Viktoria Berlin löscht Zwickauer Feuerwerk

3. Liga: FSV Zwickau lässt gegen Viktoria Berlin Punkte liegen 02:07 Min. Verfügbar bis 24.08.2022

Fußball | 3. Liga

Viktoria Berlin löscht Zwickauer Feuerwerk

Der FSV Zwickau hat beim 1:1 (1:0) gegen Viktoria Berlin einen späten Nackenschlag kassiert und bleibt auch im fünften Spiel sieglos. Der FSV war über 85 Minuten besser, warf den Erfolg durch eigene Inkonsequenz vorn und hinten aber weg.

Nach einer munteren Anfangsphase, in der die Berliner auch zu zwei Abschlussaktionen kamen, zog Zwickau das Tempo an. Erst musste Viktorias Björn Jopek einen Baumann-Schuss auf der Torlinie klären. Fraglich, ob da neben der Brust sogar der Arm im Spiel war (15.). Unabhängig aller Elfmeter-Diskussionen machte Zwickau weiter sein Ding. Der FSV kombinierte schön über die rechte Seite, Marius Hauptmann steckte auf Schikora durch, der die Kugel scharf halbhoch vors Tor brachte. In der Mitte stürzte sich Baumann zum Flugkopfball rein und drückte das Ding über den Innenpfosten rein - 1:0 (17.)! Das vierte Saisontor war der dritte Kopfballtreffer für die Westsachsen – da sind sie übrigens Liga-Spitze. Torschütze Baumann zeigte Zähne und jubelte gleich ausgelassen in Graf-Dracula-Manier.

Tor für Zwickau, Torjubel nach dem 1:0, Dominic Baumann (28, Zwickau).

Das passte zum Spielverlauf. Denn die Zwickauer erschreckten die Berliner weiter. König mit einem Doppelabschluss (20.,21.) und Marco Schikora, bester Mann auf dem Platz, mit einem Pfostenkracher (25.) sorgten für die Großchancen drei bis fünf in nur acht Minuten. Der FSV trat wie verwandelt auf, zündete ein Feuerwerk. Die Berliner kamen mit der aggressiven Zweikampfführung überhaupt nicht zurecht. Nur einmal standen die Gastgeber in der ersten Hälfte zu offen, Soufian Benyamina verfehlte frei durch aber das lange Eck (37.).

Zwickau kassiert unnötigen Ausgleich

Soufian Benyamina (Berlin) überwindet kurz vor Spielschluss Torhüter Johannes Brinkies zum 1:1.

Die zweite Hälfte war durch viele härtere Fouls nickliger und zerfahrener. Dennoch waren die Zwickauer bis in die Schlussphase näher am 2:0 als die Gäste am Ausgleich. König (53.) und Willms (55.) hatten frühe Einschussgelegenheiten. Richtige Riesen hatten die Gastgeber vor allem in der Schlussviertelstunde. Hauptmann scheiterte nach einem Solo an Viktoria-Keeper Krahl (78.), Joker Starke verpasste nach einem König-Kopfball haarscharf den Abstauber (85.). Von den Hauptstädtern kam bis zum Ende eigentlich gar nichts, eben bis der FSV plötzlich unnötig leichtsinnig wurde. Beim ersten Mal hatten die Zwickauer noch Glück, weil Falcao vergab (88.). Dann schlugen die Berliner zu: Falcao dribbelte durch den Strafraum, seinen Schuss blockte Torwart Brinkies, Jopek legte den Abpraller aber blitzschnell zurück auf Benyamina, der die Kugel ins leere Tor spitzelte – 1:1 (89.)!

Das sonst deutlich verbesserte Defensivverhalten war hier plötzlich wieder nicht konsequent genug. So handelte sich Zwickau den Ausgleich ein und warten auch nach dem fünften Liga-Spiel weiter auf den ersten Sieg. Die FSV-Fans wirkten sichtlich geschockt, starrten reihenweise ins Leere. Einzige Trostpflaster: Die Leistung war über 85 Minuten klar verbessert und mit Nils Butzen, der erst letzte Woche einen Bänderriss im Sprunggelenk erlitt, kehrte ein Verletzter wie nach einer Wunderheilung zurück.

Das sagten die Trainer

Benedetto Muzzicato (Berlin): "Mit dem Spielverlauf bin ich nicht zufrieden. Da haben wir uns mehr erhofft. Aber wir wissen, wie unangenehm es ist, in Zwickau zu spielen. Wir sind heute über den Willen zurückgekommen. Beim 1:1 sind wir beim zweiten Ball einfach zur Stelle. Das ist ein Punkt, den wir gern mitnehmen."

Joe Enochs (Zwickau): "Wir haben ein gutes Spiel geliefert. Aber es ist extrem bitter, auch das dritte Heimspiel nicht über die Bühne gekriegt zu haben. Wir hatten etliche Chancen, das 2:0 nachzulegen. Wenn du nicht in der Lage bist, das zu schaffen, kann das am Ende so passieren, wie es gekommen ist."

MDR | Stand: 24.08.2021, 22:34

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