DFB-Pokal: Holstein Kiel will in Essen Historisches schaffen

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DFB-Pokal: Holstein Kiel will in Essen Historisches schaffen

Holstein Kiel bietet sich heute im DFB-Pokal eine Riesenchance: Mit einem Erfolg beim Viertligisten Rot-Weiss Essen würde der Fußball-Zweitligist erstmals ins Halbfinale des Wettbewerbs einziehen.

Es hätte wohl nicht viel gefehlt, und Holstein-Trainer Ole Werner wäre noch auf die großen Triumphe von RWE eingegangen. 1953 gewann Essen den DFB-Pokal, 1955 in Hannover sogar das erste und einzige Mal die deutsche Meisterschaft. Dass Rot-Weiss seit 2008 beinahe durchgängig in der viertklassigen Regionalliga West spielt, davon solle sich bloß niemand irritieren lassen. Ganz nach dem Motto: Im DFB-Pokal ist alles möglich - erst recht an der Essener Hafenstraße. Und so treten die "Störche" heute (18.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) mit großer Achtung im Westen zum Viertelfinale an.

Werner: "Keine Angst vor einer Blamage"

"Rot-Weiss Essen ist immer noch ein großer Name im Fußball. Im Westen kommt der Verein knapp hinter Schalke und Dortmund, wenn man weiß, was da für ein Fan-Aufkommen herrscht, wie so ein Verein beobachtet wird", sagte Werner in der virtuellen Pressekonferenz. "RWE ist in den letzten Jahren auf dem Weg dahin, wo der Verein auch hingehört - in den Profifußball."

In der aktuellen Pokal-Runde hat das Team von Trainer Christian Neidhart eindrucksvoll gezeigt, wozu es im Stande ist und Arminia Bielefeld, Bundesliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf sowie Bayer Leverkusen aus dem Wettbewerb geworfen.

"Wenn du drei Gegner dieser Kragenweite schlägst, dann ist das kein Zufall, dass du im Viertelfinale stehst", bekräftigte Werner. "Wir stellen uns auf ein ganz schweres Spiel ein. Aber wir spüren weder die Bürde des Favoriten noch die Angst vor einer Blamage. Wir haben in den Runden zuvor ja auch gezeigt, wozu wir in der Lage sind. Es geht darum, eine Runde weiterzukommen."

"Es ist ein besonderes Spiel für unsere Mannschaft, ein besonderes Spiel für unseren Verein."
— Holstein-Coach Ole Werner

Kiel zweimal im Elfmeterschießen erfolgreich

Wer Rekordmeister Bayern München ausschaltet, darf vor einem Regionalligisten nicht weiche Knie kriegen. Für Holstein Kiel hätte das Weiterkommen zugleich eine historische Dimension. Die KSV hat noch nie das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Letzter Höhepunkt war das Viertelfinale im Februar 2012. Gegen den späteren Pokalsieger Borussia Dortmund gab es damals im Holstein-Stadion ein 0:4.

Um unter die besten vier Teams zu kommen, sei es egal, "ob es 90 oder 120 Minuten oder ein paar Schüsse länger dauert", sagte Werner mit Blick auf die Siege im Elfmeterschießen gegen Bayern München und Darmstadt 98.

Personell sieht es bei den "Störchen" gut aus. Lediglich Stefan Thesker (Anriss der Achillessehne) und der Langzeitverletzte Noah Awuku (Riss der Achillessehne) fallen aus. Angreifer Janni Serra könnte eine Option für die Startelf sein. "Wir gehen davon aus, dass es für mehr als 30 Minuten reicht", sagte Werner über den 22-Jährigen, der beim 1:0 gegen Erzgebirge Aue sein Comeback nach einem Muskelfaserriss gegeben hatte. 

Mögliche Aufstellungen:

Rot-Weiss Essen: Davari - Heber, Grote, A. Hahn - Herzenbruch, Harenbrock, Kehl-Gomez, Grund - Young, Engelmann, Lewerenz
Holstein Kiel: Gelios - Dehm, Lorenz, Wahl, Kirkeskov - Meffert - Mühling, Hauptmann - Bartels, Lee, Reese

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 02.03.2021 | 19:00 Uhr

NDR | Stand: 03.03.2021, 10:01

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