Fußball: "SpiO"-Talk mit Andreas Patz (CZ Jena) und Almedin Civa (Lok Leipzig)

14:20 Min. Verfügbar bis 22.01.2023

Fußball | Regionalliga

Torwart-Spannung vorm Ost-Kracher - Lok sieht Jena unter Druck

Stand: 22.01.2022, 10:12 Uhr

Gleich zum Jahresauftakt treffen sich bei Jena gegen Lok Leipzig zwei Aufstiegsanwärter zum mitteldeutschen Regionalliga-Hit. Bei beiden Teams tut sich etwas auf der Torwartposition. Die Gäste sehen den Druck beim FCC.

Von Patrick Franz

Denn während die Thüringer den Sprung in die 3. Liga offensiv als Saisonziel ausgerufen haben, mauert Lok noch beim Traum vom Profifußball. FCL-Coach Almedin Civa meint dazu: "Das Wort Aufstieg war bei uns nie ein Thema. Wir haben einfach eine sehr gute Halbserie gespielt und gehen deshalb ganz locker ran. Jena ist für uns jetzt ein Hammerspiel."

Civa will die Favoriten ärgern

Trotzdem sind die Hoffnungen der eigenen Fans nach dem gerade angesichts vieler Corona-Ausfälle überraschenden 2:1-Auswärtserfolg bei Spitzenreiter BFC Dynamo geweckt. Mit drei Nachholspielen in der Hinterhand können die fünftplatzierten Leipziger in der Theorie bis auf einen Punkt an die Berliner heransausen. Vor diesen Vorzeichen betont Civa: "Wenn man einmal oben ist, will man natürlich die fünf bis sechs Mannschaften, die den Anspruch haben, oben zu stehen, auch ärgern. Ich denke auf jeden Fall, dass wir diejenigen sind, die gar keinen Druck haben. Wir schauen einfach, wie es wird." So befeuert Lok die Erwartungshaltung im Paradies. Civa beharrt darauf: "Ich habe schon Ende Juli Jena und den BFC als Liga-Favoriten gesehen und dazu stehe ich immer noch."

Patz' Strategie gegen den Aufstiegsdruck

Wie geht man beim Tabellennachbar Carl Zeiss, der als Vierter mit zwei Nachholern den Rückstand auf die Spitze noch drei Zähler reduzieren kann, mit dem höheren Druck um? Trainer Andreas Patz erklärt: "Der Verein hat ein Ziel ausgegeben, aber letztlich haben wir als Team kleine Etappenziele und das heißt, Woche für Woche die Spiele zu anzugehen. Deshalb gibt es nicht jede Woche aufs Neue Druck, den wir auf die Mannschaft ausüben müssen. Alle sind gierig und haben Hunger auf Erfolg."

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Lok will RB-U19-Torwart als Ersatzkeeper verpflichten

Spannend ist es derzeit bei beiden Klubs im Tor. Lok Leipzig hat mit Jan Ole Sievers wohl einen klaren und formstarken Stammkeeper in der Kiste, aber in Jannes Tasche, der mit Leistungssport aufhören wollte, den Mann dahinter verloren. Civa räumt darum ein: "Es ist eine brisante Situation, mit nur zwei Torhütern in die zweite Halbserie zu starten. Da sind wir dran, einen Torwart zu verpflichten." Nach "Sport-im-Osten"-Informationen verhandelt Lok deshalb mit RB Leipzigs U19-Keeper Oskar Preil. Der 18-Jährige wurde bei den Probstheidaern selbst ausgebildet, kam dann über den Halleschen FC zum ungeliebten Stadtrivalen und soll nun zurück zu den Wurzeln.

Ungewöhnliche Last-Minute-Entscheidung im Jenaer Torwartkampf

In Jena wartet Coach Patz gerade bis auf den letzten Drücker, um seine Nummer eins bekanntzugeben. Schon während der Hinrunde hatte er im Tor von Tom Müller auf Eigengewächs Lukas Sedlak gewechselt, dann den Konkurrenzkampf in der Winterpause neu ausgerufen. Patz sagt dazu: "Das ist noch offen, wir warten das letzte Training am Freitagabend noch ab. Wir haben in den letzten drei Wochen Eindrücke gesammelt und auch Tendenzen, aber die Jungs werden es am Freitagabend erfahren."

Heißt: Dem neuen Stammkeeper bleibt nur eine Nacht sich auf den großen Osthit einzustellen. Ein etwas ungewöhnliches Vorgehen zumal mit dem gelbgesperrten Bastian Strietzel und dem coronaerkankten Burim Halili auch noch zwei Innenverteidiger ausfallen und daher die Defensive ohnehin neu formiert werden muss.

Civas witziger Transferspruch im SpiO-Talk

Vorm traditionsreichen Ostduell lieferten sich die Trainer bei "Sport-im-Osten" einen Schlagabtausch. Witzigster Moment: Auf die Frage, welchen Jenaer Profi er gern in seinem Team hätte, wollte sich Civa nicht auf einen Spieler festlegen, meinte aber:

Vielleicht holen wir den ein oder anderen im Sommer von Jena. Wird schwierig, aber man kann’s ja mal versuchen. Almedin Civa | Trainer 1. FC Lok Leipzig im "SpiO"-Talk

Patz musste herrlich lachen. Mal schauen, wer am Samstag strahlt. Kein unwesentlicher Fakt: Lok hat diese Saison noch kein Auswärtsspiel verloren, ist das beste Team in der Fremde und bei dieser Serie nicht gerade Außenseiter.

Quelle: MDR

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