Fan-Ausschreitungen nach Hansa - Schalke: Acht Polizisten verletzt

Ein Polizist steht während des Spiels von Hansa Rostock gegen den FC Schalke 04 vor dem Ostseestadion

NDR-Sport

Fan-Ausschreitungen nach Hansa - Schalke: Acht Polizisten verletzt

Das Zweitliga-Spiel zwischen dem FC Hansa Rostock und dem FC Schalke 04 ist von heftigen Ausschreitungen zwischen den Fangruppen beider Clubs überschattet worden. Acht Polizisten wurden bei den Krawallen rund um die Partie am Sonnabend verletzt.

Wie die Polizeiinspektion Rostock am Sonntagmorgen mitteilte, musste ein Beamter zur medizinischen Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Zudem geriet bei Randalen nach dem Ende der Begegnung, die Hansa mit 0:2 verlor, auf dem Vorplatz des Ostseestadions, bei dem Steine und Pyrotechnik geworfen wurden, ein Polizeiwagen in Brand, ein zweiter wurde beschädigt.

Mehr als zehn Strafanzeigen wurden aufgenommen, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Raubes, räuberischer Erpressung, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen sowie Besitz von Betäubungsmitteln.

Innenminister Renz: "Das sind Straftäter"

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Innenminister Torsten Renz reagierte geschockt auf die Vorkommnisse. "Verletzte Einsatzkräfte und brennende Polizeifahrzeuge haben nichts mehr mit gelebter Fankultur zu tun. Das sind keine Fans, das sind Straftäter, die sportbegeisterte und friedliebende Fußballfans diskreditieren. Die Landespolizei M-V wird weiterhin konsequent gegen solche Störungen vorgehen. Auch, wenn außerhalb des Stadions die Polizei zuständig ist, erwarte ich vom Verein und den Fanvertretern, dass sie sich ganz klar von diesen Aktionen distanzieren und gemeinsam mit der Polizei die Ereignisse analysieren und auch entsprechende Sanktionen für die kommenden Spiele prüfen", erklärte der CDU-Politiker.

Den acht Einsatzkräften, die infolge der Ausschreitungen verletzt wurden, wünschte Renz eine baldige und vollständige Genesung: "Erneut wurden beim Fußballeinsatz Polizistinnen und Polizisten verletzt. Zum Glück handelt es sich nicht um lebensgefährliche Verletzungen."

Hansa verurteilt Krawalle auf Schärfste

Auch Hansa verurteile das Verhalten der Anhänger aufs Schärfste. "Es ist komplett unstrittig, dass Steinwürfe und brennende Autos Grenzüberschreitungen darstellen, von denen man sich zu distanzieren hat", hieß es in einem Statement des Zweitligisten am Sonntag. Der Verein habe noch in der Nacht zu einem gemeinsamen Auswertungstermin mit den Sicherheitsbehörden eingeladen, um die Geschehnisse zunächst einmal intern zu besprechen und zu analysieren. "Dazu gehört es dann auch das jeweils eigene Verbesserungspotenzial und auch eigenes Fehlverhalten zu reflektieren", ließ der Club weiter verlauten.

Ausschreitungen auch in Warnemünde

Das erste Pflichtspiel zwischen Hansa und Schalke seit 13 Jahren war im Vorfeld als Risikospiel eingestuft worden. Die Polizei war am Sonnabend mit einem Großaufgebot von rund 1.200 Beamten und Beamtinnen im Einsatz. Bereits am Mittag hatten sich insgesamt etwa 300 Rostock- und Schalke-Anhänger am Warnemünder Leuchtturm-Vorplatz Auseinandersetzungen geliefert. Die beteiligten Anhänger der Gelsenkirchener mussten in Warnemünde ihre Personalien angeben und erhielten Platzverweise für das gesamte Stadtgebiet.

Folglich verpassten die Fans, die mit Bussen angereist waren, das Zweitliga-Duell und mussten die Heimreise antreten.

Polizeikräfte werden mit Steinen beworfen

Aufgrund der polizeilichen Maßnahmen wurde ein Teil der Flaniermeile "Am Strom" in Warnemünde in Höhe der Brücke gesperrt. Das Ostseebad Warnemünde liegt rund zwölf Kilometer vom Ostseestadion entfernt. Bereits am Vormittag war die Polizei zu mehreren Einsätzen ausgerückt, um Fan-Gruppen voneinander zu trennen. Im Stadtteil Dierkow verfolgten Beamte 20 Fahrzeuge mit Hansa- und Schalke-Anhängern, die sich nach Polizeierkenntnissen an einem "Drittort" zu Auseinandersetzungen treffen wollten.

Vier Fahrzeuge wurden gestoppt und nach möglichem Beweismaterial durchsucht. Kurz vor Ende der Partie am Samstagabend wurden im Bereich hinter der Südtribüne Polizeikräfte mit Steinen beworfen. Dabei wurde ein Beamter verletzt.

Dieses Thema im Programm:
Nordmagazin | 26.09.2021 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 27.09.2021, 08:55

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