gespielt", sagte Nadal. "Ich bin mir sicher, dass er nicht nur ein Grand-Slam-Turnier gewinnen wird. Ich wünsche ihm nur das Beste." Zverev weinen zu sehen, sei ein sehr schwerer Moment, betonte Nadal.

Zverev wartet weiter, Nadal greift nach 14. Titel

Damit wartet der beste deutsche Tennisspieler, der auch im vergangenen Jahr das Halbfinale in Paris erreicht hatte, weiter auf den ersten Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Einmal stand Zverev bereits im Finale bei einem der Majorturniere. Das war bei den US Open 2020, bei denen er den Titel knapp verpasste.

Der 36 Jahre alte Rekordsieger Nadal peilt dagegen in Roland Garros nun seinen 14. Titel an. Er trifft im Endspiel am Sonntag (15 Uhr) als Favorit auf den Norweger Casper Ruud - und könnte seinen Rekord von bislang 21 Triumphen bei Grand-Slam-Turnieren weiter auszubauen.

Sprung auf Rang zwei der Weltrangliste sicher

Bereits nach seinem Einzug ins Halbfinale stand fest, dass Zverev in zwei Wochen auf jeden Fall die Nummer zwei der Tennis-Welt sein wird. So gut stand er in seiner Karriere noch nie da. Hätte der Wahl-Monegasse den Sandplatz-Klassiker in der französischen Hauptstadt gewonnen, wäre er auch Platz eins im Ranking geklettert - als erster Deutscher seit Boris Becker 1991.

Duell mit Nadal sehr intensiv

Das Duell mit Nadal hätte kaum umkämpfter sein können. Zverev knüpfte nahtlos an seine starke Vorstellung im Viertelfinale gegen den spanischen Shootingstar Carlos Alcaraz an. Gleich das erste Aufschlagspiel nahm der gebürtige Hamburger dem seit Wochen mit Fußbeschwerden spielenden spanischen Altmeister ab. Doch dem gelang der Ausgleich zum 4:4 - auch weil sich Zverev immer wieder Fehler leistete. Der wehrte danach drei Satzbälle ab, nutzte aber selbst im Tiebreak vier Satzbälle nicht - und so ging der erste Abschnitt doch an den Mallorquiner.

Im zweiten Durchgang ging es dann noch mehr hin und her. Mit dem 3:2 hatte Zverev als erster sein eigenes Aufschlagspiel durchgebracht - und ein weiteres Break folgen lassen. Doch wieder meldete sich Nadal zurück und es ging in den Tiebreak. Alles deutete auf einen langen Abend hin, bevor Zverevs Verletzung dieses heißblütige Duell jäh beendete. Schließlich verließ er die Anlage mit einer Schiene am Knöchel. Eine Diagnose stand am Abend weiter aus. Sein Start in Wimbledon (ab 27. Juni) erscheint allerdings akut gefährdet.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 03.06.2022 | 23:03 Uhr