Deutsche Handballer verpassen Olympia-Halbfinale

Die deutschen Handballer Kai Häfner (l.) und Timo Kastening reagieren auf die Niederlage.

Handball

Deutsche Handballer verpassen Olympia-Halbfinale

Die angepeilte Medaille ist für die deutschen Handballer dahin. Gegen Ägypten schied das DHB-Team am Dienstag (03.08.2021) im Viertelfinale von Tokio aus.

Die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason musste sich gegen den Afrikameister Ägypten deutlich mit 26:31 (12:16) geschlagen geben. Für den Olympia-Bronzemedaillengewinner von 2016 endet die Tokio-Reise damit in der Runde der besten Acht. Nach EM-Gold und Olympia-Bronze warten die Deutschen damit seit fünf Jahren auf eine internationale Medaille.

Kastening: "Sind keine Weltklassemannschaft"

"Das schmerzt extrem", ärgerte sich Timo Kastening, der im Spiel zumindest drei Tore beisteuern konnte. "Dass wir verdient draußen sind, schmerzt noch mehr", sagte der 26-Jährige im ZDF. "Egal, ob man die Abwehr, die Torhüter, die Galligkeit nimmt, wir haben nirgends unser Niveau erreicht. Ägypten ist auf dem besten Weg zu einer Weltklassemannschaft. Wir sind das noch nicht." Gislason monierte: "Wir haben uns zu viele Fehlwürfe geleistet. Wir hätten mehr Punkte sammeln können, gegen Frankreich und Spanien hat uns ein Tor gefehlt. Aber so haben wir unser Ziel Halbfinale nicht erreicht."

DHB-Team lässt Chancen liegen

Die Deutschen hatten dabei im Viertelfinale von Beginn an Probleme mit den aggressiv und effizient auftretenden Ägyptern. Beim 1:1, einem 102-km-/h-Wurf von Steffen Weinhold, stand es das einzige Mal im Spiel unentschieden (2.). Die restliche Spielzeit lief der Weltmeister von 2007 einem Rückstand hinterher. Ägypten führte bald 6:1 (10.) und 8:4 (13.). Dem deutschen Team fehlte es an Tempo und erfolgreicher Chancenverwertung. Zwar kam das DHB-Team durch zwischenzeitliches Aufbäumen auf 10:12 heran (24.). Doch immer wieder bissen sich Marcel Schiller, Paul Drux oder Juri Knorr die Zähne am glänzend aufgelegten Schlussmann der Ägypter, Karim Hendawy, aus.

Ägypten variabel und sicher

Von 22 Torwürfen konnten die Deutschen in der ersten Hälfte nur gut die Hälfte verwandeln, so ging es mit 12:16 in die Pause. Und auch nach dem Wechsel blieb sich das DHB-Team treu und ließ die Chancen liegen. "Ihr müsst kühlen Kopf bewahren. Wir müssen die Dinger unterbringen", ermahnte Gislason sein Team in einer Auszeit beim Stand von 16:20 (43.). Ägypten spielte variabel, traf aus dem Rückraum und über die Außen und hielt die Führung stabil (23:18/44.). Symptomatisch: Während Philipp Weber aus guter Position das 22:25 (51.) verpasste, zog Ägypten durch einen Doppelschlag auf 27:22 (52.) und damit zur Vorentscheidung davon. Bis zur Schlusssirene konnten die Deutschen nur 26 von 49 Torwürfen im Tor unterbringen. Ägypten traf bei 40 Würfen 31 Mal.

Ägypten nun gegen Frankreich

Im Halbfinale am Donnerstag (05.08.2021) trifft Ägypten nun auf Frankreich. Der Der Rekordweltmeister ließ dem krassen Außenseiter Bahrain beim 42:28 (21:14) keine Chance. Das zweite Halbfinale bestreiten Spanien (34:33 gegen Schweden) und Top-Favorit Dänemark (31:25 gegen Norwegen).

Dieses Thema im Programm:
Das Erste | Olympia Tokio 2020 | 04.08.2021 | 00:55 Uhr

NDR | Stand: 03.08.2021, 18:17

Darstellung: