Rassismus-Vorfälle: DFB ermittelt, HSV kündigt Sanktionen an

Fußball | 2. Bundesliga

Rassismus-Vorfälle: DFB ermittelt, HSV kündigt Sanktionen an

Die Vorfälle beim Spiel gegen Düsseldorf haben für den HSV ein Nachspiel. Der DFB hat am Montag ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Fußball-Zweitligist geht nach eigenen Angaben bereits konkreten Hinweisen auf Täter nach und kündigte Sanktionen an.

Beim 1:1 gegen die Fortuna am vergangenen Sonnabend hatten rassistische Vorfälle von den Rängen, die von Fans am Sonntag in den sozialen Medien publik gemacht worden waren, für Aufsehen gesorgt. Der ehemalige HSV-Spieler Khaled Narey und auch Bakery Jatta waren Zielscheibe einiger Rassisten geworden. Der Club hatte sich daraufhin selbst zu Wort gemeldet und angekündigt, "alles uns Mögliche zu unternehmen, um die Vorfälle aufzuklären und zu ahnden". Die Fortuna teilte mit: "Wir hoffen, dass es dem HSV gelingt, die Vorfälle schnellstmöglich aufzuklären."

Die Chancen, dass das gelingt, dürften die 2G-Regeln deutlich erhöhen, die gegen Düsseldorf erstmals galten. Die Eintrittskarten sind allesamt personalisiert. Offenbar sind zumindest in einigen Fällen die Sitzplätze der HSV-"Fans" bekannt.

HSV kündigt Sanktionen an

Der Kontrollausschuss des DFB reagierte am Montag auf die rassistischen Vorfälle und leitete ein Ermittlungsverfahren ein, bei dem der HSV zur maximalen Aufklärung beitragen werde, wie der Club mitteilte.

"Sollte sich der Verdacht rassistischer Äußerungen bestätigen, wird ein Stadionverbotsverfahren eingeleitet."
— Cornelius Göbel, Direktor Fankultur beim HSV

Demnach sollen auch Videoaufzeichnungen und clubeigene Beobachtungen ausgewertet werden, um potenzielle Täterinnen und Täter zu identifizieren und ihr Verhalten angemessen zu ahnden. Der HSV gehe bereits mehreren konkreten Hinweisen auf Täter nach. "Sanktionen werden folgen", hieß es weiter.

Von einer Verwarnung bis hin zu einem Stadionverbot reicht der vereinseigene Strafenkatalog. Mitgliedern könnte darüber hinaus ein Vereinsausschluss drohen. Mögliche vom DFB verhängte Strafgelder könnten zudem vom HSV an die Verursacher weitergereicht werden.

Schiedsrichterassistent am Kopf getroffen

Schiedsrichterassistent Richard Hempel wird im Volksparkstadion von einem Gegenstand getroffen und hält sich den Kopf

Neben den Rassismus-Vorfällen droht dem HSV in einem zweiten Fall Ungemach. Als Schiedsrichter Christian Dingert während des Düsseldorf-Spiels gerade in der "Review-Area" das Foul von Edgar Prib noch einmal anschaute, was letztlich zur Roten Karte für den Fortunen führte, flog ein Gegenstand von der Tribüne in seine Richtung. Der Unparteiische, der wahrscheinlich das Ziel des Wurfgeschosses war, wurde zwar verfehlt. Allerdings bekam sein Assistent den Gegenstand an den Hinterkopf - was wiederum die TV-Bilder ebenfalls eindeutig belegen. Von Dingert zunächst unbemerkt, hielt sich Richard Hempel die schmerzende Stelle.

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 17.10.2021 | 22:50 Uhr

NDR | Stand: 18.10.2021, 19:10

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