Lucas Fratzscher und Philipp Horn

Biathlon | WM in Oberhof Zwei Thüringer, ein Ticket - der heiße Kampf um den WM-Startplatz

Stand: 23.01.2023 13:28 Uhr

Im WM-Team der deutschen Biathleten gibt es noch einen freien Startplatz. Drei Athleten "streiten" sich darum. Zwei kommen aus Thüringen und sind besonders scharf beim Heimspiel zu laufen.

Lucas Fratzscher und Philipp Horn wurden 1994 geboren. Der eine in Suhl, der andere in Arnstadt. Die beiden Thüringer Städte liegen gerade einmal 48 km voneinander entfernt. Hier wuchsen zwei Jungs auf, die es bis in die Biathlon-Spitze schaffen sollten und vom größten Traum eines Sportlers stehen: Einer Weltmeisterschaft in der Heimat.

Horn, Fratzscher oder doch Nawrath?

Wenn der Startschuss für die Biathlon-WM am 8. Februar in Oberhof ertönt, wird aber nur einer der Beiden dabei sein können. Wenn es ganz unglücklich läuft, teilen sich Horn (SV Eintracht Frankenhain) und Fratzscher (WSV Oberhof 05) möglicherweise auch die Rolle des Zuschauers.

Im sechsköpfigen deutschen Männer-Team ist nur noch ein Platz vakant. Um diesen "streitet" neben dem Thüringer-Duo noch Philipp Nawrath (SK Nesselwang). Alle drei haben die interne WM-Norm im Weltcup - einmal Top Acht oder zweimal Top 15 - bis kurz vor den Titelkämpfen nicht erfüllt. Bundestrainer Mark Kirchner will am Rennsteig aber sechs Athleten zur Verfügung haben und wird einen Athleten auch ohne Norm dazuholen.

EM-Platzierungen entscheidend

Wer das Ticket löst, entscheidet sich in dieser Woche bei der Europameisterschaft im schweizerischen Lenzerheide. "Man hat dann einen 1:1-Vergleich und danach werden wir entscheiden, wen wir als Sechsten noch dazu nehmen könnten", so Kirchner.

Der Bayer Nawrath hat dabei wohl die besten Karten. Er gehörte in dieser Saison regelmäßig zum Weltcup-Kader und liegt im Weltcup-Ranking auf Platz 36. Horn sammelte in diesem Jahr erst 34 Weltcup-Zähler, liegt auf Platz 54 und war öfter im zweitklassigen IBU-Cup unterwegs. Dort startete auch Fratzscher, der in Suhl wohnt und zuletzt in Pokljuka mit Podestplätzen im Sprint auf sich aufmerksam machte.

Sicher qualifiziert sind Benedikt Doll, Roman Rees, Johannes Kühn, David Zobel und Justus Strelow.

DSV-Skijägerinnen: Preuß verzichtet auf WM

Der WM-Kader der Frauen ist auch noch nicht final, allerdings ist die Situation eine andere. Mit Denise Herrmann-Wick, Vanessa Voigt, Sophia Schneider, Anna Weidel, Franziska Preuß und Janina Hettich-Walz haben bereits sechs Frauen die Norm erreicht. Hanna Kebinger lief zuletzt in Antholz im Rampenlicht und hatte beste Chancen auf die WM, denn Preuß erklärte am Montag (23.01.2023) ihren Verzicht. "In meiner aktuellen gesundheitlichen Verfassung bin ich einfach nicht in der Lage, die Leistungen zu bringen, die notwendig wären, um unserem Team bei der WM in Oberhof zu helfen", wird Preuß in einer Pressemitteilung des DSV zitiert. Die Bayerin hatte zuletzt immer wieder im körperlichen und mentalen Problemen zu kämpfen.

Franziska Preuß

Franziska Preuß steigt aus.

Voigt und Herrmann-Wick geht

Während Horn und Fratzscher bei der EM alles geben müssen, bereitet sich ihre Thüringer Teamkollegin Vanessa Voigt genau wie Sächsin Denise Herrmann-Wick in den malerischen Dolomiten vor. Beide wollen auf der Seiser Alm Kräfte tanken, um beim Jahreshöhepunkt in Oberhof topfit zu sein.

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