Fan-Rückkehr: Seawolves und Empor warten auf "Okay" der Politik

Rain Veideman von den Rostock Seawolves beim beliebten Alles-Paletti-Cup gegen die Hamburg Towers in Rostock.

NDR-Sport

Fan-Rückkehr: Seawolves und Empor warten auf "Okay" der Politik

Von Christian Görtzen

Basketball-Zweitligist Rostock Seawolves und Handball-Drittligist HC Empor Rostock möchten ihre Heimspiele am Wochenende vor Fans austragen. Das Gesundheitsamt gab erneut grünes Licht, doch es warten weitere Hürden.

Als Fußball-Drittligist Hansa Rostock am 20. März gegen den Halleschen FC nach langer Zeit erstmals wieder vor Zuschauern spielte, war auch André Jürgens im Ostseestadion. Der Vorsitzende des Basketball-Zweitliga-Spitzenreiters Rostock Seawolves wollte in erster Linie lernen, die Abläufe an den Eingängen zum Stadion und das Verhalten der Fans auf den Tribünen beobachten - weniger die Spielzüge der Teams auf dem Rasen. "Insgesamt war es ein angenehmes Gefühl, denn es waren ja ausschließlich negativ getestete Zuschauer dort", sagte Jürgens dem NDR.

Nach der Freiluftveranstaltung bei Hansa wollen nun die Seawolves und der HC Empor Rostock zeigen, dass in Regionen mit relativ niedriger Sieben-Tages-Inzidenz auch Sportveranstaltungen in der Halle mit einer begrenzten Anzahl von Zuschauern möglich sind. Natürlich nur mit einem entsprechenden Sicherheitskonzept, wie der Seawolves-Clubchef betonte. Das Team von Seawolves-Coach Dirk Bauermann empfängt am Sonnabend (19.30 Uhr) in der Stadthalle im abschließenden Vorrundenspiel Science City Jena, der HC Empor am Sonntag (16.30 Uhr) an selber Stelle den TuS Spenge.

Genehmigung durch das Gesundheitsamt erteilt

"Wir stehen nun davor, das Modell mit 500 Zuschauern gegen Jena umzusetzen", sagte Jürgens. Er klang dabei erleichtert und stolz, aber auch vorsichtig und ungewiss. Schließlich weiß er genau, dass bis zum Beginn der Partie gegen Jena noch viel Zeit vergeht, es noch einige Hürden zu überspringen gilt und alles ganz schnell in sich zusammenfallen kann. "Bis zum letzten Tag kann abgebrochen werden, wenn es die Lage erfordert", sagte Jürgens.

Aktuell sieht es recht positiv aus. Den Antrag der Seawolves auf ein Heimspiel vor Publikum, den der Club am 1. April gestellt hatte, hat das Gesundheitsamt Rostock am Dienstag unter Berücksichtigung der aktuellen Lage ein weiteres Mal genehmigt. Jürgens: "Wir brauchen aber auch die politische Rückendeckung." Heißt: Es bedarf der Zustimmung durch Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen, Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Hilfreich dürfte sein, dass Hansa Rostock für das Heimspiel am Sonnabend gegen den 1. FC Magdeburg (live im TV und bei NDR.de) keinen Antrag auf Zulassung von Fans gestellt hat - auch, um die Chancen von Empor und der Seawolves zu erhöhen.

Maximal 500 Zuschauer vorgesehen

Das Hygienekonzept folgt einem Fünf-Punkte-Plan: "Das besteht aus Testungen, Maskenpflicht, Abstandsregeln, personalisierten Tickets und den Empfehlungen der Luca-App", so Jürgens. Wirtschaftlich sei ein Heimspiel vor 500 Zuschauern in einer 4.500 Besucher fassenden Halle nicht, unterstrich der Seawolves-Boss. "Aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, ein Modell zu schaffen, um zu sehen, was möglich ist und welche Lehren man daraus zieht."

"Es wäre ein Schritt in die Vergangenheit, nur ein kleiner Schritt. Wir wollen den Fans etwas zurückgeben. Wir spielen doch eine Wahnsinnssaison."
— Seawolves-Boss André Jürgens

Empor-Geschäftsführer: "Sind uns der Verantwortung bewusst"

Sollte das Spiel der Seawolves stattfinden, wird auch Empor-Geschäftsführer Stefan Güter unter den Zuschauern sein. Auch er war beim Hansa-Spiel gegen Halle dabei, und auch er hofft darauf, dass Empor endlich wieder vor Zuschauern spielen darf. "Wir warten jetzt nur noch auf das Okay der Politik", sagte Güter dem NDR.

Das Hygienekonzept hat der Handball-Traditionsclub in enger Absprache mit den Seawolves entwickelt. "Wir sind uns unserer Verantwortung wohl bewusst, denn es wird besonders auf die Spiele geguckt werden. Es geht nicht nur für uns als Verein, sondern für die ganze Gesellschaft darum, zu erfahren, was bald möglich sein kann", sagte Güter. Aus der Anhängerschaft habe es positive Rückmeldungen gegeben. Tickets sollen Dauerkartenbesitzer und Sponsoren erhalten. Im freien Verkauf sind keine Karten erhältlich.

Dieses Thema im Programm:
Nordmagazin | 11.04.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 07.04.2021, 11:51

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