Liquidität nachgewiesen: VfB Lübeck erfüllt DFB-Auflage

Eine Eckfahne im Stadion des VfB Lübeck an der Lohmühle

NDR-Sport

Liquidität nachgewiesen: VfB Lübeck erfüllt DFB-Auflage

Der Drittliga-Aufsteiger hat eine Liquiditätslücke von 824.000 Euro geschlossen. Den größten Teil deckt ein Darlehen ab.

Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck hat dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) fristgerecht zum Donnerstag die Liquidität bis zum Saisonende nachgewiesen. Die geschrumpften Einnahmen in der Pandemie bereiten dem VfB aber weiter Sorgen.

Der DFB habe die Erfüllung der entsprechenden Auflage bestätigt, teilte der Club mit. Der Verband hatte die Schleswig-Holsteiner zuvor im Zuge der Nachlizenzierung aufgefordert, bis zum 21. Januar 2021 eine Liquiditätslücke von 824.000 Euro zu schließen, die nach Berechnungen des DFB fehlten, um die Kosten bis Saisonende zu decken.

VfB schließt Finanzlücke mit Darlehen

Den größten Teil deckt der Verein durch die Aufnahme eines Darlehens. Das bestätigte der VfB dem NDR. Die Schleswig-Holsteiner haben zudem rund 100.000 Euro mit Hilfe von Sponsoren, Mitgliedern, Fans und Mitarbeitern der Geschäftsstelle aufgebracht. Dazu zählen 700 verkaufte Solidaritätsdauerkarten wie auch ein Gehaltsverzicht der Mitarbeiter von 15 Prozent bis Saisonende.

Perspektivisch erhebliche Einsparungen nötig

Grund für die DFB-Auflage sind die geschrumpften Einnahmen in der Corona-Pandemie, mit denen sich der geplante 6,8-Millionen-Euro-Etat nicht decken lässt. Der VfB rechnet - anders als der DFB - sogar mit einem Fehlbetrag von 1,2 bis 1,3 Millionen Euro, weil er von Geisterspielen bis zum Saisonende ausgeht. Der DFB kalkuliert mit Zuschauereinnahmen von März an.

"Wir machen uns Sorgen genug, aber nicht mehr um diesen Termin", hatte Clubsprecher Christian Jessen dem NDR am vergangenen Sonntag zu der Frist bis Donnerstag gesagt. Perspektivisch muss das Drittliga-Schlusslicht erhebliche Einsparungen vornehmen, um die finanziellen Einbußen aufzufangen.

Kein Geld aus dem Corona-Hilfsfonds

Zumal der Traditionsclub davon ausgeht, auch von der anstehenden zweiten Millionen-Tranche des Förderprogramms der Bundesregierung nicht zu profitieren. Bereits aus dem ersten Hilfsfonds für Profisportvereine in Höhe von 200 Millionen Euro hatten die Lübecker nichts erhalten. Der Grund: Als damaliger Regionalligist konnten die Schleswig-Holsteiner keine Vergleichszahlen aus der zurückliegenden Drittliga-Saison im November 2019 vorlegen, an denen sich die Finanzhilfen bemessen. "Es ist unglaublich! Diese Programme sind leider vollständig realitätsfern", wird Vorstandssprecher Thomas Schikorra in den "Lübecker Nachrichten" zitiert. Der Club prüft juristische Schritte.

Keine Corona-Hilfe? VfB Lübeck will Einspruch einlegen Verfügbar bis 12.03.2021

Dieses Thema im Programm:
Schleswig-Holstein Magazin | 17.12.2020 | 19:30 Uhr

NDR | Stand: 21.01.2021, 16:25

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