Champions League: THW Kiel erlebt in Barcelona ein Déjà-vu

Die Kieler Hendrik Pekeler (r.) und Harald Reinkind versuichen, Barcelonas Luca Cindric zu stoppen.

NDR-Sport

Champions League: THW Kiel erlebt in Barcelona ein Déjà-vu

Von Johannes Freytag

Der THW Kiel hat in der Handball-Champions-League die erste Auswärtsniederlage kassiert. Beim 25:29 (12:13) in Barcelona hielten die "Zebras" lange mit, scheiterten am Ende aber an ihrer Offensivschwäche.

Die Partie war wie ein Déjà-vu für den Bundesligisten aus Schleswig-Holstein. Schon vor einer Woche brachen die Norddeutschen nach gutem Start in der zweiten Hälfte ein. Schon vor einer Woche war Sander Sagosen nur ein Schatten seiner selbst. Bester THW-Werfer war Miha Zarabec mit fünf Toren, Harald Reinkind kam auf vier Treffer. Die Aussichten für Kiel, sich direkt für das Viertelfinale der Königsklasse zu qualifizieren, sind damit auf ein Minimum geschrumpft. Als Vierter der Gruppe B haben die "Zebras" schon vier Punkte Rückstand auf Rang zwei.

THW defensiv stark, offensiv fahrig

Der THW war sofort drin in der Partie und zeigte eine sehr starke Defensiv-Leistung. Kamen die Katalanen dann doch mal zum Wurf, war auf Keeper Niklas Landin Verlass. Die neun Paraden des Dänen kaschierten allerdings die Schwächen im Angriff, in der vor allem Sagosen überhaupt nicht zur Entfaltung kam und lediglich einen von fünf Versuchen im Tor unterbrachte. (20./8:7).

FC Barcelona - THW Kiel 29:25 (13:12)

Tore Barcelona: Fabregas 6, Arino 4, Dolenec 4/3, Makuc 4, Mem 3, N´Guessan 3, Entrerríos 1, Gomez Abello 1/1, Janc 1, Pascual Garcia 1, Pálmarsson 1
Tore Kiel: Zarabec 5/1, Ekberg 4/2, Reinkind 4, Dahmke 3, Sagosen 3, Ehrig 2, Pekeler 2, Weinhold 2
Strafminuten: 4 / 4

Auch einen 4:0-Lauf Barcelonas und einen Drei-Tore-Rückstand (8:11/22.) steckten die Kieler weg. Unter anderem, weil sich Youngster Sven Ehrig treffsicher zeigte und zwei Tore zur Aufholjagd des Bundesligisten beisteuerte (12:12/27.).

In der Schlussphase geht Kiel unter

Den knappen Pausen-Rückstand drehten die Schleswig-Holsteiner kurz nach Wiederbeginn in eine eigene Führung (34./15:14). Und es war durchaus mehr drin, doch nach wie vor ließ der THW zu viele Chancen liegen - auch, weil Barcelonas Keeper Kevin Möller wie schon vor einer Woche in Kiel überragend hielt. So blieb es lange eine Partie auf des Messers Schneide, nach 40 Minuten konnten sich die Gastgeber erstmals wieder mit zwei Toren absetzen (20:18).

THW-Coach Filip Jicha versuchte es nun mehrfach mit dem siebten Feldspieler, doch der Ausgleich wollte nicht fallen. Im Gegenteil: Patrick Wiencek kassierte eine Zeitstrafe, Rune Dahmke traf nur den Pfosten, Miha Zarabec scheiterte an Möller - und der Rückstand betrug fünf Minuten vor dem Ende fünf Tore (22:27). Die Partie war gelaufen. Die letzten beiden Kieler Chancen vergab Sagosen, der mit einer Trefferquote von ledigllich 30 Prozent einen gebrauchten Abend verbuchte.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 26.11.2020 | 23:03 Uhr

NDR | Stand: 26.11.2020, 22:39

Darstellung: