Vorzeitiger Abschied: Dirk Schusters Aus bei Erzgebirge Aue besiegelt

Hensel ohne Kontakt mit Schuster in der Düsseldorf-Vorbereitung 00:44 Min. Verfügbar bis 15.05.2022

Fußball | 2. Bundesliga

Vorzeitiger Abschied: Dirk Schusters Aus bei Erzgebirge Aue besiegelt

Dirk Schuster wird nach MDR-Informationen nicht auf Erzgebirge Aues Trainerbank zurückkehren. Die vorzeitige Trennung vom derzeit krankgeschriebenen Ex-Nationalspieler und dessen Co-Trainer Sascha Franz ist intern beschlossene Sache. Der neue Cheftrainer soll zeitnah nach dem letzten Saisonspiel gegen Osnabrück vorgestellt werden.

Die Frage auf der Spieltagspressekonferenz von Erzgebirge Aue am Freitag (14. Mai) vor der Auswärtspartie bei Fortuna Düsseldorf war naheliegend und schien dann doch so heikel, dass Pressesprecher Peter Höhne sie anstelle des eigentlich angesprochenen Co-Trainers Marc Hensel beantwortete. "Marc, wie ist denn in der Vorbereitung auf das Düsseldorf-Spiel der Kontakt zu Dirk Schuster, was gibt es da für Absprachen?", wollte MDR-Hörfunkreporter Jan Günther wissen.

FCE-Sprecher Höhne: "An der Lage hat sich nichts geändert"

Als der zunächst sichtlich zögernde Hensel gerade ansetzte, sprang Höhne ein: Demnach habe sich seit Mittwoch "an der Lage nichts geändert. Und aus dem Grunde wollen wir es jetzt auch bei diesem Thema so belassen. Kontakt gab's sicherlich bis Mittwoch, ne, was auch die Vorbereitung betraf." – "Genau", bestätigte Hensel lediglich, der momentan das Zweitligateam der "Veilchen" verantwortet.

MDR-Reporter Röhrig über das bevorstehende Schuster-Aus: "Größere und kleinere Zerwürfnisse" 00:56 Min. Verfügbar bis 15.05.2022

Ex-Profi Hensel wird den FCE gemeinsam mit Athletikcoach Marco Kämpfe und Torwarttrainer Daniel Haas in Düsseldorf und anschließend zum Saisonabschluss an Pfingstsonntag (23. Mai) daheim gegen den VfL Osnabrück betreuen. Schusters Rückkehr auf die Auer Trainerbank ist selbst bei schneller Genesung nach MDR-Informationen mittlerweile undenkbar – trotz zwei souverän erreichten Klassenerhalten in Serie unter dem 53-Jährigen und einem gut dotierten Vertrag bis 2022.

Nachfolger zeitnah nach dem Osnabrück-Spiel

Bereits zeitnah nach der Osnabrück-Partie will der Klub seinen neuen Cheftrainer vorstellen. Fan-Hoffnungen auf eine etwaige Rückkehr von Domenico Tedesco ins Erzgebirge, der Aue 2017 vor dem Abstieg in die 3. Liga rettete und nach der jüngsten russischen Vizemeisterschaft mit Spartak Moskau in diesem Sommer aus familiären Gründen nach Deutschland zurückkehrt, sind nicht nur aus finanziellen Gesichtspunkten utopisch.

Eine realistischere Kragenweite hätte da schon Uwe Neuhaus, der einst Union Berlin und Dynamo Dresden in die 2. Liga führte, im vergangenen Jahr mit Arminia Bielefeld sogar in die Bundesliga aufstieg. Oder zaubert Präsident Helge Leonhardt wie zuvor etwa mit Tedesco, Hannes Drews (Klassenerhalt 2018) oder Daniel Meyer (Klassenerhalt 2019) erfolgreich praktiziert einen nächsten Unbekannten aus dem Hut?

Kein Vertrauen mehr von Klubführung und aus Teilen der Mannschaft

Zwar sollte in diesen Tagen noch ein Gesprächstermin zwischen Cheftrainer Schuster, der seit Ende August 2019 in Aue im Amt ist, und der Klubführung um Helge Leonhardt zur Analyse der sportlichen Situation stattfinden. Dazu wird es nun aber nicht mehr kommen. An besagtem Mittwoch (12. Mai), dem Start in das von der DFL vorgeschriebene Quarantänetrainingslager für die letzten beiden Spieltage, hatten sowohl Schuster als auch dessen langjähriger Assistent Sascha Franz beim Verein urplötzlich eine Krankschreibung eingereicht. Details sind weiterhin unklar, die FCE-Verantwortlichen mauern.

Das jüngst denkwürdige 3:8-Heimdebakel gegen den SC Paderborn hatte die zuletzt nur halbherzig versteckten Zweifel der Chefetage an Dirk Schusters Arbeit regelrecht befeuert. Darüber hinaus ist es ein offenes Geheimnis, dass auch das Verhältnis mit Teilen der Mannschaft seit einiger Zeit am Boden liegt und hinter vorgehaltener Hand immer wieder Kritik an der Trainingsgestaltung geübt wird.

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red

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MDR | Stand: 15.05.2021, 19:07

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