Lukas Märtens

Schwimmen | WM in Budapest Vize-Weltmeister Märtens über 200 m Siebter - vorerst kein Duell mit Wellbrock

Stand: 20.06.2022 20:50 Uhr

Nach seinem Silbermedaillengewinn bei der WM in Budapest musste Schwimmer Lukas Märtens den WM-Strapazen am Montag Tribut zollen. Über 200 Meter verpasste er das Podium. Über 800 m kam nur Teamkollege Wellbrock weiter.

Vizeweltmeister Lukas Märtens muss seinem Mammutprogramm bei der Schwimm-WM Tribut zollen. Nur gut sieben Stunden nach seinem enttäuschenden Vorlauf-Aus als Weltjahresbester über 800 m Freistil musste sich der 20-Jährige im 200-m-Finale beim Sieg des Rumänen David Popovici nach 1:45,73 Minuten mit dem siebten Platz begnügen.

"Brauche die drei Tage Pause"

Über die doppelte Distanz hatte der Magdeburger Vereinskollege von Olympiasieger Florian Wellbrock noch Silber gewonnen. "Ich bin super zufrieden, es hat sich sehr gut angefühlt", sagte Märtens. Mit Blick auf die 1.500 m ab Freitag ergänzte er: "Damit kann ich jetzt erstmal die drei Tage Pause starten. Die brauche ich definitiv."

Vorlauf-Aus und kein Duell mit Wellbrock

Zuvor hatte sich im letzten 800-m-Vorlauf ein kleines Drama um den deutschen Shootingstar entwickelt - und das mit Spannung erwartete Magdeburger Finalduell zwischen Wellbrock und Märtens fiel ins Wasser. Während Wellbrock als Vorlaufzweiter seine Medaillenambitionen eindrucksvoll unterstrich, brach Märtens nach etwa der Hälfte der Strecke komplett ein. "Es war einfach leer im Tank, da ging wirklich nichts mehr", erklärte der 20-Jährige.

Am Ende blieb Märtens knapp 14 Sekunden über seinem im April geschwommenen Deutschen Rekord. Der Weltjahresbeste hatte wegen seines Starts im 200-m-Finale am Abend auch nicht taktiert und frühzeitig rausgenommen. "Da bringt es nichts zu pokern", sagte Märtens völlig entkräftet: "Ich wollte ins Finale kommen, aber es hat nicht gereicht."

Florian Wellbrock bei der Schwimm-WM in Budapest

Florian Wellbrock

Wellbrock: "Das war grundsolide"

Deutlich frischer wirkte Wellbrock nach seinem ersten WM-Einsatz in der Duna-Arena. "Es war grundsolide", sagte der Doppel-Weltmeister von 2019. Sein Startfieber hatte sich durch das Silberrennen seines Magdeburger Vereinskollegen Märtens nochmal erhöht. Das Vorlauf-Aus bedauerte Wellbrock, denn zu großes Konkurrenzdenken innerhalb des Teams ist ihm fremd. "Wir sprechen uns ab, haben Kontakt auf Augenhöhe", berichtete Wellbrock.

Zweite deutsche WM-Medaille durch Anna Elendt

Anna Elendt hat dem Deutschen Schwimm-Verband die zweite Medaille in Budapest beschert. Die 20-jährige Frankfurterin schwamm am Montagabend über 100 Meter Brust auf Rang zwei. In 1:05,98 Minuten musste sie lediglich der Italienerin Benedetta Pilato um fünf Hundertstelsekunden den Vortritt lassen. Es war die erste WM-Einzelmedaille einer deutschen Kurzstrecklerin oder eines deutschen Kurzstrecklers auf 50- und 100-Meter-Distanzen seit 2009.

sid/dpa