1:3 gegen Lyon: Wolfsburgs Triple-Traum geplatzt

VfL-Fußballerinnen verlieren Champions-League-Finale Verfügbar bis 31.08.2021

NDR-Sport

1:3 gegen Lyon: Wolfsburgs Triple-Traum geplatzt

Von Hanno Bode, NDR Sport

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben das Champions-League-Finale verloren. Der Meister und Pokalsieger unterlag Titelverteidiger Olympique Lyon in San Sebastian mit 1:3.

Frust bei den Wolfsburgerinnen Lena Goeßling (l.) und Sara Doorsoun (r.) nach dem Gegentor zum 0:1 durch Eugenie Le Sommer (2.v.l.) im Champions--League-Finale gegen Lyon

Für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg hat sich der Traum vom Titel-Triple nicht erfüllt. Der deutsche Meister und Pokalsieger verlor am Sonntagabend das Geister-Endspiel beim Champions-League-Finalturnier in San Sebastian gegen Olympique Lyon mit 1:3 (0:2). Für die Französinnen war es der fünfte "Königsklassen"-Erfolg in Serie. Eugenie Le Sommer (25.), Saki Kumagai (44.) und Sara Björk Gunnarsdottir (88.) waren für das Team der deutschen Nationalspielerin Dzsenifer Marozsán erfolgreich. Alexandra Popp traf für die Niedersächsinnen (58.).

Lerch trotz Niederlage "unheimlich stolz"

"Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannnschaft, die nach dem 0:2 super zurückgekommen ist. In der zweiten Halbzeit haben wir mit ganz viel Herz Fußball gespielt. Die Enttäuschung ist aber sehr groß, wir haben uns viel vorgenommen", sagte VfL-Coach Stephan Lerch. Torschützin Popp sah es ähnlich wie der 36-Jährige: "Wir sind in der zweiten Halbzeit sehr gut zurückgekommen. Dass wir das zweite Tor nicht schaffen, ist einfach ärgerlich. Denn dann wird es, glaube ich, noch einmal sehr, sehr spannend."

VfL im ersten Abschnitt klar unterlegen

Ausgerechnet im Champions-League-Finale zeigten die in der Bundesliga zumeist über 90 Minuten so dominanten Wolfsburgerinnen ihre wohl schwächste erste Hälfte in der ganzen abgelaufenen Saison. Dem Double-Sieger mangelte es an Zweikampfhärte, Handlungsschnelligkeit und Ideen, um gegen die sehr hoch und aggressiv anlaufenden Französinnen für Entlastung zu sorgen. Während Olympique den Ball phasenweise traumwandlerisch sicher durch die eigenen Reihen laufen ließ, hatten gelungene Kombinationen des VfL vor der Halbzeit absoluten Seltenheitswert. Die Niedersächsinnen waren Lyon in allen Belangen unterlegen. Es war im ersten Durchgang beinahe schon ein Klassenunterschied zu sehen.

Doorsoun erst schläfrig, dann im Pech

Und so war es in Anbetracht der Spielanteile fast schon bemerkenswert, dass die "Wölfinnen" bis zur 25. Minute die Null halten konnten. Dann jedoch setzte sich die überragende Delphine Cascarino zum wiederholten Male auf der rechten Seite durch, flankte in den Rücken der Wolfsburger Abwehr und fand dort Le Sommer. Den ersten Versuch der 159-maligen französischen Nationalspielerin konnte Keeperin Friederike Abt noch parieren, gegen den Nachschuss war die 26-Jährige dann machtlos. Es passte ins Bild des - gelinde ausgedrückt - zurückhaltenden VfL-Auftritts, dass Lena Goeßling und Sara Doorsoun Le Sommer beim Abschluss gewähren ließen. Für Doorsoun kam es bald darauf noch bitterer. Die Verteidigerin verletzte sich bei einem Tackling gegen Cascarino und musste ausgewechselt werden (39.).

Für die 28-Jährige kam Kathrin Hendrich ins Spiel. Kaum war die gebürtige Belgierin auf dem Platz, da stand es auch schon 2:0 für Lyon. Erneut hatte Cascarino geflankt, abermals konnte der VfL den Ball nicht aus der Gefahrenzone befördern. Er gelangte über Umwege zu Kumagai, die Abt mit einem präzisen Linksschuss ins rechte Eck keine Abwehrchance ließ.

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Dem kraftlosen Auftritt in Durchgang eins folgte eine wesentlich couragiertere Wolfsburger Vorstellung im zweiten Abschnitt. Die Niedersächsinnnen gingen nun beherzter in die Zweikämpfe und gewannen auch im Spiel nach vorne etwas an Sicherheit. Der Anschlusstreffer durch Popp, die eine Hereingabe von Ewa Pajor aus wenigen Metern per Kopf ins Gehäuse beförderte, war der verdiente Lohn für eine erhebliche Leistungssteigerung. Lyon konnte sein hohes Niveau aus den ersten 45 Minuten hingegen nicht ganz halten. Das Team von Coach Jean-Luc Vasseur kombinierte nun nicht mehr so flüssig und hinterließ auch in der Abwehr zeitweise einen verletzlichen Eindruck.

Doch richtig in Gefahr geriet der Sieg des Seriengewinners nicht mehr, da dem VfL einfach die fußballerischen Mittel fehlten, Lyon dauerhaft unter Druck zu setzen. Ausgerechnet Gunnarsdottir - bis Ende Juni noch bei Wolfsburg unter Vertrag - sorgte kurz vor Ultimo für die endgültige Entscheidung, als sie einen Schuss von Le Sommer ins Tor abfälschte.

Dieses Thema im Programm:
NDR 2 Sport | 30.08.2020 | 23:03 Uhr

NDR | Stand: 31.08.2020, 13:28

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