
Wintersport | Nordische Kombination Tränen zum Abschluss - Rekord-Kombinierer Frenzel verabschiedet sich
Einer der größten Wintersportler beendet seine herausragende Karriere: Rekord-Kombinierer Eric Frenzel absolvierte am Sonntag nach 16 Jahren seinen letzten Wettkampf – und hatte mit den Tränen zu kämpfen.
Nach 16 Jahren im Weltcupzirkus ist Eric Frenzels großartige nordische Skikarriere in Lahti zu Ende gegangen. Der langjährige König der Kombinierer belegte beim Saisonfinale in Finnland zum Abschluss am Wochenende die Plätze 27 und 40.
Tränen bei Frenzel
Beim Doppelsieg des Norwegers Jarl Magnus Riiber, als Dominator im Weltcup Frenzels legitimer Nachfolger, drehte der dreimalige Olympiasieger aus Oberwiesenthal emotionale Ehrenrunden. Mit der Spitze konnte Frenzel nicht mehr mithalten, die letzten Meter absolvierte er im rot-gelben Ehrentrikot. Schon nach dem letzten Sprung seiner Karriere auf 105 Meter war Frenzel sichtlich gerührt und hatte mit dem Tränen zu kämpfen.

Nach dem letzten Sprung seiner Karriere konnte Frenzel die Tränen nicht mehr zurückhalten.
Riiber feierte seine Saisonsiege Nummer sieben und acht. Beste Deutsche waren am Samstag Manuel Faißt (Baiersbronn) als Sechster und Johannes Rydzek (Oberstdorf) am Sonntag als Fünfter. Julian Schmid (Oberstdorf) landete in der Gesamtwertung auf Platz drei, die große Kristallkugel, die Frenzel insgesamt fünfmal gewonnen hatte, sicherte sich der Österreicher Johannes Lamparter.
Auch Frenzels Förderer Weinbuch verabschiedet sich
Neben Frenzel verabschiedete sich in Lahti auch Bundestrainer Hermann Weinbuch aus dem Weltcup. Der 63-Jährige stand dem deutschen Team 27 Jahre als Chefcoach vor, Frenzel begleitete er bei allen Triumphen, darunter bei 43 Siegen im Weltcup, drei olympischen Goldmedaillen und sieben WM-Titeln. Zuletzt reichte es im Team 2022 in Peking und 2023 in Planica noch zu Olympia- und WM-Silber. 2018 hatte Frenzel die deutsche Mannschaft bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Pyeongchang mit der Fahne in der Hand ins Stadion geführt.
Im Einzel reichte es in diesem Winter nicht mehr für das Podium, in Lahti lag er schon nach den Springen jeweils weit zurück und war dennoch "ganz zufrieden". Von den Schanzen hat er sich nun lange genug gestürzt. "Ich glaube nicht, dass ich nach Sonntag noch einmal einen Skisprung machen werde", hatte Frenzel vor dem Wettkampf gesagt: "Ich bin stolz auf meine Karriere - und dankbar."
Frenzel bald als Trainer aktiv?
Der Nordischen Kombination will Frenzel auch nach seiner aktiven Karriere treu bleiben - im Idealfall als Trainer. "Ich denke, dass die Athleten davon profitieren würden - ob im Nachwuchs oder weiter oben. Ich hätte kein Problem damit, das auszuprobieren", hatte Frenzel vor seinem letzten Wettkampf gesagt. Gespräche in die Richtung wurden aber noch nicht geführt.
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red/sid