NDR-Sport Enttäuschung nach Halbfinal-Aus bei SSC-Volleyballerinnen

Stand: 21.04.2022 09:19 Uhr

Für die Volleyballerinnen vom SSC Palmberg Schwerin ist die Saison beendet. Die Mannschaft von Trainer Felix Koslowski unterlag dem MTV Stuttgart am Dienstag im zweiten Halbfinale um die deutsche Meisterschaft.

Von Tobias Blanck, NDR 1 Radio MV Sport

Als der Traum vom Gewinn der 13. Deutschen Meisterschaft um 20.46 Uhr am Dienstagabend geplatzt war, flossen die Tränen bei den Volleyballerinnen des SSC Palmberg Schwerin. Die Spielerinnen um Kapitänin Femke Stoltenborg und Lindsay Ruddins ließen ihren Emotionen freien Lauf. Nach der Hinspielniederlage in Stuttgart unterlag der Volleyball-Rekordmeister aus Mecklenburg-Vorpommern auch in eigener Halle mit 1:3 gegen den Topfavoriten auf den Meistertitel. Damit ist das Aus im Halbfinale besiegelt. "Wir wollen in Schwerin immer um Gold kämpfen. Daher ist dieses Ausscheiden natürlich enttäuschend", so SSC-Libera Anna Pogany.

"Die Enttäuschung ist groß"

Es bleibt am Ende einer turbulenten Saison die Bronzemedaille für Spielerinnen und Trainerteam. "Wir haben auf den Einzug in das Endspiel noch bis zuletzt gehofft, aber Stuttgart war eine Stufe besser als wir. Die Enttäuschung ist groß. Keinen Titel zu gewinnen und Dritter zu werden, ist nicht unser Anspruch", sagte Trainer Felix Koslowski direkt nach der Begegnung vor den 1.800 Fans in der Schweriner Arena, die ihre Mannschaft dennoch feierten. Letztmals blieb der SSC 2016 ohne einen Titel. Danach folgten erfolgreiche Jahre mit jeweils zwei Triumphen in Supercup, DVV-Pokal oder der deutschen Meisterschaft.

Koslowski gesteht Fehler ein

Zu einem Fazit sah sich der 38 Jahre alte Trainer direkt nach dem Spiel noch nicht in der Lage: "Das Ganze muss ich jetzt erst einmal etwas sacken lassen", so Koslowski, der aber auch Fehler eingestand. "Wir hatten mit Kertu Laak vor der Saison eine Spielerin verpflichtet, die wirklich eine überragende Person ist, aber die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Da haben wir danebengelegen. Im November haben wir uns dann von ihr getrennt und mit Stephanie Samedy eine talentierte Spielerin aus den USA verpflichtet, die Eingewöhnungszeit benötigte und noch nicht ihr ganzes Können zeigen konnte."

Mehrere Coronafälle bremsen SSC nachhaltig aus

Mit einem geringeren Etat, einer kleineren Mannschaft (zwölf Spielerinnen) und dem Fehlgriff auf der wichtigen Diagonalposition verpatzte der SSC den Saisonstart. Dazu kamen mehrere Corona-Fälle im Laufe der vergangenen Monate. Die Folge: Der SSC kam bis zur Winterpause nicht in den gewohnten Rhythmus. Acht Siege in Serie sorgten dann für einen guten Start in das Jahr 2022, doch vor den wichtigen Europapokalspielen bremste Corona den SSC erneut aus. Das Viertelfinal-Hinspiel wurde kampflos für den Gegner gewertet und im Rückspiel konnte die Mannschaft ohne Training nicht die Wende herbeiführen.

Kader 2022/2023 soll breiter aufgestellt werden

"Uns hat sicherlich auch etwas das Glück gefehlt. Andere Teams sind ohne Corona-Fälle und Quarantäne-Maßnahmen durch die Saison gekommen. Wir mussten dagegen immer auch etwas improvisieren", sagt Koslowski, der optimistisch in die Zukunft schaut. In den kommenden Tagen wolle der Verein die ersten Abgänge, Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen bekannt geben. Der Kader soll wieder etwas breiter aufgestellt werden und der Trainer kann sein Team erstmals seit 2015 wieder komplett auf die neue Spielzeit vorbereiten.

Motivation für die neue Saison ist da

Durch den Rücktritt als Bundestrainer im Dezember ist der gebürtige Schweriner nicht mehr in der Doppelrolle als Vereinstrainer und Chef der Nationalmannschaft gefragt. "Das ist für mich persönlich eine echte Erleichterung. Ich werde jetzt auch mal Zeit haben, Kräfte zu sammeln und mich dann zu 100 Prozent auf mein Team in Schwerin konzentrieren können. Dadurch wird es mir leichter gemacht auch eine Mannschaft zu formen und auf die schwierigen Phasen einer Saison vorzubereiten", so der Ausblick des Trainers.

Anna Pogany hat noch ein Jahr Vertrag beim SSC, wird auf jeden Fall in Schwerin bleiben und schöpft schon jetzt neue Motivation für die kommende Spielzeit: "Natürlich wollen wir nächstes Jahr wieder einen Titel nach Schwerin holen!"

Dieses Thema im Programm:
NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 20.04.2022 | 12:00 Uhr