Eintracht Braunschweig: Konflikt mit Fans zur Unzeit

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NDR-Sport

Eintracht Braunschweig: Konflikt mit Fans zur Unzeit

Von Martin Schneider

Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig könnte sich heute mit einem Sieg beim 1. FC Nürnberg weiter Luft im Abstiegskampf verschaffen. Doch vor der Partie eskaliert ein Konflikt zwischen Verein und Fans.

Im Kern geht es dabei um Kommunikation, um Wertschätzung und um das Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 und dessen Folgen. Knapp drei Wochen nach der 1:2-Niederlage der "Löwen" im eigenen Stadion, der zweiten Derby-Pleite nach dem 1:4 in Hannover in dieser Saison, verteilte die "Ultrà Szene - BTSV Eintracht 1895" Flyer, in denen sie die "desolaten Leistungen" der Mannschaft anprangerte sowie die Führung des Vereins, die mit "Egoismus, Hochmut und Desinteresse" glänze. Auch die Vertragsverlängerung mit Geschäftsführer Peter Vollmann und das Auftreten von Präsident Christoph Bratmann werden kritisiert. Bratmann werfen die Fans "uneinträchtiges und schwaches Auftreten" vor, zudem bespreche er Krisen lieber mit den Medien, anstatt intern.

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Verein reagiert mit harten Worten

Harte Vorwürfe, auf die der Club in einem Statement mit der Überschrift "In Eintracht für Eintracht?" reagierte, das es ebenfalls in sich hat. Und dabei einen Vorfall herausstellt, an dem der Konflikt nun eskaliert: Noch vor dem jüngsten Derby gegen Hannover 96 drangen beim BTSV-Training Eintracht-Fans ins Stadion ein. Der Mitarbeiter des Fanprojekts, der den Zugang ermöglichte, wurde entlassen. Die Fans mussten sich Kritik für den Verstoß gegen die Corona-Regeln anhören. Präsident Bratmann werde nun von den Ultras "geschmäht, nur weil dieser sich nicht bedingungslos in der Öffentlichkeit vor Euch gestellt hat, als Ihr es mit dem völlig aus dem Ruder gelaufenen Motivations-Trainingsbesuch geschafft habt, mit 150 Mann gegen die Corona-Regeln zu verstoßen", hieß es im Statement des Vereins.

Aufeinander zu oder voneinander weg?

Auch auf andere Punkte geht die Eintracht in ihrer Replik ein. "Es gibt keine Fans, die wichtiger sind als andere", heißt es da in Richtung Ultras. Und die Vertragsverlängerung mit Vollmann sei ein Zeichen für Kontinuität. Fehler bei der Kommunikation mit den Anhängern in den vergangenen Monaten räumte der Verein hingegen ein. Dies sei "nicht so gelungen, wie wir es uns selbst vorgenommen hatten", heißt es von Club-Seite. "Wir sind nicht großkotzig, wie Ihr schreibt, dafür aber für jeden sachlichen Dialog offen. Wenn Ihr Redebedarf habt, warum kommt ihr nicht einfach auf uns zu?", fragt der Club in seinem Statement und baut eine Brücke in Richtung der Fans. Ob beide Seiten sich darüber annähern, wird die Zukunft zeigen.

Gelingt der Sprung über den Strich?

Eines wollten die Verantwortlichen dann aber doch nicht so stehen lassen - die "desolaten Leistungen". Die Leistungskurve der Mannschaft zeige nach oben und im Abstiegskampf müsse man sowieso zusammenhalten. Nach dem 1:0-Sieg der "Löwen" gegen Regensburg ist die Hoffnung auf eine weitere Saison in der Zweiten Liga zurückgekehrt. Mit einem Sieg bei den Franken heute (13.30 Uhr im Livecenter bei NDR.de) könnte der Sprung auf Platz 15 gelingen, wenn gleichzeitig Osnabrück Punkte lässt. Und vielleicht würde das die erhitzten Gemüter abseits des Rasens ein wenig beruhigen, um einen sachlichen Dialog zu ermöglichen.

Mögliche Aufstellungen:

1. FC Nürnberg: Mathenia - Valentini, Mühl, Margreitter, Handwerker - Geis, Krauß - Dovedan, Möller Daehli - Borkowski, Schäffler
Eintracht Braunschweig: Fejzic - Wiebe, Behrendt, Diakhité, Klaß - Wydra, Nikolaou - Kaufmann, Kroos, Ji - Proschwitz

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 28.02.2021 | 22:50 Uhr

NDR | Stand: 28.02.2021, 07:02

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