Ohne Gnade zum Meistertitel: Wolfsburgerinnen gewinnen furios in Jena

Sportschau 08.05.2022 02:33 Min. Verfügbar bis 08.05.2023 Das Erste

Fußball | Frauen-Bundesliga

Wolfsburgs Fußball-Frauen sind deutsche Meisterinnen

Stand: 08.05.2022, 18:00 Uhr

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg sind zum siebten Mal deutsche Meisterinnen.

Von Johannes Freytag

Nach dem 10:1 (5:0)-Erfolg am Sonntag (08.05.2022) bei Absteiger Carl-Zeiss Jena können die "Wölfinnen" am letzten Spieltag vom FC Bayern München nicht mehr eingeholt werden. Dass der Rahmen auf der Stadionbaustelle in Jena alles andere als perfekt für die Meistersause war, störte die Wolfsburgerinnen und den mitgereisten Anhang überhaupt nicht.

Schon Minuten vor dem Abpfiff tanzten die Ersatzspielerinnen an der Seitenlinie mit den vorproduzierten Meistershirts, dazu gab es laute "So seh'n Sieger aus"- und "Steht auf für die Wölfinnen"-Gesänge von der ansonsten spärlich besetzten Tribüne des Ernst-Abbe-Sportfelds.

Beim Schlusspfiff gab es dann kein Halten mehr, am Mittelkreis fielen sich alle in die Arme und reckten eine mitgebrachte Pappschale in die Höhe. Die echte Trophäe gibt es dann nach dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am kommenden Sonntag (14 Uhr). Die Rückfahrt nach Wolfsburg dürfte feucht-fröhlich werden. Wie die verletzte Pia-Sophie Wolter bei Magentasport verriet, sei "das eine oder andere Kaltgetränk" an Bord des Busses.

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Bärenstarke VfL-Saison trotz aller Widrigkeiten

Feiern darf der VfL-Tross dann eine nahezu perfekte Saison. Lediglich eine Niederlage leistete sich das Team von Trainer Tommy Stroot, der erst im vergangenen Sommer aus Enschede an die Aller kam und allen Widrigkeiten - personeller Umbruch mit neun Abgängen, Verletzungen von Leistungsträgerinnen wie Ewa Pajor, Alexandra Popp oder Almuth Schult - eindrucksvoll trotzte.

Zuletzt gelangen elf Siege in Folge, darunter ein 6:0 gegen den jetzt entthronten Meister FC Bayern München. Am 28. Mai gibt es zudem noch die Chance aufs Double - im Finale des DFB-Pokals geht es gegen Turbine Potsdam. Einziger Wermutstropfen ist das Halbfinal-Aus in der Champions League, bei dem sich die "Wölfinnen" nach der 1:5-Niederlage beim großen FC Barcelona im Rückspiel (2:0) aber achtbar aus der Affäre zogen.

Zur Halbzeit war schon alles klar

Die Partie in Jena begann für die VfL-Frauen mit einem Schreckmoment: Popp musste wegen einer Kopfverletzung lange behandelt werden, spielte dann aber mit Verband weiter. Danach nahm das Geschehen auf dem Rasen den erwartet einseitigen Verlauf. Gegen völlig überforderte Jenaerinnen lag der Tabellenführer bereits nach wenigen Minuten durch Treffer von Pajor (8.) und Sveindís Jónsdóttir (10.) mit 2:0 vorne.

Auch danach ging es nur in Richtung Tor der Gastgeberinnen, die durch ein Eigentor von Tina Kremlitschka in bester Slapstick-Manier den dritten Gegentreffer hinnehmen mussten (18.). Spätestens nach Felicitas Rauchs 4:0 (25.) dürften auch die letzten Zweifler vom Titelgewinn der Wolfsburgerinnen überzeugt gewesen sein. Noch vor der Pause erhöhte Lena Lattwein auf 5:0 (38.).

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VfL-Frauen lassen nicht nach

Schongang nach Wiederbeginn? Nicht mit dem VfL. 53 Sekunden waren gespielt, da lag der Ball erneut im Netz der Jenaerinnen: Jill Roord hatte aus 20 Metern zum 6:0 getroffen. Popp erhöhte wenig später auf 7:0 (57.). Erst danach ließen es die Gäste etwas lockerer angehen und sogar noch den Ehrentreffer durch Julia Arnold zu (79.). Das war aber nur ein kleiner und kurzer Akt der Gnada, Tabea Waßmuth (81.), Pauline Bremer (83.) und Svenja Huth (85.) machten es schließlich zweistellig und sorgten mit ihren Toren für den höchsten VfL-Saisonsieg.

Dieses Thema im Programm:
Sportclub | 08.05.2022 | 22:35 Uhr

Quelle: NDR

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